Queen Elizabeth gestorben (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Zum Tod von Queen Elisabeth

Ein Leben für den britischen Thron

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Steffi Radke

Ein Leben für die Monarchie - seit 96 Jahren, 70 davon auf dem britischen Thron. Weltweit regierte niemand länger als Queen Elisabeth II. 73 Jahre lang an ihrer Seite: Ihr 2021 verstorbener Ehemann Prinz Philipp. Ihr Halt und ihre Stütze, ihr wichtigster Berater, wie sie immer wieder betonte. Am 8. September 2022 ist die englische Königin gestorben.

Elisabeth, die Standhafte. Elisabeth, die Disziplinierte, die Fleißige, die Humorvolle, die Sportliche, die Tierliebe, die Unnahbare. Unzählige Markenzeichen begleiteten die zähe Monarchin. Wer war diese Frau, die vierfache Mutter, achtfache Groß- und zehnfache Urgroßmutter, die sich bereits als Kind schwor, ihr Leben lang dem englischen Volk zu dienen?

Getauft im Buckingham Palace

Geboren am 21. April 1926 in Mayfair, London, in der Residenz ihrer Großeltern, waren sie es auch, die sich um die kleine Elisabeth und ihre vier Jahre jüngere Schwester Margret liebevoll kümmerten. Elisabeth, von ihrer Verwandtschaft "Lilibet" genannt, wurde im Musikzimmer des Buckingham Palastes getauft und zählte bereits in jungen Jahren weltweit zu den meistfotografierten Kindern, ähnlich wie Shirley Temple in den USA, vermarktet von der eigenen Mutter.

Queen Mum,  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, ANP)
Prinzessin Elisabeh (Mitte) mit Prinzessin Margaret und ihrer Mutter, Queen Mum ANP

Eine Schule hat die heutige Königin nie besucht, einen entsprechenden Abschluss nie gemacht. Unterrichtet wurden sie und ihre Schwester vom Vater, von französischen und belgischen Gouvernanten. Für den Religionsunterricht war der Erzbischof von Canterbury zuständig. Anders als die belgischen und holländischen Königskinder, durfte "her royal highness Princess Elisabeth" mit normalen Kindern so gut wie nie in Kontakt treten, außer mit einer eigens gegründeten Pfadfindergruppe mit Angestellten-Kindern des Hofstaates. "Dann werde ich halt mal Königin" soll die streng reglementierte Elisabeth bereits mit zehn Jahren gesagt haben.

Keine Gefühle in der Öffentlichkeit

Früh wurde ihr verboten, in der Öffentlichkeit Gefühle zu zeigen. War sie beim spielen mal hingefallen, wurde sie darauf gedrillt - wenn überhaupt - zuhause zu weinen. Von klein auf waren es die Tiere, allen voran die geliebten Corgi-Hunde und Pferde, die Elisabeth und ihrer Schwester manch menschlichen Kontakt ersetzten. Bis ins hohe Alter entspannte die betagte alte Dame Elisabeth II. am liebsten hoch zu Ross. Und auch ihre Leidenschaft fürs Autofahren behielt die Monarchin lange bei. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sie bei der Armee eine Ausbildung als LKW-Fahrerin und Automechanikerin absolviert.

Queen Elisabeth II. - 1994 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Tim Ockenden| PA Photos Limited / Press Association)
Die Queen galt, auch ohne Führerschein, als leidenschaftliche Autofahrerin und hatte im Zweiten Weltkrieg sogar eine Lehre als Mechanikerin absolviert. Tim Ockenden| PA Photos Limited / Press Association

Elisabeth und ihre Rituale

Jeden Morgen wurde sie von Dudelsackspielern geweckt. Dann gab es Cornflakes aus der Tupperdose, kombiniert mit einem Blick in Reitsportmagazine und dem lösen von Kreuzworträtseln. Die Queen liebte Earl Grey Tea und Toastbrot ohne Kanten, Polizeiserien und Krimis. Sie war Fussballfan - vorzugsweise vom FC Arsenal London - und mochte immer Wanderungen. Sie galt hinter der öffentlichen Bühne als unglaublich humorvoll, konnte alle Premierminister parodieren und wurde von ihrem Mann liebevoll "sausage" genannt, weil sie so gerne Würstchen grillte. Wenn sie zu Nicht-Coronazeiten mit einem Kopftuch bedeckt in einem Supermarkt einkaufen ging und Briten zu ihr sagten: "Sie sehen ja aus wie die englische Königin", antwortete diese grinsend: "Das ist ja beruhigend."

Ihr Leben in Bildern

Queen Elizabeth II (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
1947: Am 20. November heiratet Elizabeth Alexandra Mary den fünf Jahre älteren Prinz Philip von Griechenland in der Westminster Abbey. Ein Jahr später bringt sie Sohn Charles, zwei Jahre darauf Tochter Anne zur Welt. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
1953: Nach der Thronbesteigung am 6. Februar 1952 vergehen nochmal 16 Monate bis zur ihrer Krönung am 2. Juni 1953. Bei der Zeremonie in der Westminster Abbey waren rund 8.000 Gäste anwesend und sie wurde erstmals im Fernsehen übertragen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
1955: Im Verlauf ihrer Herrschaft absolvierte Elizabeth über 100 Staatsbesuche und rund 180 Reisen in die Commonwealth Realms. Damit gilt sie als das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der Geschichte. Hier sieht man Queen Elizabeth II. mit den Britischen Commonwealth Premierministern im Buckingham Palace in London. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
1960: Die Queen mit Prinz Philip und den Kindern Charles, Anne und dem kürzlich geborenen Andrew. Übrigens hat die Königin schon immer eine große Leidenschaft für eine bestimmte Hunderasse: "Corgis" heißen diese niedlichen Hunde, die hier um die Familie streifen. Zu ihrem 18.Geburtstag (1944) bekam die Queen ihren ersten Corgie namens Susan. Bis heute hatte sie über 30 solcher Hunde. Beim Züchten erfand sie sogar eine neue Rasse, eine Mischung aus Corgi und Dackel: den Dorgi. imago stock&people Bild in Detailansicht öffnen
1978: Queen Elizabeth II. mit ihrem Ehemann Prinz Philip beim Staatsbesuch in Deutschland. Auch damals schon zeigte sie sich eingehüllt in knalligem Pink - dies hat sich bis heute nicht geändert, denn man sieht die Queen bei jedem Anlass in einem neuen, farbenfrohen Kostüm inklusive dem passenden Hut. Ein Jahr zuvor begann ihr silbernes Thronjubiläum. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
1993: Die britische Königin Elizabeth II. mit ihrem ältesten Sohn Prinz Charles. Vater ihrer zwei Enkel, Prinz William und Prinz Harry. Bei der Vertretung der Königin in der Öffentlichkeit spielt der Prinz eine zentrale Rolle. Seit 2007 ist Charles der am längsten amtierende direkte Thronfolger in der Geschichte der britischen Monarchie. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
1997: Die britische Königin Elizabeth an ihrem Geburtstag in London. Sie feierte gemeinsam mit ihrer Familie, unter anderem mit ihren Enkeln Prinz William und Prinz Harry sowie ihrem Sohn Charles, und weiteren Mitgliedern des britischen Königshauses. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
2002: Die Königin feiert ihr 50-jähriges Thronjubiläum. Stichtag ist der 06. Februar 2002, an dem sich der Todestag ihres Vaters King George VI. zum 50. Mal jährt und die Thronfolge auf die Monarchin überging. Hier sieht man sie drei Jahre später, als sie mit Prinz Philip in London war. Ihr Winken ist bis heute einzigartig. imago stock&people Bild in Detailansicht öffnen
2005: Übrigens war sie während ihrer Herrschaft nur zweimal nicht bei der Eröffnung des britischen Parlaments: 1959 und 1963. Außerdem begründete sie zu dieser Zeit neue Gewohnheiten: Sie wollte nicht nur Behördenvertreter und Würdenträger auf ihren Reisen treffen, sondern unternahm 1969 in Österreich und dann während einer Reise durch Australien erstmals königliche Rundgänge, bei denen sie auf "gewöhnliche Leute" zuging, um mit ihnen Gespräche zu führen. imago stock&people Bild in Detailansicht öffnen
2007: Königin Elizabeth II. und Prinz Philip mit ihren vier Kindern Prinz Charles, Prinz Andrew, Prinzessin Anne and Prinz Edward, im Clarence House in London anlässlich der Diamantenen Hochzeit. Tim Graham Bild in Detailansicht öffnen
2011: Queen Elizabeth II. mit Prinz Philip in Brisbane, Australien. Auch hier wieder in einem ihrer farbenfrohen Kostüme mit passendem Hut, mit denen die Königin immer wieder für eine Überraschung sorgt. Ihr Ehemann hat seine royalen Pflichten bereits vor drei Jahren niedergelegt. Er begleitete die Queen bis zu seinem Tod 2021 nur noch zu ausgewählten Veranstaltungen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
2017: Seit dem 6. Februar 2017 befindet sich die Queen im saphirnen Thronjubiläum. 65 Jahre sind vergangen, seit sie den Thron bestieg. Ihre Herrschaftsdauer ist inzwischen die längste aller britischen Monarchen und sie ist außerdem die dienstälteste Monarchin der Welt. Übrigens ist sie die einzige Person im Vereinigten Königreich, die ohne Lizenz Autofahren darf, was sie immer sehr gerne getan hat. UK OUT Bild in Detailansicht öffnen
2018: Ihre Enkel William und Harry übernehmen gemeinsam mir ihren Ehefrauen Catherine und Meghan immer mehr Aufgaben für die britische Monarchin. Anfang 2020 gaben Harry und Meghan den Rücktritt als ‚Hauptmitglieder‘ der Royal Family bekannt, um finanziell unabhängig zu werden. Dieser Austritt kursierte im Internet mit dem Titel "Megxit", angelehnt an den Brexit. Harry zufolge werden sie trotz allem weiterhin Ihre Königliche Hoheit die Queen unterstützen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
2020: Mit ihrem Ehemann Prinz Philip muss sich die Queen wegen des Corona-Virus auf Schloss Windsor zurückziehen. Wegen ihres hohen Alters gehören die beiden zur Risikogruppe. Trotz Rückzug appellierte die Queen aber an ihr Volk, Mut zu bewahren. "Wir werden wieder mit unseren Freunden, unseren Familien zusammen sein. Wir werden uns wiedersehen." Auch in ihrer Osterbotschaft war die Pandemie Thema - ein Zeichen, wie ernst sie die Bedrohung für ihr Land nimmt. via www.imago-images.de Bild in Detailansicht öffnen
Queen Elizabeth II. Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie 15 weiteren, Oberhaut des 53 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations sowie weltliches Oberhaupt der Staatskirche Englands zeigte sich bis zuletzt in bunten Outfits. Sie starb am 8. September im Alter von 96 Jahren. ard-foto s2-intern/extern Pool / i-Images via www.imago-images.de Bild in Detailansicht öffnen

Die Großmutter als Vorbild und ein Interview mit Folgen

Enkel Harry hatte seine Großmutter immer wieder als "cool" bezeichnet und seinem Bruder William, dem britischen Thronfolger, galt sie in ihrer unterschütterlichen Stabilität als großes Vorbild. Williams Ehefrau Kate hatte gerade in ihrer Anfangszeit am englischen Hof, wie sie selbst einmal sagte, durch die englische Königin viel Unterstützung erfahren. Dass dies bei Harrys Frau Meghan entweder deutlich weniger war, oder weniger "gefruchtet" hatte, lässt sich nach dem umstrittenen TV-Interview zu den Ursachen ihrer "Flucht" in die USA, nur erahnen.

Queen als Wachsfigur (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Dennis Van Tine/Geisler-Fotoexpress)
Die Royals als Wachsfiguren bei Madame Tussauds: Queen Elisabeth II. zusammen mit ihren Enklen Prinz Harry und Prinz William und dessen Frau. Dennis Van Tine/Geisler-Fotoexpress

Besonders die Rassismusvorwürfe, die Meghan in jenem Interview gegen das Königshaus erhob, bezeichnete die Queen im Nachhinein als besorgniserregend und äußerte den Wunsch, dieses Thema innerhalb der Familie klären zu wollen. Auch Prinz Philipp soll noch im Krankenhaus von dem Interview seines Enkels und dessen Frau erfahren haben und es, laut Aussagen eines Freundes, als "Wahnsinn" bezeichnet haben. Niemals hätte er es gutgeheißen, dass ein Mitglied des Königshauses öffentlich über Emotionen spricht.

Die Queen und ihre Gefühle

Harrys neues Leben in den USA wiederum, soll sein Großvater verstanden und gutgeheißen haben. Dass sich Queen Elisabeth im Rahmen einer öffentlichen Erklärung nach dem TV-Interview von Harry und Meghan als "traurig" bezeichnete, das ganze Ausmaß zu erfahren, wie herausfordernd die vergangenen Jahre für Harry und Meghan gewesen sein müssen, gleicht einer kleinen emotional-verbalen "Revolution". Gefühle in der Öffentlichkeit zu äussern, war eigentlich ein "No go" für ein Mitglied des Königshauses. Das schien sich jetzt zu ändern.

Ich kann mich noch genau erinnern, wie sich seinerzeit in London und weltweit Menschen nach Dianas Unfalltod wünschten, die Queen möge doch endlich ihr Beileid bekunden. Elisabeth II. "schaffte" es erst nach Tagen Diana öffentlich zu würdigen und damit die Monarchie - die nach Ansicht vieler Beobachter damals auf der Kippe stand - zu retten und neu zu stabilisieren. Inzwischen aber, nach sieben Jahrzehnten langer Regentschaft, spürte die Queen ganz offensichtlich, dass die Zeit reif war für emotionale Äußerungen in der Öffentlichkeit. Auch um das, durch manchen Skandal, angekratzte Image der britischen Monarchie erneut aufzufrischen und zu heilen.

Elisabeth: Die Unerschütterliche

Dass Prinz Charles frühzeitig seine Mutter Queen Elisabeth um den englischen Thron beerben könnte, wurde zwar immer mal wieder gemutmaßt, aber genauso schnell auch wieder verworfen. Kein Wunder, wenn man Queen Elisabeth agieren sah. Offenbar war sie bis auf die letzten Monate ihres Lebens gesund und tough, trotz des Todes ihres Mannes, wie ihre Kinder sagen "unerschütterlich". Während der Corona-Pandemie hatte sie sich nicht nur mit Philipp zurückgezogen (lange waren sie nicht mehr eine so lange Zeit am Stück, fernab der Öffentlichkeit, zusammen), sondern sich auch per Twitter und in Videoschalten geäussert - und dabei offensichtlich Spaß gehabt. Die Bereitschaft der englischen Königin, auch im hohen Alter dazuzulernen, schien unermüdlich und ihr Humor half ihr immer dabei, genau wie ihr Ehemann Philipp.

Elisabeth und Philip (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Sven Simon)
1977: Queen Elisabeth und Ehemann Prinz Philip anlässlich eines Deutschlandbesuches auf der Terasse der Villa Hammerschmitt. Sven Simon

Philipp: Der Fels in der Brandung

Er war stets ihr Fels in der Brandung, einer der wenigen, der ihr "ganz normal" auch mal "den Marsch blasen" konnte. Wenn seine Lisbeth zum Beispiel einst beim Autofahren in den schottischen Highlands sagte: "Philipp, fahr nicht so schnell", antworte der Prinzgemahl: "Sei still, sonst läufst Du!" Wer würde das sonst wagen, so mit einer englischen Königin zu reden? Der Queen tat Philipps oft auch derbe, sehr eigenwillige Art von Humor gut. Wenn man jahrzehntelang als Ehemann stets verpflichtet war, mehrere Schritte hinter der Königin zu laufen und ihr noch nicht einmal die Autotür aufhalten durfte, übersteht man das wahrscheinlich auch nur mit Humor und ganz viel Liebe.

Die Königin, ihre Sparsamkeit und bunten Kostüme

Apropos Autofahren. Einen Führerschein hatte Queen Elisabeth nie besessen (und liebte es trotzdem am Steuer des Land Rovers zu sitzen) - und Bargeld oder eine Kreditkarte erst recht nicht. Queen Elisabeth II. galt als sehr sparsam. Sie sollte oft abends die Letzte gewesen sein, die im Buckingham Palace das Licht ausmachte.

Königliches Arbeitsgerät: Die Handschuhe

Wie mir ihre Handschuhmacherin Genevieve James verriet, schickte die englische Königin sogar, nach längerem Gebrauch, löchrige Handschuhe zurück an die Designerin - zum Stopfen. Was die Auswahl der berühmten königlichen Handschuhe betrifft, so Mrs. James, sei Elisabeth II "pflegeleicht" gewesen. Tagsüber Baumwolle, meist weiß oder schwarz, abends Satin in beige oder schwarz. Circa 45.000 Hände schüttelte die englische Königin in Nicht-Pandemiezeiten im Jahr, bei Empfängen und Staatsbesuchen, bei Einweihungen und Gartenparties. Da wollten die Hände immer gut geschützt sein.

Die legendären bunten Kostüme, wählte Queen Elisabeth immer in enger Absprache mit Angela Kelly aus, der engsten Vertrauten, wenn es ums Äussere geht. Sie war auch nach Prinz Philipps Tod eine der wichtigsten und engsten Verbündeten der Queen.

Die Hüte der Queen

Königin Elizabeth II. trägt ein weißes Kostüm und einen pompösen, dazu passenden Hut (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Jens Kalaene/dpa)
Knallige Farben, ausgefallene Formen und immer perfekt abgestimmt auf ihr Outfit - das sind die Hüte von Königin Elizabeth II und ihr Markenzeichen. Hier ist sie bei einem ihrer Staatsbesuche in Deutschland in einer Farbkombination aus Weiß mit roten Highlights zu sehen (2015). Jens Kalaene/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Weiß-Rot trug sie auch bei einem Besuch in Kuwait 1979. Hier sieht man die Queen im Gespräch mit dem kuwaitischen Scheich Abdullah Jabir al Sabah (ganz links). PA Photos Bild in Detailansicht öffnen
Ihre exklusiven Kopfbedeckungen sind wahre Kunstwerke. Zarte Farbe, eleganter Look! Auch pfirsichfarbene Hüte kleiden die Queen hervorragend. empics Bild in Detailansicht öffnen
Inmitten von lauter Anzugträgern sticht Königin Elizabeth II. mit ihren Kleidungsstücken oft farbenfroh hervor. Hier sieht man sie nach einem Sonntagsgottesdienst im Februar 2019. dpa Bild in Detailansicht öffnen
Auch vor einem knalligen Orange schreckt Königin Elizabeth II. nicht zurück. Diesen experimentellen Hut trug sie im Juli 2003 bei einem Dankgottesdienst. PA Wigglesworth Bild in Detailansicht öffnen
Ohne Brille, dafür im farbstarken Fleece-Kostüm in Knallorange. So besuchte Königin Elizabeth II. im März 2019 das Science Museum in London. ZUMA Press Bild in Detailansicht öffnen
Wenn in Großbritannien das traditionsreiche Pferderennen Ascot stattfindet, herrscht auch Hut-Hoch-Saison. Auch Königin Elisabeth II. sucht dann nach besonderen Hüten. Dieses sonnengelbe Exemplar trug sie 2016. empics Bild in Detailansicht öffnen
Knallgelb trug sie auch im April 2019 beim Verteilen von Geschenken anlässlich des Royal Maindy Services. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Ziemlich verschmitzt so in Rosa! Kurz vor ihrem 91. Geburtstag im April 2017 zeigte sie sich mit dieser Hutkreation. AP Photo Bild in Detailansicht öffnen
Jede Abstufung der Farbpalette ist im Hut-Repertoire der Queen vorhanden. Diesen knallrosa Hut trug sie beim Ascot-Pferderennen 2012. David Davies/PA Wire Bild in Detailansicht öffnen
Manchmal passt die Hut-Verzierung zum Anlass. Bei ihrem Besuch des National Institute of Agricultural Botany im Juli 2019 ist auch an ihrem Hut ausgefallene Botanik zu bewundern. PA Wire Bild in Detailansicht öffnen
Nach pink kommt Beere - eine wunderschöne, satte Farbe, die Königin Elisabeth II. wirklich hervorragend kleidet. dpa Bild in Detailansicht öffnen
Von beerenfarbig geht es weiter zu Flieder! Diese perfekte Hut-Kostüm-Kombination trug Königin Elisabeth II. 2012 beim Ascot Pferderennen. Ob sie sich mit diesem Hut der Zylinderpflicht der Herren anpassen wollte? ZUMA Press Bild in Detailansicht öffnen
Die verschiedenen Hutmacher der Majestät achten übrigens immer darauf, dass die Hüte praktisch und bequem sind. Knallige Farben sind erlaubt, aber zu groß darf der Hut nicht sein. Die Königin soll schließlich gesehen werden. dpa Bild in Detailansicht öffnen
Perfekt gestylt! Der Hut passt zum Mantel und selbst der Regenschirm ist farblich aufs Outfit abgestimmt. PA Photos Bild in Detailansicht öffnen
Hinter manchem Hut mag sich auch eine geheime Botschaft verstecken. Bei der "Ansprache der Königin", mit der traditionell die Sitzungsperiode des Parlaments eröffnet wird, trug die Queen 2017 diesen blauen Hut, der an die europäische Flagge erinnert. Eine Aussage gegen den Brexit? Nur ein Jahr zuvor war sie mit Krone erschienen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Kornblumenblauer Blazer, perfekt dazu abgestimmter Hut - und haben Sie bemerkt, dass sogar die Brosche genau zum Outfit passt? empics Bild in Detailansicht öffnen
In diesem edlen Outfit besichtigte Königin Elisabeth II. 2015 die Paulskirche und den Römer in Frankfurt. Die Pfauenfeder am Hut ist der perfekte Hingucker! Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen
Wahrhaft königlich gekleidet! Die weiße Spitze findet sich auf dem Kostüm und auf dem Hut wieder. Im zarten Blau zeigte sich die Queen 2012 bei einem Besuch in Nordirland. empics Bild in Detailansicht öffnen
Blautöne stehen der Queen wirklich gut und die Rottöne an Hut, Blazer und Rock sind ein hinreißender Kontrast. empics Bild in Detailansicht öffnen
2012 besuchte die Queen mit diesem mintgrünen, federleichten Prachtstück die Rennbahn Ascot. Tim Ireland/PA Wire Bild in Detailansicht öffnen
Und auch Limettengrün sieht an der Queen einfach fabelhaft aus. Photoshot Bild in Detailansicht öffnen
Pro Jahr braucht Königin Elizabeth II. rund 70 neue Hüte. Dieses gold-grüne Exemplar trug sie 2012 während eines Nordirland-Besuchs. empics Bild in Detailansicht öffnen
Aber es muss nicht immer ein Hut sein. Zum Reiten oder auch bei diesem Besuch der Royal Windsor Horse Show im Mai 2019 bevorzugt Königin Elizabeth II. ein seidenes Kopftuch. PA Wire Bild in Detailansicht öffnen
Die Hutsammlung der Queen umfasst angeblich rund 5.000 Expemplare. Kein Wunder, denn über die Jahre haben sich natürlich zahlreiche Unikate angesammelt. Und auch diese Aufnahme aus dem Jahr 1927 zeigt: Elizabeth II. hat schon immer besondere Kopfbedeckungen getragen. ZUMA Press Bild in Detailansicht öffnen

Die Aufsehen erregenden Kostüme, oft hergestellt vom deutschen Hofschneider Karl-Ludwig Rehse, sollten in Vor-Coronazeiten vor allem auch dafür sorgen, dass die Bodyguards der Queen ihre "Chefin" im Menschengewühl schnell erkennen. Der jahrzentelange Hofschneider Rehse erfuhr oft erst im Fernsehen, "ob sich Königin Elisabeth für eines meiner Modelle entschieden hat. Wenn es so ist, bin ich überglücklich", wie er mir vor Jahren in seinem Atelier, einer kleinen Gartenlaube am Rande Londons, erzählte.

Die Kostüme sollten vor allem bei den Reisen passend zur Landesfarbe ausgewählt sein. Zum Beispiel das berühmte grüne Kostüm, das die englischen Königin bei einem Irland-Besuch trug, war auch von Rhese geschneidert.

Die Handtasche als Code

Da waren noch die berühmten Handtaschen der Queen, mit ihrer ganz besonderen Funktion, als Stilmittel und als "Code" für ihre Adjutanten.

  • Ließ "her majesty" bei gemeinsamen Unternehmungen ihre Handtasche lässig am Arm baumeln, sollte das heißen: "Mir ist langweilig" und man möge etwas dagegen unternehmen.
  • Schwenkte sie die Tasche dagegen von einem Arm zum anderen, war das Zeichen: "wir sollten uns sofort in Bewegung setzen."
  • Stand die königliche Handtasche erstmal auf dem Tisch, signalisierte das Alarmstufe rot und stand für: "Sorgt dafür, dass ich sofort gehen kann".
Queen Elisabeth und Prinz Philip in Slovenien 2008 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, epa/Str)
2008: Queen Elisabeth II. und Ehemann Prinz Philip besuchen Slowenien epa/Str

Was befand sich im Innenleben der Handtaschen der Queen?

Das war einerseits kaum anders als bei "Otto-Normalfrau": Kugelschreiber, Lesebrille, Schminkschatulle, Fotos und eine Digitalkamera - einst ein Weihnachtsgeschenk ihres Enkels William. Was aber nie in einer Handtasche der Queen zu finden war: Bargeld, Schlüssel oder Pass. Den brauchte eine englische Königin auch bei ihren Reisen nie. Ihr Humor allerdings half ihr auch unterwegs.

Der legendäre Humor

Zum Schluss deshalb eine wunderbare Anekdote einer königlichen Reise nach Papua Neu Guinea. Ein hochrangiger Gastgeber soll bei einem Empfang seinen Cocktail in Anwesenheit der Queen vor lauter Verlegenheit mit einem Bleistift umgerührt haben. Woraufhin das königliche Oberhaupt humorvoll zu ihm meinte: "Unter uns können Sie das ja machen. In gehobener Gesellschaft würde ich es lassen." Es lebe der königliche Humor.

Queen Elisabeth 2005 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, epa Gerry Penny)
2005: Die Queen besucht eine Pferdeschau in Windsor. epa Gerry Penny

Viele Briten, und nicht nur sie, machten sich Sorgen, inwieweit die englische Königin den schweren Verlust ihres Mannes Prinz Philipp verkraften würde. Fest stand, dass sie nach dem Tod ihres Ehemannes nur in Begleitung eines Familienmitgliedes Termine wahrnahm.

"Sie ist beeindruckend und denkt jetzt vor allem an andere", hat ihre Schwiegertochter Sophie gesagt, die eine der ersten war, die die Queen nach der Todesnachricht besuchen durfte. Und das klang typisch Queen Elisabeth - ein Leben für den englischen Thron. Auch in schweren Zeiten.

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Steffi Radke