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Man sieht einen Garten aus Steinen. In der Mitte sitzt ein Igel aus Stein und es ragt eine Pflanze aus den Steinen heraus.

"Schotterwüsten" in der Kritik Werden Steingärten bald verboten?

Wo einst saftiges Grün den Vorgarten zierte, sieht man heute immer häufiger Grautöne. Steingärten sind modern - und umstritten. Naturschützer fordern seit längerem ein Verbot der Steinwüsten. In NRW und Bremen könnte das bald Wirklichkeit werden. Wir haben nachgefragt, ob ein Verbot auch in Mainz denkbar ist.

Praktisch und scheinbar pflegeleicht

Die Intention vieler Gartenbesitzer hinter den "Schotterwüsten" ist klar. Neben dem modernen Look ist die Tatsache, dass derartige Flächen zunächst nur wenig Pflege benötigen, unstrittig. So wird beim Anlegen dieser Flächen der Untergrund mit Folien oder Vlies entsprechend vorbereitet und gibt Unkraut kaum noch eine Chance.

"Gärten des Grauens"

2:24 min

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Umstrittener Trend

Schottergärten auf dem Vormarsch

SWR aktuell Rheinland-Pfalz

Immer häufiger finden sich in Vorgärten Schotterwüsten statt Stauden und Büschen. Gartenexperten können über den Trend nur den Kopf schütteln.

"Das Problem von vielen aktuellen Steingärten ist: Sie enthalten wenig oder gar keine Pflanzen. Häufig werden zudem Neophyten gepflanzt, die sich außerhalb des Gartens ausbreiten und die heimischen Pflanzen verdrängen und hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung bieten", schreibt der NABU auf seiner Internetseite.

"Das Stadtklima verändert sich sehr negativ. Pflanzen sind wie eine Klimaanlage in Städten und Gemeinden," sagt Tatjana Schneckenburger vom BUND Rheinland-Pfalz im SWR-Interview. Außerdem könne in diesen Gärten das Wasser nicht mehr gut abfließen, weil Beton oder Folie unter den Schottergärten ausgelegt sei.

Flächendeckende Verbote

Sowohl in Bremen, als auch in Nordrhein-Westfalen werden Steingärten kontrovers diskutiert. In Heilbronn in Baden-Württemberg sind sie in Neubaugebieten bereits verboten. Es geht neben dem Naturschutz auch um den Vorwurf der Bevormundung, wenn Gemeinden die Anlage von Steingärten verbieten. Vorreiter für mehr Grün ist die Stadt Xanten im Kreis Wesel. Dort ist die Versiegelung von Vorgartenflächen inzwischen per Bebauungsplan verboten. Bürgermeister Thomas Görtz (CDU) bezeichnete die Reaktionen auf das Verbot in einem WDR-Interview als überwiegend positiv. In Köln wird ein Förderprogramm zur Begrünung von Fassaden und Vorgärten gut angenommen, so die Stadt. Per Gesetz möchte Bremen die "Steinwüsten" ganz abschaffen. Die Bürgerschaft der Stadt wird Mitte Mai ein so genanntes "Begrünungsgesetz" verabschieden.

Überlegungen in Mainz

In Mainz gibt es bislang noch keine Regelung zu den Steingärten. Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) strebt kein Verbot an, möchte dem Trend aber entgegenwirken und eine Änderung oder Ergänzung in der Grünsatzung der Stadt bewirken. Darin heißt es unter anderem, dass Vorgartenflächen mit Ausnahme von Zufahrten, Zugängen und Pkw-Stellplätzen "im ganzen gärtnerisch anzulegen" sind. Doch fallen darunter auch Steingärten? "Nein", sagt Eder, "mein Vorschlag lautet, Steingärten in der Satzung nicht als Gärten zu klassifizieren." Wer beim Hausbau auf Rasen, Bäume und Sträucher verzichten will, könnte dann auch in Mainz Schwierigkeiten bekommen.


Insektensterben

Naturgärten bieten Lebensraum für Insekten

SWR1 HörerInnen diskutieren bei Facebook

In einem SWR1 Facebook-Post steht die Mehrheit der Kommentatoren Steingärten eher kritisch gegenüber. Petra Merges schreibt dort: "Steingärten sind nur hässlich und haben null Erholungswert!" Die Nutzerin "Feuser Tinchen" ist anderer Meinung: "Wieso soll mir jemand vorschreiben dürfen, wie ich meinen Garten zu gestalten habe? Wem es gefällt, der soll sich Steine vors Haus legen ..."