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Gemeine Feuerwanze

Rot-schwarze Kannibalen Hochsaison für Feuerwanzen

Wer in diesen Tagen den Garten auf Vordermann bringt, kommt fast zwangsläufig mit ihnen in Kontakt. Mit kleinen, oft im Rudel auftretenden Insekten: den Feuerwanzen.


Bei vielen lösen die kleinen Krabbler, ebenso wie die ungeliebten Stinkwanzen sofort große Ekelgefühle aus, weiß SWR1 Gartenexperte Hans-Willi Konrad. Feuerwanzen werden zwischen acht und zwanzig Millimeter groß und treten oft in Scharen auf. Der Gartenexperte betont jedoch, dass die schwarz-rot gemusterten Insekten vollkommen harmlos sind.

Frühling ist Paarungszeit

Die steigenden Temperaturen im April und Mai lösen bei der Feuerwanze den Fortpflanzungstrieb aus. Der Paarungsritus selbst kann sich dabei über Stunden hinziehen. Ein Weibchen legt danach bis zu einhundert befruchtete Eier an einer geschützten Stelle ab. Aus den Eiern schlüpfen die so genannten Nymphen, die sich durch mehrere Larvenstadien zur Wanze entwickeln und je nach Geschlecht und Art früher oder später sogar fliegen können.

Überall zu Hause

Ebenso wie die Feldwanze ist auch die "Gemeine Feuerwanze" (Pyrrhocoris apterus) relativ weit verbreitet. In den gemäßigten Zonen Mittel- und Südeuropas kommt das Tierchen genauso vor, wie in Nord- und Mittelamerika. Erwähnenswert sind symbiotische Wanzenkolonien in Afrika. dort leben zum Beispiel die Feuerwanze und einige Raubwanzenarten in einer Kolonie zusammen.

Pheromon-Spezialisten

Feuerwanzen sind Kommunikationsexperten. Der Informationsaustausch erfolgt dabei über Duftstoffe, so genannte Pheromone. Diese werden über die Stinkdrüsen versprüht und "informieren" die Artgenossen. Dabei können die Krabbler zum Beispiel zwischen "Gefahr" oder "Nahrung" unterscheiden, unterschiedliche Pheromone versprühen und unterschiedliche Reaktionen auslösen.

Pflanzenfressende Kannibalen

Feuerwanzen ernähren sich hauptsächlich den Säften von Baumsamen. Dabei bevorzugen viele Arten Linden und Malven. Je nach Art saugen die Krabbler die Früchte direkt am Baum oder die reifen Samen auf dem Boden aus. Wird die Nahrung zu knapp, stehen bei anderen Arten zur Not auch Insekten oder Artgenossen auf dem Speiseplan.

Hartnäckiger Mitbewohner

SWR1 Gartenexperte Hans-Willi Konrad kennt das Problem, die Feuerwanze loswerden zu wollen. Er plädiert dafür, mit den Tierchen zu leben: "Da gibt es andere Tierchen, die sind viel schlimmer. Die Feuerwanze ist und bleibt harmlos!" Deshalb gilt es, so Konrad, den Ekel zu überwinden und friedlich mit den rot-schwarzen Krabbeltieren zu leben.