Eine Küchenschabe krabbelt über einen Boden in einem Haus (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)

Unangenehme Untermieter

So wird man Küchenschaben los

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Sie hat sechs Beine, ist flink, lichtscheu und kann leider in der besten Familie vorkommen: die Küchenschabe, auch Kakerlake genannt. So schaffen Sie sich den lästigen Besuch wieder vom Hals.

Es gibt Tausende von Schabenarten, aber die häufigsten Hausgäste in Deutschland sind die Gemeine Küchenschabe, die Deutsche Schabe und die Amerikanische Großschabe. Ins Haus gelangen sie vor allem übers Reisegepäck und in Großverpackungen wie Bananenkisten oder Paletten. Auch in gebrauchten Elektrogeräten können sie sich versteckt halten.

Hat man Schaben im Haus, sollte man diese auf jeden Fall bekämpfen. Sie können Allergien und Asthma auslösen, warnt das Umweltbundesamt. Im schlimmsten Fall übertragen sie auch Krankheiten. Befürchtet man einen Befall, kann man wie folgt vorgehen:

1. Sicherstellen: Sind Schaben im Haus?

Es gibt verschiedene Zeichen, die auf einen Schabenbefall hinweisen. Schabenkot sieht aus wie schwarzer Staub oder Kaffeepulver - findet man den im Haus, sollte man aktiv werden. Transparente Hautreste oder ein unangenehmer Gestank weisen genauso auf Befall hin wie Fressspuren an Verpackungen oder Lebensmitteln.

Ist man sich nicht sicher, ob man es mit Schaben zu tun hat, kann man zuerst Klebefallen auslegen. Bei Bedarf können gefangene Tiere dann von Fachleuten bestimmt werden, rät das Umweltbundesamt. So ist die Küchenschabe zum Beispiel leicht mit der Waldschabe zu verwechseln, die harmlos ist und im Haus kaum überleben kann.

2. Nahrung unzugänglich machen

Um der Schabe die Nahrungsgrundlage zu entziehen, sollten im Haus keinerlei Lebensmittel frei zugänglich sein. Das bezieht sich auch auf Essensreste, Krümel, den Mülleimer oder Fettreste im Backofen. Essen, das in Papiertüten lagert - zum Beispiel Mehl und Zucker - sollte in feste Behälter umgefüllt werden, da Schaben sich durch Papier fressen können.

Ist es ausreichend feucht, kann die Schabe allerdings rund einen Monat hungern, heißt es vom Umweltbundesamt. Gegen Durst ist sie hingegen weniger gefeit - Sie sollten deshalb auch jeglichen Zugang zu Wasser unterbinden. Entfernen Sie Vasen, Näpfe, Untersetzer und sogar das Kondenswasser an Fenstern, rät der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Eine Kakerlake isst von einem Marmeladenbrot, das auf einem Teller liegt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Befürchtet man Küchenschaben im Haus, müssen sofort alle Essensreste beseitigt werden. Picture Alliance

3. Verstecke aufspüren

Nun ist Detektivarbeit gefragt: Wo sind die Verstecke der Schaben? Die Insekten mögen grundsätzlich Orte, die warm und feucht sind, an denen sie ungestört sind und wo es viel zu essen gibt. Im Haus sind Küche und Badezimmer besonders gefährdet. Man findet die Schaben zum Beispiel in Küchenschränken, hinter dem Kühlschrank oder in anderen elektrischen Küchengeräten. Checken sollten Sie ebenso Schubladen und Führungsschienen in Schränken.

Auch Zwischenräume sind bevorzugte Verstecke. Dazu gehören zum Beispiel die Lücke zwischen Sofa und Wand oder Kleiderschrank und Wand. Die Schaben verkriechen sich hinter Bildern, Spiegeln, Wandverkleidungen, defekten Fliesen und unter losen Dielen.

Die Tiere können in winzige Spalten und Ritzen in Böden und Wänden krabbeln. Stellen Sie also sicher, dass Fugen, Löcher, Spalten und Ritzen verschlossen werden. Auch in Steckdosen und Leitungen machen sie es sich gemütlich.

4. Bekämpfungsmittel nutzen

Der Handel bietet im Wesentlichen drei Mittel für die Schabenbekämpfung an: Sprays, Gele und Klebefallen. Sprays werden großzügig in den betroffenen Räumen versprüht. Sie können bei leichterem Befall hilfreich sein. Allerdings können die Sprays auch für Menschen schädlich werden. Enthaltene Biozide lagern sich beispielsweise in Polstermöbeln und Teppichen ab, warnt das Umweltbundesamt. Sprays mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" beinhalten keine giftigen Wirkstoffe und können eine Alternative sein.

Bei den Gels handelt es sich um Fraßgiftköder. Sie werden in Fallen deponiert oder auf Stellen aufgetragen, die von den Kakerlaken frequentiert werden. Man kann sich dabei an Kotspuren orientieren. Die Schaben werden von den Lockstoffen im Gel angezogen, fressen es und sterben. Schaben sind Kannibalen. Fressen andere Schaben ihren vergifteten Artgenossen, werden sie dadurch auch getötet.

Ein einmaliger Einsatz von Sprays oder Gelen reicht im Normalfall nicht aus. Eine Wiederholung über mehrere Wochen ist notwendig. Glaubt man, das Schabenproblem beseitigt zu haben, kann man zur Kontrolle wieder Klebefallen auslegen. Als alleiniges Bekämpfungsmittel eignen sich Klebefallen jedoch nicht, da lediglich Schaben getötet werden, die über die Falle laufen und dort hängen bleiben. Auch Hausmittel wie Borsäure-Zuckergemische können bei stärkerem Befall nichts ausrichten.

5. Experten rufen

Laut Umweltbundesamt wird das Ausmaß des Befalls oft unterschätzt, da die Schaben sich versteckt halten und bevorzugt im Dunkeln aktiv sind. Laut Nabu sollte sich jeder an diese Faustregel halten: Trifft man die Schaben auch tagsüber an, muss der Profi her. Denn das ist zum Beispiel ein Zeichen dafür, dass in den Verstecken nicht mehr alle Schaben Platz finden.

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