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SWR1 Lauftipp

SWR1 Lauftipp Rhein-Nahe-Schleife

Von Steffen Sturn

20 km lang, zertifizierter Premium-Wanderweg und jetzt genau fünf Jahre alt. Dieser Lauftipp zeigt was passiert, wenn man Pflege und Markierung ausschließlich Ehrenamtlichen und Freiwilligen überlässt - und diese damit auch überfordert. Der Lauf-Abenteuertrip-Tipp von SWR1 Redakteur Steffen Sturn.

Es beginnt – perfekt, am Dorfplatz von Weiler, SWR1-Gemeinde bei Bingen: Infokarte, Wegeschilder. Nach Wiesen und Feldern ein dunkler feuchter Eichenwald. Irgendwo stehen Wildschweine. Es riecht. Dann ein Neubaugebiet – ich steh vor Münster-Sarmsheim! Das gibts doch nicht! Der Ort kommt ganz zum Schluß! Gefolgt war ich der Markierung mit dem Logo des Rheinburgenwegs. Aber nur wenn zusätzlich Rhein-Nahe-Schleife draufsteht ist auch Rhein-Nahe-Schleife drin !! Eindeutig, zweideutig. So was geht bei Wanderwegen gar nicht. Zwei Damen aus Niedecken haben sich auch verlaufen.

Okay, ich beschließe, das fehlende Wegestück hinterher dranzuhängen. Erst mal steiles Geschlängel durch Riesling und Burgunder. Weit da drüben die Germania, unten Rüdesheim. Herrlich. Nach Süden ein grüngelbes Rebenmeer. Der pfälzische Donnersberg am Horizont hinter Bad Kreuznach. Es könnte so schön sein – Aber, wo gehts eigentlich lang? Nach ein paar Kilometern stehe ich tatsächlich wieder vor Münster-Sarmsheim!

Es fehlen Schilder!

Das Problem: auf der Rhein-Nahe-Schleife fehlen überall Schilder. Oder sie sind unkenntlich verfärbt oder zugewachsen. Hier helfen nur noch Karte oder Wandernavi. Zur mentalen Beruhigung vielleicht auch eine Empfehlung von Einheimischen: "Wir haben sehr gute Winzer unten an der Hauptstraße und wir haben einen sehr guten Gasthof mit prämierten Weinen und hervorragenden Küche."

Dort wo der Weg zum Höhenweg wird, ist es grandios. Tief unten bei Bingen verschmelzen Nahe und Rhein graubraun . Die Hügelketten von Taunus und Hunsrück. Richtung Waldalgesheim ein endlos langes Tal nach Genheim. Gegenüber die A61. Hier dreht die Rhein-Nahe-Schleife. Der Rückweg führt wieder durch Wein mit Fernblick auf Waldlaubersheim, Rümmelsheim und Dorsheim.

Errichtung bezahlt und dann vernachlässigt

Meine Meinung: die Rhein-Nahe-Schleife ist reizvoll, aber elend vernachlässigt. Steuerzahler aus EU und Inland haben die Errichtung dieses Weges bezahlt. Aber die Pflege haben Touristikverbände am Mittelrhein und Landesumweltministerum den Ehrenamtlichen überlassen. Die wollen oder können aber nicht immer kontrollieren und reparieren. Andere Touristikverbände zeigen wie es geht: sie haben festangestellte Wegewarte.

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