Eine Frau hält ein Telefon in der Hand, auf dem eine unbekannte Nummer anruft (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Vorsicht, Telefonabzocke

So gerissen ist die neue Betrugsmasche

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Eine neue Telefon-Betrugsmasche macht die Runde. Mit einer Band-Ansage versuchen Betrüger, an Geld zu kommen. Was es damit auf sich hat, lesen Sie hier.

"Hier ist die Federal Police." Wenn Sie diesen Satz am Telefon hören, sollten Sie am besten gleich auflegen. Denn mit dieser Einleitung versuchen Betrüger, an Ihr Geld zu kommen. Wird man Opfer des Betrugsanrufes, hört man zuerst eine Band-Ansage. Wenig später kann es sein, dass man tausende Euro ärmer ist. Inzwischen gibt es deutschlandweit Polizeimeldungen dazu.

Wie funktioniert die Masche?

Anfangs gab es die Ansagen nur auf Englisch, inzwischen gibt es sie auch auf Deutsch: "Hier ist die Polizei, Ihre Ausweisdaten wurden bei Verbrechen verwendet. Drücken Sie die 1, um mit einem Officer verbunden zu werden." Drückt man die 1, dann kann es sein, dass man auf eine andere, teure Telefonleitung umgeleitet wird. In jedem Fall aber hat man es danach mit einem angeblichen Polizisten oder Polizistin zu tun. Und die werden alles versuchen, um an Ihr Geld zu kommen.

Es wird behauptet, Ihre Ausweisdaten seien bei Drogengeschäften verwendet worden und Ihnen drohten hohe Strafen. Alternativ wird behauptet, mit Ihren Ausweisdaten seien Bankkonten eröffnet worden, die für Geldwäsche verwendet würden.

Was wird gefordert?

Es wird also eine Drucksituation erzeugt, in der suggeriert wird, man komme aus der Situation nur heraus, indem die Ansagen von der angeblichen Federal Police, Europol oder vom vermeintlichen BKA befolgt werden. Gefordert wird dann zum Beispiel, dass man das Geld einem Boten übergibt, der es abholt. Es kann aber auch sein, dass gefordert wird, man solle bestimmte Apps auf dem Telefon installieren. Oder man soll in der nächsten Drogerie Guthabenkarten für den Playstore von Google kaufen. Die Betrüger brauchen dann nur die Zahlencodes von den Karten und machen diese dann im Ausland mit Hilfe von Händlern oder vielleicht auch von App-Entwicklern zu Geld.

Lohnt sich das für die Betrüger?

Wenn nur jeder Zehnte auf die Masche hereinfällt, lohnt sie sich schon. Mitte März ist zum Beispiel eine 35-jährige Frau aus Rheinhessen darauf hereingefallen. Sie hat eine halbe Million Euro verloren. Auf Telefonbetrüger fallen also nicht mehr nur die Alten rein, sondern auch 20- bis 40-Jährige. Die Betrüger sind teilweise auch sehr hartnäckig. So bekommen Betroffene teils seit März immer wieder Anrufe. Die Anrufsperre hilft in dem Fall nicht, weil die Anrufer immer eine andere Telefonnummer verwenden.

Fliegen die Täter oder Hintermänner auf?

Die Täter fliegen nur dann auf, wenn solche Anrufe gemeldet werden. Allerdings wird in der Statistik der Polizeibehörden Telefonbetrug nicht gesondert erfasst. Stattdessen gilt er als "Versuchter Betrug". In dem Fall ermittelt dann das Kommissariat im jeweiligen Polizeipräsidium.
Im besten Fall gibt es dort Fachleute, die sich auf Call-Center-Kriminalität spezialisiert haben. Große Erfolge gibt es jedoch selten.

2020 hat man in Izmir, Türkei, Hintermänner einer türkisch-libanesischen Bande gefasst. Dabei wurden Vermögen im Wert von über 100 Millionen Euro beschlagnahmt. Allerdings läuft der Prozess noch - der nächste Prozesstag in Izmir ist Ende dieses Monats angesetzt.

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