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Reflecta Super 8 Scanner für zu Hause

Super 8 Scanner von Reflecta Platzhirsch ohne Konkurenz

Wem das "Abfilmen" zu lästig, oder der Profi zu kostenintensiv ist, der kann seit Beginn des Jahres selbst seine alten Super 8 Filmrollen digitalisieren. Reflecta bietet dafür den Super8 Scanner für ca. 850 Euro an. Der Preis erscheint zunächst relativ ambitioniert, handelt es sich doch bei dem Scanner nicht um ein Profigerät, sondern um eine explizit für den Heimgebrauch entwickelte Einheit. Allerdings ist das Gerät bisher auf dem Markt und der Hersteller verfügt über reichlich „Scanner-Erfahrung.

Funktionsweise

Ähnlich wie die Profis arbeitet der Reflecta Super 8 Scanner mit einer Bild für Bild Abtastung eines Films. Jedes Einzelbild wird via USB aus dem PC oder Mac abgelegt und nach Fertigstellung zu einer (Full-)HD Filmsequenz zusammengefügt. Diese wird als AVI-Datei auf der Festplatte des Rechners abgelegt, die Einzelbilder werden gelöscht.
Auf Maßnahmen zur Filmverbesserung verzichtet das Gerät komplett. Einzig eine Möglichkeit zur Nassreinigung des Films ist vorhanden. Entsprechende Spezialreiniger müssen separat erworben werden.

Die beiliegende Software ermöglicht eine Kalibrierung und Einstellung des Scanners sowie ein Erfassen von Einzelbildern und deren Umrechnung in eine Videosequenz. Eine Tonabtastung ist nicht möglich.

Erster Eindruck

Wer vor Jahren einmal einen Filmprojektor bedient hat, für den stellt die Bedienung des Scanners keine Herausforderung dar. Das Gerät selbst sieht aus wie ein Projektor ohne Linse. Das Gehäuse ist aus Plastik, macht aber insgesamt einen wertigen Eindruck. Also schnell die Arme ausgeklappt und die mitgelieferte Leerrolle montiert. Letztere ist leider zu wackelig, was bei älterem Filmmaterial zu Laufunruhen und evtl. Hängern sorgt. Also greifen wir auf eine 40 Jahre alte Leerrolle zurück und schon flutscht es. Die Abtasteinheit wird via USB 2.0 mit einem Computer (Win/OSX) verbunden. Der Scanner bekommt Strom und ist startklar. Nach der intuitiv gestalteten Installation der Software muss (wie auch bei jedem Einschalten) eine Kalibrierung der Scaneinheit vorgenommen werden. Dies geschieht per Knopfdruck. Der Scanner weist auf mögliche Fehler, z.B. einen eingelegten Film hin.

Der Scan

Der Film wird vollautomatisch eingefädelt und ist nach kurzer Zeit, ebenfalls selbsterklärend entsprechend verlegt. Nun können noch Einstellungen für die Helligkeit und den Kontrast vorgenommen, oder der Automatik überlassen werden. Auch der Bildausschnitt kann exakt positioniert werden. Ein Druck auf den Start Button, und der Scanner beginnt mit der Erfassung.

Die Praxis

Geht man davon aus, dass je nach Qualität des Filmmaterials 18, bzw. 24 Bilder pro Sekunde aufgenommen wurden, so kann man sich ausrechnen, dass die Abtastung einer Filmrolle entsprechend Zeit in Anspruch nehmen wird. Eine 120-Meter-Rolle beherbergt bei 18 Bildern pro Sekunde gute 26 Minuten Stumm-Film. Das bedeutet, es müssen mehr als 28000 Bilder einzeln erfasst werden.

In unserem Test nahm diese Erfassung jeweils mehr als 24 (!) Stunden in Anspruch. Hinzu kommen evtl. Zwangspausen, wenn die Mechanik de Scanners mit dem vorliegenden Material „überfordert“ war. Positiv fiel bei diesen „Hängern“ allerdings auf, dass der Scanner nahtlos an das existierende Material anschließen konnte. Bei der Auflösung wird übrigens kräftig geschönt. Der Scanner selbst scannt den Filmstreifen mit max. 1409x712 Pixeln. Bei der Erstellung der Filmsequenz wird dann bei Bedarf entsprechend nachskaliert.

Bittere Pille – die Garantie. Reflecta gewährt 2 Jahren oder aber 400.000 gescannte Bilder lang Garantie. Unser Testgerät hatte nach 4 Tagen bereits rd. 60 Tausend Scans erledigt. Diese Grenze wäre in unserem Fall nach gut 14 Filmrollen (a 120 Metern) erreicht. Wie lange der Scanner darüber hinaus problemlos arbeitet, bleibt abzuwarten.

Fazit

Reflecta Super 8 Scanner für zu Hause

Filmprojektor ohne Linse. An ihrer Stelle sitzt die Abtasteinheit.

Der Super 8 Scanner von Reflecta ist, mangels Konkurrenz, der Platzhirsch auf dem Markt und das hat seinen Preis. Bedienung und Verarbeitung gehen, abgesehen von der labberigen Leerspule erst einmal klar. Entsprechend gutes Filmmaterial vorausgesetzt arbeitet der Scanner nahezu problemlos. „Altes Material“ hingegen bringt die Mechanik an ihre Grenzen. Die erstellten Videosequenzen sind leicht zu bearbeiten und die Qualität geht für ein Amateur-Gerät absolut in Ordnung. Weniger schön – die eingeschränkte Garantie. Rechnet man die Anschaffung, evtl. Folgekosten und die zur Fertigstellung, benötigte Zusatzsoft-/hardware zusammen, so bleibt der Super 8 Scanner ein Gerät für ambitionierte Hobby-Digitalisierer, die es einfach „selbt machen wollen“. Allen anderen sei der Gang zum Profi ans Herz gelegt.