Bitte warten...

Studie: Lern-Videos für die Schule Nachhilfe per YouTube

Der Großteil der Eltern sorgt sich, da der Nachwuchs immer mehr Zeit online verbringt. Nun hat eine Studie vom Rat für kulturelle Bildung herausgefunden, was die Jugendlichen am meisten anzieht. Die gute Nachricht vorab: Viele nutzen die Internetplattform YouTube, um sich Erklärvideos zum Schulunterricht anzusehen.

Schüler nutzen Youtube-Videos zum Lernen.

Schüler nutzen Youtube-Videos zum Lernen.

Besonders bei den jüngeren Generationen stehen nicht nur Soziale Netzwerke, wie Snapchat und Instagram, hoch im Kurs, sondern auch YouTube. 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen die Videoplattform. Damit landet sie an zweiter Stelle hinter WhatsApp (92 Prozent) und vor Facebook (61 Prozent).

Was wird geschaut?

Fast die Hälfte der Nutzer*innen greifen oft auf Videos zurück, die Schulthemen behandeln und diese erklären. Vor allem bei den Hausaufgaben verhelfen die Internetvideos zu einem besseren Verständnis. Das gilt besonders, wenn Inhalte aus dem Unterricht nicht ausreichend verstanden wurden. 73 Prozent der Befragten sehen YouTube als wichtige Ergänzung zur Wiederholung von Unterrichtstoff.

Erfolg mit Mathethemen

Daniel Jung hat YouTube bereits vor einigen Jahren als Vermittler entdeckt. Seit 2011 lädt er dort kurze Mathe-Erklärvideos hoch und versucht Schüler*innen und Student*innen seine Leidenschaft näherzubringen. Offenbar hat er damit einen Nerv getroffen. Mehr als 500.000 Follower verzeichnet sein Account und seine Videos werden jedes Mal hunderttausende Male angeklickt.

"Die Plattform erreicht Jugendliche ständig, so oft man will, wann man will - vielleicht ist gerade dieser Mix das Geheimnis."
Daniel Jung, YouTube-Lehrer, im SWR1 Interview

Kein Lehrerersatz

Doch trotz der ansteigenden Beliebtheit, können YouTube-Videos weiterhin nur als Nachhilfelehrer neben der Schule fungieren. Die befragten Jugendlichen in der Studie betonten, dass man selbst beim Lernen mit YouTube-Videos oft nicht alles versteht und dadurch der Unterricht besonders geschätzt wird, wo man direkt nachfragen kann.

Auch Daniel Jung ist der festen Ansicht, dass so viele Schüler YouTube-Videos sehen, sei nicht zu Lasten der Lehrer auszulegen. Die Videos werden als Zusatzhilfe ins Boot geholt und ersetzen keinen Schulunterricht. Vielmehr möchte er Schullehrer*innen dazu ermuntern, selbst einmal Erklärvideos aufzunehmen, denn davon würden beide Seiten profitieren - Schüler und Lehrer.

Schlussfolgerungen aus der Studie

Professor Dr. Eckart Liebau, Vorsitzender Rat für Kulturelle Bildung, sieht als wichtigsten Schluss aus den Ergebnissen der Studie: "YouTube ist ein weiteres, wichtiges Lern- und Bildungsmedium, was die Bildungslandschaft im Ganzen berührt und verändert." Das kann auch den Unterricht, die Übungsformen und das Lernen verändern, wenn das Medium bewusst eingesetzt wird. Das schafft mehr Platz für individuelle Fragen, Reflexion und Genuss und Muße für die Schüler*innen, so der Pädagoge.