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Schmuggel von Glasaalen aufgedeckt "Das ist ein sehr lukratives Geschäft"

Warum versucht jemand mehrere Kilo Glasaale - also lebende Fische - von Europa nach Asien zu schmuggeln? Fragen an Dr. Peter Breckling, Generalsekretär des Deutschen Fischereiverbandes in Hamburg.

Was macht diese Aale eigentlich so wertvoll, dass man versucht, sie zu schmuggeln?

Dr. Peter Breckling, Generalsekretär Deutscher Fischereiverband

Dr. Peter Breckling, Generalsekretär Deutscher Fischereiverband

Aus 3.000 Glasaalen können sie 600 bis 700 Kilo Konsumaal machen. Sie wissen was ein Kilo Aal kostet? 30 bis 40 Euro pro Kilo. Dann kommen sie auf über 10.000 Euro, die sie aus diesen 3.000 Glasaalen machen können.

Das klingt wie ein weltweit gutes Geschäft. Warum werden diese Geschäfte mit Aalen gerade in Asien gemacht?

Sie brauchen Wasser, Fischfutter und Personal. Dann müssen sie das Abwasser loswerden. Es ist einfach ein billiger Standort für solche Produktionen.

Viele werden den Begriff Glasaal vorher noch nie gehört haben. Was sind das genau für Tiere? Jetzt mal abgesehen davon, dass sie erst sehr klein sind und dann auf ein sehr großes Format gemästet werden können.

Ein kleiner Glasaal ist ein Jungfisch, der in der Karibik aus dem Ei geschlüpft ist und schon den ganzen Atlantik überquert hat. Es gibt keine Möglichkeit ihn künstlich nachzuzüchten. Deswegen ist die natürliche Versorgung der einzige Weg, um überhaupt zu konsumfähigen Aalen zu kommen. Die Aale werden dann in Frankreich, Spanien und Portugal gefangen und dort zu Speiseaalen herangezogen. Das läuft auch hier in Europa legal – also völlig zulässig. Verboten ist der Export aber nach Asien. Das ist also ein sehr lukratives Geschäft hier alle illegalen Möglichkeiten zu nutzen, um diese kleinen Glasaale nach Asien zu transportieren.

Und wenn diese kleinen Aale heute bei Heidesheim im Rhein ausgesetzt werden, haben die da überhaupt eine Chance irgendwie ein normales Aal-Leben zu führen?

Ja, natürlich. Sie treffen dort auf Artgenossen, mit denen sie leben können und sie haben gute Nahrungsbedingungen. Wenn sie dann erwachsen sind und zur Vermehrung in die Karibik wandern wollen, dann müssen sie natürlich den ganzen Rhein runterschwimmen. Da müssen sie aufpassen, dass sie nicht in ein Wasserkraftwerk kommen. Und sie müssen es schaffen, die holländische Fischerei zu überwinden – dann haben sie freie Bahn in Richtung Nordsee.

Das sind ja unglaubliche Strecken.

Ja, das sind unglaubliche Strecken und die sind auch ziemlich lange unterwegs. Das ist also eine ganz große Leistung von diesen Tieren, die mit Recht die Aale zu etwas ganz Besonderem macht.

Hochinteressante Erkenntnis über Glasaale, von denen Tausend, bei einem versuchten Schmuggel in Frankfurt, entdeckt wurden.