40 Jahre Audio-CD

Wolf Maahn: "Es war Stress!"

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SWR1

Die Audio-CD wird in diesem Sommer 40 Jahre alt. Dass eine kleine silberne Plastikscheibe die Musikwelt derart verändert würde, hätte 1982 kaum einer für möglich gehalten.

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Wir haben mit dem Rockmusiker Wolf Maahn ("Rosen im Asphalt") gesprochen, woran er sich aus den Kindertagen der CD erinnert.

SWR1: Knistern und Knacken waren passé,1982 ging die CD in Serie. Wie war das eigentlich genau für Musikerinnen und Musiker?

Wolf Maahn: Ehrlich gesagt, das war auf jeden Fall Stress. Meine Plattenfirma EMI war ganz scharf drauf, viele CDs zu verkaufen. Auf einmal musste alles digital gemastert werden. Ich war gerade in London und wir haben alles auf einer Senkelmaschine, also auf einem normalen Tonband, gemastert - und jetz mussten alles nochmal neu digital gemastert werden.

SWR1: Sie haben ja auch schon vor der CD als Produzent gearbeitet. In den 80ern sind viele plötzlich ganz kritisch geworden, was guten Sound und Klang angeht. Wie ging erging es ihnen damit?

Maahn: Ich fand diesen Aspekt überbetont. Ich weiß noch, der Marketingchef von ihrem EMI hat mich ins Büro eingeladen und meinte: Hier ist eine Produktion aus Spanien und alles ist digital. Und ich habe es mir angehört und dachte: Der einzige Unterschied ist, es rauscht nicht. Ich vermisste das Rauschen geradezu. Das Verstärkerrauschen und Bandrauschen ist für mich so wie Lagerfeuer.

SWR1: Das ist natürlich auch eine Stilfrage. Sie sind auch nie so eine typische "80s-Nummer" gewesen, sondern waren eher in der deutschen Rock- und Liedermacherszene unterwegs. Da passt ein bisschen Rauschen und Knistern vielleicht auch hin, oder?

Maahn: Ja, auf jeden Fall. Ich finde, Musik muss natürlich rüberkommen. Wenn wir live spielen, dann brummt es auch schon mal. Aber die Dollarzeichen waren ganz groß in den Pupillen der Musikmanager - und man hat ja auch einen wahnsinnigen Reibach mit der CD gemacht. Alle Alben wurden noch mal neu auf CD veröffentlicht. Und die Leute dachten, sie müssten das jetzt alle noch mal kaufen.

Das Gespräch führte Dörte Tebben.

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