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Andrang im Louvre bei Mona Lisa

Überlaufene Touristenhochburgen Wenn alle Touristen dasselbe Reiseziel haben

Die schönsten Orte der Welt sind in den allermeisten Fällen keine Geheimtipps: Sie sind oft auch die beliebtesten Urlaubsziele. "Overtourism" (deutsch: Übertourismus) kann für die Menschen und Natur vor Ort, aber auch für Urlauber zu einem echten Problem werden.

Tourismus ist oft erstmal gut für die Einheimischen, denn die Besucher bringen zusätzliche Einnahmen. Aber der Massentourismus macht das Leben in den Städten auch deutlich teurer: die Immobilienpreise steigen, weil viele Wohnungen an Touristen vermietet werden, und die Umwelt leidet, weil die Besucher viel Wasser verbrauchen und viel Müll produzieren.

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Overtourism: Wohin mit den Touristen?

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Der Touristenmagnet in der Touristenhochburg: Der Markusplatz in Venedig ist immer gut besucht.

Der Touristenmagnet in der Touristenhochburg: Der Markusplatz in Venedig ist immer gut besucht.

Die Promenade "Las Ramblas" in Barcelona ist zu jeder Tageszeit von Touristen bevölkert.

Die schmalen Straßen entlang der Grachten laden in Amsterdam zum Spazieren ein - jedoch oft mit viel Gedrängel.

Bei einem Besuch in Athen ist die Akropolis ein Muss - das sehen jedoch alle anderen Touristen auch so.

Um eine Münze in den Trevi-Brunnen zu werfen, muss man sich häufig erst den Weg nach vorne bahnen. Er gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Rom.

Für Touristen in London ist das Foto vom Buckingham Palace ein Muss.

Im Louvre in Paris ist der Andrang vor allem bei einem Gemälde groß. Die Mona Lisa ist immer von Besuchern umringt.

Menschenmassen in Barcelona und Venedig

Beispiele für "Overtourism" gibt es viele. Auf der aktuellen Hitliste der World Tourism Organisation steht in Europa ganz vorne Barcelona, gefolgt von Amsterdam und, natürlich: Venedig: Zwölf Besucher kommen da auf jeden Bewohner. Auch in Madrid, Budapest, Bukarest, Reykjavik, Moskau und Athen gibt es inzwischen zu viele Touristen.

Nicht nur die europäischen Städte kämpfen mit "Overtourism", auch Urlaubsziele in Asien, zum Beispiel einige thailändische oder philippinische Inseln. Zeitweise sind manche Orte deshalb für Touristen gesperrt. In manchen Tempeln oder Sehenswürdigkeiten bekommen sie nur begrenzte Besuchszeit.

Gefahr, Orte "zu Tode zu lieben"

Ein Ende des Ansturms ist dabei nicht in Sicht: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey von 2017 wird der Massentourismus nur noch stärker. Die Mittelschicht der Bevölkerung werde immer größer, gleichzeitig werde Reisen immer einfacher, so die Berater. Bis 2020 sollen die 20 beliebtesten Reiseländer genau so viele zusätzliche Besuche zählen wie der Rest der Welt zusammen, so die Prognose. Manche Orte laufen laut McKinsey Gefahr, "zu Tode geliebt" zu werden.

Vor allem die von Kreuzfahrtschiffen angesteuerten Städte wie Lissabon und Dubrovnik stöhnen inzwischen unter den Touristenmassen. Die Stadt an der Adria lockt zudem als Drehort von "Games of Thrones" tausende Fans der TV-Serie an. Venedig will versuchen, die Lage mit einem Eintrittsgeld für Tagesbesucher in den Griff zu kriegen. Amsterdam, Barcelona oder Prag kämpfen mit ähnlichen Problemen. Die deutschen Metropolen feilen an Ideen, damit es erst gar nicht soweit kommt. Denn auch in Deutschland wächst der Tourismus unaufhörlich. Berlin ist dabei der Touristenmagnet schlechthin.

Nebensaison nutzen

Die Zahl der Menschen, die Urlaub machen, steigt jedes Jahr – und die werden auch künftig nach Mallorca fliegen, nach Barcelona oder auf die griechische Insel Santorin. Wer kann, sollte deshalb in der Nebensaison reisen. Oder nach Alternativen suchen: Statt Venedig zum Beispiel die Insel Murano besuchen, statt Mallorca mal Menorca buchen, in Kroatien nicht durch Dubrovnik bummeln, sondern lieber durch Split. Solche Alternativen sind oft günstiger und in jedem Fall entspannter.