Bitte warten...
Immobilienanzeigen

Für wen lohnt sich der Hauskauf? "Singles sollten besser Mieter bleiben"

"...junge Familien auf das Land ziehen."

Früher war eine Immobilie eine ideale Wertanlage,- doch wie sieht es heute aus? Viele überlegen, ob sich ein Hauskauf für sie lohnt oder ob sie besser weiterhin in Miete leben sollen. Marc Koch aus der SWR1 Wirtschaftsredaktion erklärt, wie es derzeit auf dem Immobilienmarkt aussieht und welche Faktoren wichtig für die Entscheidung zum Hauskauf sind.

Wo ist Wohnen und Bauen in Rheinland-Pfalz im Moment am teuersten?

In absoluten Zahlen sind es immer noch die begehrten Großstädte: Mainz ist an der Spitze, mit 3200 €/qm2 dicht dahinter Landau und Trier mit 3100 €/qm2. Das liegt daran, dass viele Luxemburger sich dort einkaufen. Im Vergleich: der Landesdurchschnitt liegt bei 2300€/qm2. Bei den Mieten ist es ganz ähnlich. In Mainz legt man für eine schöne Neubauwohnung 13€/qm2 hin. Im Kontrast: im Bereich Ulmen/Cochem sind es nur 4€/qm2, in Pirmasens sind es knapp 5€/qm2. Ganz wild sind die prozentualen Preissteigerungen in den kleineren Großstädten. Hier ist zum Beispiel Koblenz mit einer Steigerung von 20% in einem Jahr, deutschlandweit ganz vorne mit dabei.

Ist es absehbar das sich die Immobilienpreise demnächst mal einpendeln und nicht mehr ansteigen? Wer kann sich denn im Moment ein ganz normales Haus für 400.000€ leisten? Nicht nur Stadthäuser kosten so viel, auch für Häuser in einem weiten Umkreis um eine Großstadt muss man die gleichen Preise zahlen.

Genau das ist das Problem. Grundsätzlich sagen Makler und Immobilienexperten, so stark kann es nicht weitergehen. Erstens wird der Druck auf dem Markt geringer, weil die Nachfrage etwas zurückgeht. Zweitens sind die Leute nicht mehr dazu bereit, solche Mondpreise zu bezahlen, die manchmal verlangt werden. Aktuell sagen die Immobilienmakler und die Verkäufer, sie nehmen was sie kriegen können und gehen keinen Euro runter. Die Leute können es aber einfach nicht mehr zahlen.

Wer ein Haus kaufen oder bauen will, der fängt erst einmal das große Rechnen an. Man braucht Eigenkapital und einen Kredit. Man hat Kosten für den Notar, muss die Grunderwerbssteuer zahlen und was da sonst noch alles auf einen zukommt. Ist so eine Immobilie langfristig betrachtet eine gute Anlage?

Früher hieß die uneingeschränkte Antwort, Ja! Heute heißt die Antwort, es kommt drauf an! Um das herauszufinden gibt es zwei Faktoren, die wichtig sind. Einerseits die Lage der Immobilie, diese ist wichtig wegen der Wertentwicklung, und der eigene Lebensentwurf. Ein Mittelalter-Single, der einen alten Vertrag in einer schönen Altstadtwohnung mitten in Mainz hat, der zahlt relativ wenig Miete und sollte besser auch Mieter bleiben. Eine junge Familie, die nicht auf ein Leben in der Stadt angewiesen ist, vielleicht auch handwerklich etwas begabt ist und die eher keine Kneipengänger und Passions-Shopper sind, die sollten gucken ob sie nicht auf dem günstigen Land in der Westeifel oder in der Pfalz etwas bekommen. Dort ist es wirklich günstig etwas zu finden. Eine gute Anlage ist es dann, wenn die Immobilie abbezahlt ist, wenn ihr Besitzer in Rente geht. Denn als Rentner mietfrei zu leben, ist ein riesiger Vorteil. Als Altersvorsorge ist es kaum zu toppen, wenn die Finanzierungsbedingung und Rahmenentwurfsbedingungen des eigenen Lebens stimmen.

Aktuell bei SWR1 RP