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SWR1 Lauftipps Bärenbachpfad bei Baumholder

14 Kilometer

Über 14 km erstreckt sich der Pfad zwischen Baumholder und dem Truppenübungsplatz. Abwechslungsreich, mit tiefen Schluchten, preußischen Straßen und ganz viel Bezug zum Übungsgebiet der NATO. Der gesamte Raum ist seit den 30er Jahren von Militär geprägt. Es gibt keine zweite Traumschleife in Rheinland Pfalz, die das auf interessante Weise so deutlich zeigt.

Start am Stadtweiher von Baumholder. Über saftige Wiesen geht’s gleich steil hoch über die Stadt. Grandioser Blick auf Baumholder und die Wohnkasernen der US-Armee. In sanften Bögen kurvt jetzt der Pfad über ein herbstlich hellgrün–gelbes Hochplateau. Wildgänse ziehen am Horizont. Zwei Wanderer aus dem Kreis Mainz schließen sich an.

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Bärenbachpfad bei Baumholder

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Startpunkt für die 14 Kilometer ist der Stadtweiher von Baumholder - im Sommer ein beliebtes Freibad!

Startpunkt für die 14 Kilometer ist der Stadtweiher von Baumholder - im Sommer ein beliebtes Freibad!

Der Streckenverlauf der Traumschleife

Ernst Schmitz aus Baumholder ist heute mein Wanderführer

Nach dem gemütlichen Gang am Stadtweiher, geht es erst einmal "ungemütlich" steil bergauf. Aber oben angekommen...

... wird der Wanderer mit diesem Ausblick auf Baumholder belohnt. Im Hintergrund die Wohnkasernen der amerikanischen Soldaten.

"Zum Ungeheuer" - gewidmet Förster Gottfried Ungeheuer, der 1898 den wohl schwersten Keiler in der Region mit 477 Kilo geschossen hatte.

Wir bleiben nicht lange alleine und zwei Mitwanderern gesellen sich zu uns.

Unterwegs auf dem Bärenbachpfad

Kennen sie die einheimischen Vogelarten? Die Infotafeln auf der Strecke helfen dabei weiter. Wussten sie, dass der Schwarzspecht bei seiner Nachrungssuche auch Werkzeuge benutzt?

Der Wanderweg verläuft hier auf der alten, preußichen Poststraße. Noch in den 50er Jahren fuhr dort noch der Postbus!

Herbst im Hunsrück!

Wir überqueren den Bärenbach

Das Wildfrauenloch. Der Legende nach soll sich hier eine hunnische Kämpferin eine Zeit lang versteckt haben nach der Niederlage auf den Katalaunischen Feldern. Sie lebte dort als Räuberin und Menschenfresserin, die nie gefasst werden konnte.

Treffpunkt zweier Königreiche: "Wir" gehörten mal zu Bayern und dann wieder zu Preußen!

14 Gemeinden sind für den Truppenübungsplatz seit 1937 abgerissen worden. Der Weg führt direkt an der Grenze zum Truppenübungsplatz entlang und unter der Woche kann man hier dem Trainings- und Schießbetrieb zusehen.

Dann ein Stein

Zum Gedenken an einen Förster namens Ungeheuer. Der hieß wirklich so – aber den Stein bekam er für den Abschuss der vielleicht schwersten Wildsau, die jemals erlegt wurde: 477 Kilo Lebendgewicht! Etwas kleiner geht’s weiter. Der Bärenbachpfad führt zu den Bienenstöcken einer Schauimkerei. In der Nähe ist großes Naturkino angesagt. Bei klarer Sicht erscheint am Horizont der Donnersberg, tief unten der Bärenbach.

Hintergrund: Der Truppenübungsplatz wurde für das XII. Armeekorps der Wehrmacht angelegt, dessen Generalkommando seinen Sitz in Wiesbaden hatte. Mit der Anlage wurde 1937 begonnen. Für den Platz wurden Gemeinden und Weiler mit 3.970 Einwohnern geräumt und zu Wüstungen. Es waren Aulenbach, Ausweiler, Breungenborn, Ehlenbach, Erzweiler, Frohnhausen, Grünbach, Ilgesheim, Kefersheim, Mambächel, Oberjeckenbach, Ronnenberg, Zaubach, Wickenhof und Wieselbach.

Eine alte preußische Poststraße führt uns zum Megablick über den Truppenübungsplatz. Rund 100 km2 Wald, Hügel, Schießbahnen, Sprengplätze. Unter der Woche trainieren hier NATO-Einheiten für den Ernstfall. Infotafeln informieren über die 12 Dörfer, die dafür abgerissen wurden (s. rechts).

Noch zwei Stunden bis Baumholder

Eine Frau aus Idar Oberstein begegnet uns. Sie ist den Bärenbachpfad ebenfalls gelaufen und wie andere Personen, die uns über den Weg gelaufen sind, gefiel ihr einerseits der Weg, andererseits aber auch die Erfahrung des Wanderns an sich. Im Dunkeln sind wir zurück – und Ernst Schmitz, der Wanderführer aus Passion, scheint überaus zufrieden.

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