STAND
AUTOR/IN

Nur noch ein paar Tage, dann sind sechs Wochen Sommerferien wieder vorbei. Der bevorstehende Unterrichtsbeginn dürfte bei mehr Schülern eine gewisse Vorfreude hervorrufen.

Schließlich waren viele über die wochenlangen Schulschließungen und mit dem anschließenden Wechsel aus Präsenz- und Fernunterricht ziemlich unglücklich.

Schulstart in Zeiten von Corona (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

Letzterer ist in Rheinland-Pfalz vorbei – zumindest vorerst. Ab Montag, 17. August, wird es in Rheinland-Pfalz wieder regulären Präsenzunterricht geben. Das heißt: alle Schüler müssen laut Bildungsministerium am Montag wieder in der Schule sein.

Auflagen für Schüler

Doch ganz so normal wie zu Vor-Corona-Zeiten wird es in der kommenden Woche nicht losgehen. Denn weiterhin gibt es Auflagen. So müssen die Schüler nicht nur in Schulbussen und -bahnen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, auch in der Schule müssen sie die Maske tragen – bis der Platz im Klassenzimmer erreicht ist. Der Unterricht selbst wird maskenfrei bleiben. Weiterhin gelten die Hygienemaßnahmen – und auch das Abstandsgebot ist in Schulen nicht aufgehoben. Wo immer möglich, soll ausreichend Abstand gehalten werden.

Auflagen für Lehrer

Änderungen gibt es auch für Lehrer, die älter als 60 Jahre sind oder Vorerkrankungen haben. Anders als vor den Ferien müssen Lehrer, die sich zu einer Risikogruppe zählen und sich vom Präsenzunterricht befreien lassen wollen, ein ärztliches Attest vorweisen. Das, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums, sei aber keine Krankschreibung. Heißt: vom Präsenzunterricht befreite Lehrer müssen weiterhin arbeiten. Als Beispiel nannte der Ministeriumssprecher, dass diese Lehrer auf digitalem Wege Schüler, die ebenfalls nicht zur Schule gehen können, unterrichten können.

Dass Lehrer jetzt ein Attest vorlegen müssen, trifft auch bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf Zustimmung. Schließlich müssten andere Berufsgruppen auch arbeiten gehen. Mit der rheinland-pfälzischen Regelung könne man ganz gut umgehen, so die GEW im Gespräch mit dem SWR.

Sorgen der Eltern

Vor den Ferien hatte der Landeselternbeirat (LEB) per Umfrage festgestellt, dass sich drei Viertel der teilnehmenden Eltern für einen regulären Schulunterricht ausgesprochen haben. Doch seit Tagen meldet das Robert Koch-Institut steigende bestätigte Corona-Infektionen – und natürlich nimmt auch in Rheinland-Pfalz die Zahl zu. Dies registriert auch der LEB. Nach eigenen Angaben bekommt er vermehrt Rückmeldungen von Eltern, die sich Sorgen machen. Der LEB geht aber davon aus, dass die nächste Woche regulär laufen wird. Dies sei allein schon deswegen notwendig, weil die Schulanfänger eingeschult werden und die neuen Fünftklässler ihre Lehrer kennenlernen müssten. Was die zweite Woche bringe, werde man sehen, so der LEB.

Das sagt die Landesregierung

Die Landesregierung sieht derzeit keinen Grund, von der als Szenario 1 bezeichneten Schulöffnung abzurücken. Dies würde erst geschehen, wenn sich das Infektionsgeschehen deutlich ändern sollte. Wenn beispielsweise in einem Kreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert und deswegen generelle Abstandsgebote verhängt würden, könne es zu einem Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht oder einem generellen Fernunterricht kommen. Tritt in einer Schule ein Corona-Fall auf, ist es laut Bildungsministerium denkbar, nur eine Klasse oder die Klassen eines Stockwerks oder eines Gebäudes in Quarantäne zu schicken. Dies werde vom Einzelfall abhängen, sagte der Ministeriumssprecher dem SWR.

Bundesärztekammer-Präsident zum Schulstart "Wir sind es den Kindern schuldig"

Am 17. August beginnt in Rheinland-Pfalz die Schule. Wegen Corona ist der Betrieb mit etlichen Hygienemaßnahmen verbunden. Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt erklärt im SWR1-Interview, warum ein Regelbetrieb seiner Ansicht nach trotzdem notwendig ist.  mehr...

STAND
AUTOR/IN