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Alte Dinge verschenken liegt voll im Trend. Beim sogenannten "Share & Care" sortiert man Dinge aus, die man nicht mehr braucht und stellt sie auf die Straße mit einem kleinen Zettel dran: Zu verschenken.

Spielsachen zu verschenken (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Share and Care - Spielsachen zu verschenken Picture Alliance

Häufig in der Kiste

Zu finden ist vor allen Geschirr, wie Porzellanteller, Schnapsgläser oder Töpfe in allen Formen und Größen. Mit etwas Glück sind auch noch alte Gläser mit Goldrand aus den 50ern dabei. Aber auch Bücher und Kinderspielzeug findet man oft in einer Kiste am Straßenrand.

Wo?

Share & Care gibt es in fast allen Städten - ob in Berlin, Hamburg, aber auch in Koblenz oder Worms. Das könne auch schon mal mehr als eine Kiste sein, so SWR1 Redakteurin Sabine Hub. Sie weiß aus ihrem Bekanntenkreis: "In Heidelberg hat eine Anwohnerin sogar dauerhaft einen kompletten Tapeziertisch mit Sachen auf die Straße gestellt. Der heißt da auch einfach 'Der Geschenketisch'".

Was darf man und was wird geduldet?

Viele Menschen befürworten Share und Care. Die Städte sehen das aber kritisch, weil manche Menschen die Aktion dafür nutzen, ihren Sperrmüll unangemeldet auf die Straße zu stellen. Das ist schlicht verboten.

Wenn im eigenen Hauseingang so eine Geschenkekiste steht, sollte das der Vermieter wissen und erlauben. Denn bei diesem Abstellort handelt es sich um ein privates Grundstück. Der Gehweg hingegen ist öffentlicher Grund und da ist das nicht erlaubt, sagt Thomas Strack, Abfallberater des Mainzer Entsorgungsbetriebs: "Wenn einfach einer alles auf den Bürgersteig stellt, und dann am besten noch Dinge, die kein Mensch will, ist das eine Ordnungswidrigkeit." Und dafür kann es auch ein Bußgeld geben.

Wenn beispielsweise aber zwei Teddys am Straßenrand lehnen, drückt die Stadt natürlich ein Auge zu. Dann freut sich darüber vielleicht das nächste Kind darüber. Die Sachen müssen aber so liegen, dass niemand darüber fallen und sich verletzen kann. Und wenn niemand die Sachen will, muss der Besitzer sie nach ein bis zwei Tagen auch wieder reinholen und nicht einfach liegen lassen, so ein Sprecher der Stadt Mainz.

Virtuelle Variante

Wer etwas zu verschenken hat, muss die Gegenstände auch nicht zwingend in eine Kiste packen und vor die Haustür stellen. In sozialen Netzwerken können Teller & Co auch in regionalen "Share & Care"-Gruppen angeboten werden.

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