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Pro Stunde werden in Deutschland rund zwei Millionen Einwegflaschen aus Plastik verbraucht. Und so wachsen unsere Plastik-Müllberge immer weiter. Doch eine Lösung ist in Sicht - und es gibt auch eine Alternative.

Beim Einkauf findet man immer häufiger Getränkeflaschen mit dem Hinweis "Aus 100 Prozent R-PET/Rezyklat". Was dieser Hinweis bedeutet, hat uns Alice Thiel-Sonnen aus der SWR Umweltredaktion erzählt.

Was ist "R-PET"?

"PET" ist der Kunststoff, aus dem die Plastik-Getränkeflaschen sind und das "R" steht für Rezyklat. Das soll also heißen: Um diese Flaschen herzustellen, wurde kein Neumaterial oder neuer Kunststoff verwendet, sondern man hat recyceltes PET genommen. Wenn alte Plastikflaschen zurückgegeben werden, dann werden sie geschreddert, gewaschen, behandelt und aufbereitet. Es entstehen kleine Plastikkrümel – das ist das Rezyklat. Daraus werden die neuen Plastikflaschen gemacht.

Was bedeutet dann "100 Prozent R-PET"?

Das heißt, es ist kein neuer Kunststoff. Rohstoffe wie Erdöl wurden somit gespart, genauso wie klimaschädigendes CO2. "100 % R-PET" ist etwas umweltfreundlicher, aber ist noch nicht die "heile Welt", denn auch die Herstellung der Plastikkrümel braucht Energie, Wasser und Chemikalien. Und es werden am Ende nicht weniger Einweg-Plastikflaschen produziert - damit bleibt auch das Müll-Problem bestehen. Kritik kommt auch von der Deutschen Umwelthilfe, denn nur wenige Marken arbeiten mit 100 Prozent Recycling-PET. Beim großen Rest an Einweg-Getränkeflaschen werden im Schnitt nur um die 30 Prozent Rezyklat eingesetzt.

Welche Alternativen zu Einweg-Plastikflaschen gibt es?

Die Alternative heißt "Mehrweg"-Flasche. Das Produkte wird nur einmal hergestellt, aber mehrmals benutzt und befüllt. Das spart Rohstoffe und Energie bei der Herstellung. Ob dann am Ende eine Glas- oder Plastik-Mehrwegflasche genutzt wird, hängt von den Transportwegen ab. Glas ist schwerer und sollte nicht allzu weit transportiert werden. Deshalb ist der Faktor "Regionalität" wichtig bei der Frage nach der Alternative.

Die regionale Mehrwegflasche aus Glas schlägt bei kurzen Transportwegen auch die Plastik-Einwegflasche. Das Problem in dem Marktsegment ist: Es gibt nur rund 200 Abfüller, die bundesweit vor allem Discounter beliefern. Dadurch fallen doppelt so viele Transport-Kilometer an als bei der Mehrwegflasche.

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