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Tipps für Mieter Fehler bei der Nebenkostenabrechnung

Der Deutsche Mieterbund schätzt, dass jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch ist. Das hat verschiedene Gründe. Worauf muss ich achten und wo finde ich Unterstützung für die Fehlersuche?

Falsche Abrechnungen gehen in vielen Fällen darauf zurück, dass sich Klein- oder Privatvermieter nicht ausreichend auskennen, erklärt Anwalt Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund. In manchen Fällen verrechnen sie sich zugunsten des Mieters. Egal ob Guthaben oder Nachzahlung: Sie sollten in jedem Fall Ihre Abrechnung überprüfen oder sich dabei helfen lassen.

Fehlersuche in der Abrechnung

Um Fehler aufzudecken, müssen Sie auch die Belege prüfen. Darauf hat der Mieter Anspruch und sollte dafür einen Termin mit seinem Vermieter vereinbaren. Erst nach der Prüfung kann man einen Nachzahlungsbetrag zurückbekommen.

Diese Punkte sollten Sie überprüfen

  • Instandhaltungs- und Verwaltungskosten muss immer der Vermieter tragen. Besonders Mieter von Eigentumswohnungen sollten das genauer überprüfen.
  • Vergleich mit der Vorjahresabrechnung: Welche Kosten sind besonders stark gestiegen?
  • Blick in den Mietvertrag: Nur die Betriebskosten dürfen umgelegt werden, die dort vereinbart sind.

Online-Agenturen helfen

Online finden sich zwei Möglichkeiten, die Ihnen bei der Überprüfung der Mietnebenkostenabrechnung helfen können: ein allgemeiner Onlinerechtsberater oder eine spezialisierte Agentur.

Diese Agenturen bieten Hilfe an
yourxpert
advokado
Mineko
MieterEngel

Am Besten informieren Sie sich vorab, wie andere Kunden das Portal bewertet haben. Außerdem sollten Sie die Zahlungsbedingungen gegenlesen. Wenn zum Beispiel nur Vorkasse angeboten wird, ist Skepsis angebracht, empfiehlt SWR-Wirtschaftsredakteurin Katha Jansen. Ein Festpreis ist grundsätzlich eine gute Variante. Für eine Nebenkostenprüfung ein ganz Abo abzuschließen, mache wenig Sinn.

Wie ist die Preisspanne?

Einfache Angebote starten bei etwa 30 Euro: Alles wird online abgewickelt. Sie müssen alles selbst hochladen, haben keinen Ansprechpartner und bekommt nur ein allgemeines Schreiben zurück. Andere Angebote können bis zu 100 Euro kosten. Hier sollten Sie gut überlegen, ob Sie für das Geld nicht lieber einen Juristen zu Rate ziehen.

Wie arbeiten Agenturen konkret?

In der Regel müssen die Unterlagen, aktueller Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung und Heizkostenabrechnung, online hochgeladen werden. Bei verschiedenen Anbietern lassen sich die Unterlagen auch Faxen, per Post oder per Mail schicken. Dann wird die Abrechnung von Rechtsanwälten geprüft, die für die Agenturen arbeiten.

Überprüft werden:

  • Formfehler: Der Vermieter hat die Abrechnung nicht innerhalb der gesetzlichen Frist rausgeschickt.
  • Rechenfehler: Zum Beispiel hat der Vermieter vielleicht vergessen, die komplette Abschlagszahlung, die ich jeden Monat geleistet habe, mit in diese Rechnung einzubeziehen oder die Betriebskosten mit einer falschen Zahl auf die Mieter umgelegt.

Die meisten Angebote der Agenturen umfassen ein Widerspruchsschreiben, das Sie nach der Prüfung zusammen mit einem Prüfbericht bekommen. Das können Sie an den Vermieter weiterleiten. Bei vielen Angeboten ist noch eine Mahnung im Preis inbegriffen. Das heißt, wenn der Vermieter nicht reagiert oder die Rechnung nicht umändern möchte, dann wird er von der Agentur dafür abgemahnt.