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In Rheinland-Pfalz ist die Schule nach den Winterferien wieder gestartet - vorerst findet aber nur Fernunterricht statt. Unterricht aus dem Klassenzimmer für die Schüler zu Hause sei an vielen Schulen noch immer nicht möglich, sagt Grundschuldirektor Lars Lamowski im SWR1-Interview.

SWR1: Die Grundschüler starten wieder, allerdings im Fernunterricht. Ist das ein richtiger Schulstart?

Lars Lamowski: Nein, natürlich nicht. Ein Fernunterricht, wie er jetzt ansteht, ist kein richtiger Schulstart. Aufgrund der Pandemie sind wir natürlich zu diesem Schritt gezwungen und sind natürlich auch gerne bereit, hier besondere Maßnahmen zu treffen.

SWR1: Fernunterricht an einer Grundschule - wie machen Sie das jetzt mit den Kleinen?

Lamowski: Wir wünschten uns, dass wir Hybridunterricht machen könnten, dass wir aus dem Klassenzimmer heraus sozusagen einen normalen Unterricht veranstalten könnten, an dem die Kinder von zu Hause aus teilnehmen. Aber dafür ist die technische Ausstattung an den Schulen bis heute nicht angekommen, was sehr viele Lehrerinnen und Lehrer kritisieren.

SWR1: Über die technische Ausstattung hatten wir Ende Oktober nach den Herbstferien schon einmal gesprochen. Da hatten Sie gesagt, von den zig Millionen, die da angekündigt waren zur digitalen Aufrüstung an den Schulen, sei noch gar nichts angekommen. Ist das nach wie vor so, dass nichts da ist?

Lamowski: Leider muss ich sagen, dass bisher kaum was angekommen ist. Das einzige, was da ist, sind Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler, die sich ein Laptop oder ein Tablet nicht leisten können, das heißt: Über die dann auch eine Videotelefonie mit der Lehrerin oder dem Lehrer möglich ist. Was völlig fehlt, ist weiterhin der Breitbandausbau. Die Lehrer sind nicht mit den versprochenen Breitband-Laptops ausgestattet, sie haben auch keine Webcam oder ähnliches zur Verfügung gestellt bekommen. Hier wird immer wieder über die Millionen gesprochen, die bei den Schulen ankommen - aber die Lehrer suchen verzweifelt und finden sie nicht.

SWR1: Das klingt unglaublich, denn es ist ja nicht das erste Mal, dass Kinder daheim unterrichtet werden müssen. Wie ist denn da die Erwartungshaltung der Eltern mittlerweile?

Lamowski: Die Erwartungshaltung der Eltern ist jetzt eine ganz andere, als es beim ersten Lockdown der Fall war. Und es wird sich jetzt zeigen, dass vieles von dem, was damals versprochen worden ist, einfach nicht gehalten werden kann, weil die technische Ausstattung vor Ort immer noch nicht vorangekommen ist. Und das liegt unter anderem daran, dass die Landesregierung es nicht vermocht hat, einen Mindeststandard einer Ausstattung von Schulen festzuschreiben - und den hätte man in acht Monaten anstreben können. Aber da man die Schulen mit der Ausstattung und all dem alleine lässt, konnte das über den Zeitraum nicht gelingen. Man hätte von vornherein feste Vorgaben von oben machen müssen, hätte das durchziehen müssen. Dann wären wir heute weiter.

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