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Trockenjahr 2018 Wie geht es unserem Wald?

Sonnenanbeter haben sich über den heißen Sommer 2018 zweifellos gefreut. In unseren Wäldern hat er aber große Schäden hinterlassen. Umweltredakteurin Susanne Henn über die großen Verlierer im Wald.

Viele Bäume hatten Trockenstress und die jungen, die gerade erst im Frühjahr gepflanzt wurden, sind vertrocknet. Die anderen Bäume, die nicht so tief wurzeln, haben nicht genug Wasser bekommen. Die Folge: Sie haben sehr früh die Blätter abgeworfen und sind geschwächt. Gerade die Fichten sind daher stark vom Borkenkäfer befallen. Auch die vereinzelten Waldbrände haben Flächen zerstört.

Waldschadenserhebung

Wie gesund ist unser Wald?

Es gab massive Schäden, aber...

…die halten die Wälder in der Regel noch aus. Wirklich kritisch wird es, wenn diese Sommer häufiger werden und immer wieder aufeinanderfolgen. Damit muss man aber im Zuge des Klimawandels rechnen.

Waldarbeiter mit Motorsäge fällt einen Baum

Forsarbeiter bearbeitet befallenen Baum

Was machen Förster und Waldbesitzer gegen den Borkenkäfer, der 2018 fünfmal so häufig gefunden wurde, wie in normalen Jahren?

Sie fällen die betroffenen Bäume und da das Holz minderwertig ist, muss es auch unter dem üblichen Marktpreis vermarktet werden. Gerade in Monokulturen führt das zu einem deutlichen Kahlschlag. Aufgrund des damit verbunden Überangebots von Fichtenholz, werden die Preise dafür massiv um 30 Prozent und mehr gedrückt. Zum Teil gilt es auch als unverkäuflich und landet in der Papierproduktion.

Millionenschäden - hilft der Staat?

Der größte Teil des Waldes in Rheinland-Pfalz ist in kommunalem oder Staatsbesitz. Nur 29% gehörten Privatleuten. Die Kommunen haben natürlich mit den Einnahmen gerechnet, aber Frau Klöckner hat schon klar gemacht, dass nicht mit Soforthilfen zu rechnen ist. Die Forstwirtschaft muss daher auf andere Baumarten setzen, die gegenüber dem Klimawandeln gewappnet sind. Dafür gibt es auch Hilfen, der Umbau wird jedoch Jahrzehnte dauern.

Und was ist mit den Weihnachtsbäumen 2018?

Davon werden wir nichts merken, denn der typische deutsche Weihnachtsbaum ist die Nordmanntanne. Sie wächst zehn Jahre oder mehr bevor sie geschlagen wird. Die Bäume, die dieses Jahr dran sind, waren stabil genug, um die Dürre zu überstehen. Wenn die nächsten Sommer nicht genauso heiß und trocken werden wie in 2018, gibt es auch zukünftig kein größeres Problem.