Vogelzählaktion "Stunde der Wintervögel 2023"

Martin Rümmler: "Den Haussperling erkennen schon Kinder"

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Der Haussperling war im letzten Jahr der meistgezählte Vogel bei der Zählaktion "Stunde der Wintervögel" des NABU. Wir haben uns zu Beginn der diesjährigen Zählung mit dem Vogelexperten Martin Rümmler unterhalten, woran das liegen kann.

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SWR1: Kann es sein, dass der Sperling nur deshalb im letzten Jahr Spitzenreiter war, weil viele gerade noch einen Sperling oder eine Amsel erkennen und sonst keine Vogelarten?

Martin Rümmler: Das kann durchaus ein. Der Haussperling ist der bekannteste Vogel im Garten und in der Stadt. Den erkennen oftmals schon Kinder und deshalb ist es durchaus möglich, dass das die Ergebnisse dahin bringt.

NABU-Vogelexperte Martin Rümmler (Foto: NABU/sevens+maltry-print)
NABU-Vogelexperte Martin Rümmler NABU/sevens+maltry-print

SWR1: Ist das für die Zählaktion des NABU ok?

Rümmler: Für die "Stunde der Wintervögel" ist das kein Problem, weil es uns nicht um die absoluten Zahlen der gemeldeten Vögel geht. Uns geht es eher darum, Tendenzen zu erkennen. Und die können wir natürlich nur dann erkennen, wenn wir Jahre miteinander vergleichen. Wir können auf 12 Jahre "Stunde der Wintervögel" zurückgreifen und entsprechend sehen, ob zum Beispiel der Haussperling in seinem Bestand ab- oder zunimmt oder gleich bleibt.

SWR1: Was sind ideale Voraussetzungen, wenn man mitzählen möchte?

Rümmler: Eine Grundvoraussetzung ist, dass ihre Zählung in einem Siedlungsbereich, einem Dorf oder in der Stadt und nicht etwa im Wald oder auf der Feldflur stattfindet. Das ist ganz wichtig. Ansonsten sind der Fantasie und der Motivation keine Grenzen gesetzt. Sie können im eigenen Garten, auf dem Balkon, am Küchenfenster, auf dem Friedhof oder im Stadtpark zählen – also überall im städtischen Bereich. Suchen Sie sich dort eine ruhige Stelle und zählen sie dann eine Stunde lang die Vögel.

SWR1: Wir haben im Moment milde Temperaturen. Wie reagieren die Vögel darauf?

Rümmler: die Vögel kennen das. Es passiert hin und wieder, dass es auch wärmer wird im Winter. Das ist kurzfristig betrachtet eigentlich nichts Ungewöhnliches. Die Vögel reagieren darauf, indem sie schon anfangen zu singen, was nicht ungewöhnlich ist. Das hatten wir auch schon in den vergangenen Jahren, dass Kohlmeisen oder Sperlinge jetzt singen oder tschilpen. Schwieriger wird es dann, wenn es längerfristig immer wärmer wird und wärmer bleibt. Dann haben gerade Zugvögel, die weit wegziehen und sich nicht so schnell anpassen können ein Problem.

Das Gespräch führte Frank Jenschar.

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