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Zu einem guten Sonntagsfrühstück gehört ein Frühstücksei, am besten aus dem eigenen Garten. Doch was muss man bei der Hühnerhaltung beachten?

Sie scharren, sie gackern, sie glucksen. Eine Hühnerschar im eigenen Garten kann nicht nur viel Freude bereiten, sondern auch viel Arbeit. Hühnerhaltungsexperte Axel Gutjahr erklärt, was man vor der Anschaffung von Hühnern bedenken sollte.

Veranwortung übernehmen

Wer sich Hühner anschaffen möchte, sollte sich in erster Linie bewusst sein, dass das eine Reihe von Pflichten mit sich bringt. "Wer Tiere hält, der sollte sich im Prinzip der Verantwortung für diese Tiere sehr bewusst sein", sagt Gutjahr: "Es ist kein lebloser Gegenstand. Wenn ich keine Lust mehr habe, kann ich den nicht einfach in die Ecke stellen." Laut dem Experten hält sich der Aufwand allerdings nach den anfänglichen Hürden in Grenzen. Die wichtigsten Aufgaben bei der Hühnerhaltung sind die tägliche Fütterung und das 14-tägige Säubern des Stalls.

Hühnerstall (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ein angemessener Stall ist bei der Hühnerhalltung wichtig. Picture Alliance

Der richtige Stall

Bevor allerdings der Alltag in die Hühnerhaltung einkehrt, muss zunächst ein angemessenes Heim für die neuen Bewohner eingerichtet werden. "Das ist nicht nur das Gehege, sondern vor allen Dingen ein ordentlicher Stall", so Gutjahr. Ein Stall müsse hell, stets sauber, frostsicher und raubtiersicher sein. Besonders nachts bestehe die Gefahr, dass kleines Raubwild wie Fuchs oder Marder den Hühnern zu Leibe rücken. Der Stall muss daher ausreichend gesichert sein, damit die Hühner darin vor Überfällen geschützt sind. Außerdem sollte der Stall gut belüftet sein. Sitzstangen, Nester und ein Zugang zu sauberem Futter und Wasser sollten den Hühnern zur Verfügung stehen.

Wer einen großen Garten hat, kann die Hühner tagsüber natürlich auch frei laufen lassen. Aber auch dort sollte man auf einen ausreichenden Schutz achten, damit die Hühner nicht ausreißen können und Raubtiere keinen Zutritt haben. Dafür ist laut Gutjahr ein engmaschiger Drahtzaun am besten geeignet.

Die richtige Rasse

Steht der Stall und ist das Gehege eingezäunt, müssen nur noch die Hühner angeschafft werden - aber welche? In Deutschland sind vom Bund Deutscher Rassegflügelzüchter etwa 150 Rassen anerkannt. Da kann die Auswahl schwerfallen. "Es gibt im wesentlichen drei große Gruppen: Das sind einmal die Legerassen, die Fleischrassen und die sogenannten Zwierassen", sagt der Experte. "Die Zwierassen verkörpern sowohl das Legehuhn als auch das Fleischhuhn. Das dürfte wahrscheinlich für die Leute am interessantesten sein."

Zwiehühner legen je nach Rasse etwa 150 bis 200 Eier. Zu den für Anfänger geeigneten Zwiehuhnrassen gehören Amrock, Bielefelder Kennhuhn und Sulmtaler. Sie gelten als besonders ruhig und robust. Wichtig ist, sich bei der Auswahl der Rasse auf die Bedürfnisse zu konzentrieren und nicht auf die Optik. Wer zum Beispiel nur Eier und kein Fleisch möchte, ist mit einer Legerasse besser beraten. Hier gelten etwa Barnevelder, Rhodeländer und Rheinländer als gute Anfängerrassen.

Hahn oder Nachbarschaftsstreit?

Bevor die Hühner schließlich einziehen, sollte man sich auch mit seinen Nachbarn absprechen. Wer besonders empfindliche Nachbarn hat, sollte am besten auf einen Hahn verzichten. "Der Hahn ist ja derjenige, der Rabatz macht, indem er kräht. Die Hühner geben kaum sehr laute Äußerungen von sich", sagt Gutjahr. "Hühner stören in der Regel niemanden."

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