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Die Urlaubsplanung im Herbst gestaltet sich durch die Corona-Pandemie nicht einfach. Wo Sie Urlaub machen können und welche Gebiete Sie lieber meiden sollten.

Zu Hause bleiben, Urlaub im eigenen Land machen oder eine Flugreise riskieren? Mit dem Coronavirus ist das freie Reisen in der Europäischen Union stark eingeschränkt. Die steigenden Corona-Neuinfektionen machen das Planen der Herbstferien nicht einfacher, denn die Einreisebestimmungen werden stetig aktualisiert.

Vor ein paar Wochen konnte man noch recht problemlos seine Herbstferien an der Ostsee oder in den Alpen planen. Für Reisende aus deutschen Risikogebieten wird das nun schwierig. Denn von ihnen werden künftig negative Tests verlangt - andernfalls dürfen Reisende, etwa aus Teilen Berlins, in vielen Ländern nicht mehr in Hotels übernachten.

Greifen soll das für Reisende, die aus Gebieten kommen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Darauf haben sich zumindest die meisten Bundesländer geeinigt. Rheinland-Pfalz hat das geplante Beherbergungsverbot überraschend nicht in Kraft gesetzt.

Reisen ins Ausland

Das Auswärtige Amt hat mittlerweile zahlreiche Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wer also eine Reise plant, sollte sich über die Länderübersicht absichern.

Generell gilt: Wer sich trotz der Reisewarnung in ein Risikogebiet wagt, muss sich 48 Stunden vor oder nach der Wiedereinreise nach Deutschland testen lassen. Auch die Quarantäne bleibt einem nicht erspart, bis das Testergebnis vorliegt.

Unsere Nachbarländer

Wer das Flugzeug als Transportmittel meiden möchte, ist bei der Auswahl der Reiseländer ziemlich eingeschränkt. Luxemburg zählt seit dem 25. September wieder als Risikogebiet. Auch für ganz Belgien gilt seit 30. September eine Reisewarnung. Für beide Länder gibt es jedoch Ausnahmen zur Quarantäne: Menschen aus Luxemburg und Belgien dürfen ab Samstag für 24 Stunden nach Reinland-Pfalz reisen, ohne anschließend in Quarantäne gehen zu müssen.

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Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist nach dem neuesten Stand die gesamte Niederlande betroffen, damit auch die Städte Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Den Haag.

In Dänemark gilt die Region Hovedstaden einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen seit dem 23. September als Risikogebiet.

Für unser Nachbarland Polen wird ab dem 17. Oktober vor nicht nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Woiwodschaften Kujawsko-pomorskie (Kujawien-Pommern), Malopolskie (Kleinpolen), Podlaski (Podlachien), Pomorskie (Pommern)und Świętokrzyskie (Heiligkreuz) gewarnt.

Anders sieht es in Tschechien aus. Das komplette Land gilt seit dem 25. September als Risikogebiet, seit dem 5. Oktober besteht eine Reisewarnung.

Auch in Österreich steigen die Zahlen. Das Auswärtige Amt hat für Wien sowie die Urlaubsregion Tirol (Ausnahme Gemeinde Jungholz) eine Reisewarnung ausgesprochen. Das Bundesland Vorarlberg ist mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg/Kleinwalsertal ebenfalls Risikogebiet. Deutsche Urlauber, die auf der Heimreise von Kroatien, Rumänien oder Bulgarien sind, ist es nicht erlaubt zu halten - auch Tanken ist verboten.

In der Schweiz wurden folgende Kantone zu Risikogebieten erklärt: Genf und Waadt. Ab dem 17. Oktober gilt die Reisewarnung auch für die Kantone: Freiburg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zug und Zürich. Besucher aus Deutschland können problemlos in die Schweiz fahren.
Ausnahmen gelten für Besucher aus den Bundesländern Berlin und Hamburg, oder Reisenden, die sich in den letzten 10 Tagen in einem der beiden Bundesländer aufgehalten haben. Für sie gilt eine 10-tägige Quarantäne-Pflicht, so das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Wohin in den Herbstferien (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)
Ascona am Lago Maggiore picture alliance/imageBROKER

Das Auswärtige Amt warnt aufgrund der hohen Infektionszahlen vor Reisen nach Frankreich. Lediglich für die Region Grand-Est und die Insel Korsika gilt derzeit keine Reisewarnung.

Beliebte Urlaubsländer der Deutschen

Spanien ist das am stärksten von Corona betroffene Land in Europa. Das Auswärtige Amt hat das ganze Land zum Risikogebiet erklärt. Dazu gehören auch die Kanarischen Inseln. Wer trotzdem ins Land will, muss ein Online-Formular ausfüllen. In Spanien selbst gelten strenge Corona-Regeln: Masken müssen auch im Freien getragen werden. Rauchen im öffentlichen Raum ist stark eingeschränkt und Alkohol darf nicht im Freien getrunken werden.

Italien gilt bis jetzt nicht als Risikogebiet. Trotzdem gelten hier strenge Regeln: Wer zum Beispiel nach Sardinien reisen will, muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Für öffentliche Plätze gilt auch nachts Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen wie Geschäften muss eine Maske getragen werden. Große Ansammlungen sind verboten und werden von der Polizei aufgelöst. Auch an Stränden gilt: Abstand halten. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss zwei Wochen in Quarantäne.

In Kroatien steigt die Infektionskurve seit dem Sommer. Für die Gespanschaften Lika-Senj, Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Vukovar-Srijem, Sisak-Moslavina, Krapina-Zagorje und Virovitica-Podravina gelten Reisewarnungen. Dazu gehören auch die beliebten Städte Split und Dubrovinik. Ab dem 17. Oktober gelten auch Warnungen für die Gespanschaft Medimurje und die Stadt Zagreb. Das Auswärtige Amt warnt vor Besuchen auf den beliebten Inseln wie Brac, Hvar oder Pag. Urlauber könnten dort stranden, da Fährverbindungen bei steigenden Zahlen kurzfristig eingeschränkt werden könnten. Für die beliebte Urlaubsregion Istrien besteht keine Reisewarnung.

In Slowenien gehen die Zahlen nach oben. Vor Reisen in die die Regionen Primorsko-Notranjska, Koroška, Zasavska, Osrednjeslovenska, Savinjska und Gorenjska wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt. Ab dem 17. Oktober 2020 gilt dies auch für die Regionen Jugovzhodna Slovenija, Pomurska und Podravska.

Die Türkei zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen in den Herbstferien. Leider gilt mittlerweile auch fast die komplette Türkei als Risikogebiet. Hiervon ausgenommen sind die Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya.

Griechenland zählt zurzeit nicht zu den Risikogebieten. In Städten wie Athen, Thessaloniki oder auf Inseln wie Kreta sind allerdings Feiern, Partys und auch religiöse Feierlichkeiten verboten. Reisende müssen sich elektronisch registrieren.

In Portugal zählt die Region Lissabon seit dem 23. September als Risikogebiet. Ab dem 17. Oktober kommt die Region Norte dazu. Bei der Einreise wird die Körpertemperatur durch Infrarot gemessen. Außerdem darf im öffentlichen Raum kein Alkohol getrunken werden. In Restaurants, die 300 Meter von Schulen oder Einkaufszentren entfernt sind, dürfen nur Gruppen von maximal vier Personen speisen. Für die Einreise in die autonomen Regionen Madeira und die Inselgruppe der Azoren gelten gesonderte Bedingungen.

In Großbritannien gilt mittlerweile eine Reisewarnung für die Regionen East Midlands, West Midlands, North West, North East, Yorkshire and The Humber in England. Außerdem gelten Schottland, Wales und Nordirland sowie das zugehörige Überseegebiet Gibraltar als Risikogebiete.

Die Maskenpflicht gilt wie in vielen anderen Ländern in Geschäften, Restaurants und Pubs. Regionale Schwerpunkte gibt es in Greater Manchester, Leicester, North East, Lancashire, Blackpool und Blackburn mit Darwen, Merseyside, Halton und Warrington, West-Midlands, West-Yorkshire und dem Central Belt in Schottland. Er umfasst die Regionen Glasgow & Clyde, Lanarkshire, Ayrshire & Arran, Lothian und Forth Valley. Für Besucher aus Deutschland gibt derzeit von auf britischer Seite keine Beschränkungen. Einreisende müssen ein Online-Formular ausfüllen.

In Schweden wird ab 17. Oktober vor Reisen in die Regionen Stockholm, Uppsala, Örebro und Jämtland gewarnt. Die Anreise mit dem Flugzeug, der Fähre oder dem Auto über die Öresundbrücke ist erlaubt.

Für Norwegen gibt es keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt weist aber auf regionale Infektions-Schwerpunkte in den norwegischen Regionen Oslo und Bergen hin. Urlauber aus Deutschland müssen sich allerdings seit Ende August in eine zehntägige Quarantäne begeben, weil die Regierung Deutschland zum Risikogebiet erklärt hat.

Ein Urlaub in Finnland ist unmöglich, da die finnische Regierung ihrerseits die deutschen Neuinfektionszahlen für zu hoch hält und deutschen Urlaubern seit dem 28. September die Einreise verweigert.

Für Island gilt seit 30. September eine Reisewarnung. Einreisende können wählen, ob sie sich 14 Tage in Quarantäne begeben oder einen kostenpflichtigen Test (ca. 58 Euro) machen. Nach dem Test müssen sich alle Reisenden für fünf bis sechs Tage in häusliche Quarantäne begeben und sich dann einem zweiten (kostenfreien) COVID-19-Test unterziehen. 

In Irland gelten Dublin und die Border Region als Risikogebiet. Ab dem 17. Oktober 2020 kommen die Regionen Mid-West, South-West, Mid-East, West und Midlands dazu. Reisende aus Deutschland müssen bei Ankunft zwei Wochen ihre Bewegungen stark einschränken. Außerdem sind viele Pubs geschlossen.

Auch die Länder Estland (Ida-Viru), Litauen (Šiauliai), Israel, Montenegro, Marokko, USA, Ungarn (Budapest, Györ-Moson-Sopron, Pest, Csongrád und Vas), Andorra, Ägypten, Algerien, Angola, Bulgarien (Blagoevgrad) und Bosnien-Herzegowina zählen laut Auswärtigem Amt zu den Risikoregionen.

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