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Große Melodien, gigantische Gitarren und Geschichten von Träumen, schnellen Autos und Liebe in der amerikanischen Provinz. Mit "Escape" trafen Journey genau den Nerv ihrer Zeit und manifestierten den "Stadion-Rock" als eigenständiges Musikgenre.

Dauer

Doch das Album ist nicht nur ein Produkt der frühen 80er, sondern mit Mega-Hits wie "Don’t stop believin'" und "Wheel in the Sky" ein echter Meilenstein der Musikgeschichte. Dass Journey den geradlinigen amerikanischen Mainstream-Rock maßgeblich prägen würden, war - wie so oft im Musikbusiness - Zufall.

Die richtigen Erfolgs-Zutaten

Die Band kam ursprünglich aus dem eher experimentalen Progressive-Rock, aber zwei Neuzugänge in der Gruppe ergänzten die Elemente für den durchschlagenden Erfolg. Sänger Steve Perry stieß 1977 dazu und beeinflusste den Stil der Songs radikal in Richtung Pop. Seine lupenreine Stimme mit gewaltigem Volumen und Umfang machten den Journey-Sound unverkennbar. Sein Gesangsstil, der sich manchmal an klassischem R&B - wie seinem großen Vorbild Sam Cooke - anlehnte, hauchte dem Rock Seele ein.

Vor den Aufnahmen zu "Escape" vervollständigte der neue Keyboarder Jonathan Cain die klassische Erfolgsbesetzung der Band. Der brachte einprägsame Piano- und Keyboard-Teile und erschuf zum Beispiel das legendäre Intro zum Klassiker "Don’t stop believin'" – einen Song, den Sänger Steve Perry, Gitarrist Neil Schon und eben Tastendrücker Cain gemeinsam schrieben.

Amerikanische Träume

Das Lied handelt von zwei jungen Amerikanern, die nach Los Angeles gehen, um im Musikbusiness auf dem Sunset Boulevard ihr Glück zu versuchen. Von Bandmitglied Cain stammt die Idee dazu, denn er selbst war in den 70ern ein verzweifelter Musiker, bei dem der Erfolg erst einmal ausblieb. Der Titel "Don’t stop believin'" (Hör nicht auf, daran zu glauben) stammt von dessen Vater, der seinem deprimierten Sohn am Telefon genau diesen Rat gab. Der Song ist heute tief in der amerikanischen Kultur verankert und wird bis heute in vielen Filmen- und Fernsehserien verwendet.

Liebe und Flucht

Der Album-Titel "Escape" (Flucht) spielt als Motiv des Konzeptalbums in mehreren Songs eine Rolle. Das Titellied handelt von einem jungen Mann, der seinen einfachen, ärmlichen Verhältnissen in der Provinz entfliehen will. Die Geschichte vom Geheimagenten im schnellen Maserati in "Dead or alive" ist wie eine Flucht ins Action-Kino. Dann sind da auch noch die gigantischen Power-Balladen, die das Herz von "Escape" bilden. "Who cryin‘ now" - die erste Single aus dem Album - ist eine der erfolgreichsten Balladen der Achtziger. Zusammen mit dem letzten Stück der Platte "Open Arms" hat das bittersüße Liebeslied unzählige Verliebte schmachten und unglücklich Verschossene träumen lassen.

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