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Graue Gartenwanze

Insektenalarm Invasion der Wanzen

Sie sind grau-braun, meist nur eineinhalb Zentimeter groß und in diesen Tagen sitzen sie gerne in der Sonne auf dem Balkon oder der Terrasse oder rauschen bei offenem Fenster laut brummend ins Zimmer und hängen dann an der Fensterscheibe: Wanzen

Wanze sucht Winterquartier

Die Garten- oder die Graue Feldwanze sucht sich in diesen sonnigen Herbsttagen einen Platz zum Überwintern. Dabei bevorzugen die kleinen Gliederfüßer dunkle Ecken im warmen Haus. Dort überwintert sie, bis sie im kommenden Frühjahr nach der Paarung die Eier für die kommende Generation ablegt. Besonders der warme, lange und trockene Sommer dürfte für eine besonders starke Population an Wanzen gesorgt haben.

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Ekelfaktor oder spannend?

Achtung, Wanzen!

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Ich schau dir in die Augen, Kleines - Viele Menschen ekeln sich vor Wanzen, von denen es weltweit etwa 40.000 bekannte Arten gibt. Und diese unterscheiden sich teils sehr stark in Farbe, Lebensweise und Form. Lassen Sie sich entführen in ihre Welt und lernen Sie die kleinen Krabbler von einer anderen Seite kennen.

Ich schau dir in die Augen, Kleines - Viele Menschen ekeln sich vor Wanzen, von denen es weltweit etwa 40.000 bekannte Arten gibt. Und diese unterscheiden sich teils sehr stark in Farbe, Lebensweise und Form. Lassen Sie sich entführen in ihre Welt und lernen Sie die kleinen Krabbler von einer anderen Seite kennen.

Auch die Feuerwanze ist den meisten von uns schonmal begegnet. Diese Wanzenart ist sehr gesellig, wodurch sie häufig in großen Gruppen auftaucht.

Gefräßig sind die kleinen Krabbeltiere auch noch. Hier hat eine Zweispitzwanze eine Schmetterlingsraupe erbeutet.

Was viele nicht wissen, auch die Wasserläufer bilden eine Familie, die den Wanzen untergeordnet wird.

Ihr sind die meisten schon begegnet: Die Gemeine Stinkwanze gehört zu den bekanntesten Wanzenarten in Deutschland.

Aus nächster Nähe wirken Wanzen - in diesem Fall die amerikanische Kiefernwanze- fast schon niedlich. Oder?

Uralte und vielfältige Insektenfamilie

Wanzen gehören zur Ordnung der so genannten "Schnabelkerfe". Weltweit sind rund 40.000 verschiedene Arten bekannt. In Europa kommen wir auf rund 3.000 bekannte Arten. Dabei kommen Wanzen in fast allen Lebensbereichen vor. Neben Wiesen, Waldrändern oder im Umfeld menschlicher Behausungen existieren die Gliederfüßer auch auf im Wüstensand, in Mooren und sogar auf und im Wasser. Die Mehrzahl der bekannten Arten ernährt sich von Pflanzensäften. Eine Ausnahme bildet dabei allerdings die Haus- oder Bettwanze, die sich von Blut ernährt.

Harmlose (aber doofe) Brummer

Zurück zur Grauen Garten- oder Feldwanze. Sie ist vollkommen harmlos! Der grau-braune Brummer, der zwischen vierzehn und sechszehn Millimeter groß wird, ernährt sich ausschließlich von Pflanzensäften und tut keiner Fliege etwas zuleide. Der "Nervfaktor" ist allerdings mindestens genauso hoch wie der Ekelfaktor. Wanzen gelten fast durchweg als schlechte Flieger und lärmen gerne durchs heimische Wohnzimmer, um dann immer wieder mit nicht nachlassendem Gebrumme gegen die Fensterscheibe zu knallen.

Ebenfalls oft in diesen Tagen bei uns zu Gast, die "Marmorierte Baumwanze". Für den Laien optisch sicher nur schwer zu unterscheiden ist, diese aus Nordamerika bei uns eingewanderte Art auch in weiten Teilen Europas inzwischen heimisch geworden. In den USA hat sich die "Marmorierte Baumwanze" zum echten Problem entwickelt, kommt in über dreißig Bundesstaaten vor und richtet als Schädling jährlich Schäden in großer Höhe an. Auch im heimischen Garten und auf dem Feld ist sie deshalb kein gern gesehener Gast.

Die Wanze stinkt

Im häuslichen Umfeld wird der Umgang mit der Wanze an sich nur dann problematisch, wenn sich das kleine Tierchen bedroht fühlt. Denn dann stößt es über eine Drüse am Hinterleib eine zum Teil durchaus extrem übel riechende Flüssigkeit aus. Diese Flüssigkeit ist für den Menschen, abgesehen von der Geruchsbelästigung vollkommen ungefährlich. In der Natur versucht die Wanze damit ihre Feinde abzuwehren.

Erste Wanzen-Hilfe

Frank Jenschar rettet eine Wanze

SWR1 Moderator Frank Jenschar rettet eine Wanze.

Wenn die Wanze an der Scheibe zu sehr nervt und auch nicht auf die weit geöffnete Balkontüre oder das Fenster anspricht, dann gilt es - besonders bei der oben genannten Stinkwanze - Ruhe zu bewahren. Lassen Sie das Insekt auf ein Stück Papier krabbeln und entsorgen Sie es an die frische Luft. Abzuraten ist, auch abseits aller ehtisch-moralischen Grundsätze, vom Einsatz des Schuhabsatzes. Wer eine Stinkwanze zerquetscht, muss mit lang anhaltender Geruchsbelästigung am Schuhwerk und im Wohnzimmer rechnen. Wem die harmlosen Krabbler nichts ausmachen, der kann sie auch im Haus überwintern lassen - spätestens im Frühjahr steht dann aber unweigerlich die Rettungsaktion mit dem Papier an, denn dann wollen "Rhaphigaster nebulosa" und Konsorten unter Garantie wieder ins Freie.

Anmerkung des Redakteurs:
"Auf der Mauer, auf der Lauer"

Wem, wie mir beim Wort Wanze sofort das Kinderlied von der auf der Lauer liegenden Wanze einfällt, für den hier noch einmal der komplette Text. Das Lied wird zunächst einmal komplett durchgesungen. Im zweiten und jedem weiteren Duchgang werden die Worte "Wanze" und "tanzen" jeweils um einen Buchstaben verkürzt und ab dem Punkt an dem nur noch ein "W" und ein "t" gesungen wird wieder jeweils um einen Buchstaben erweitert. Aber, das wussten Sie bestimmt noch ...

Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ’ne kleine Wanze.
Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ’ne kleine Wanze.
Seht euch nur die Wanze an,
wie die Wanze tanzen kann!
Auf der Mauer, auf der Lauer
sitzt ’ne kleine Wanze.

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