Das sagt der Knigge-Experte

So viel Trinkgeld sollten Sie geben

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In vielen Kulturen wird mit Trinkgeldgeben unterschiedlich umgegangen. Wie ist es bei uns? Nicht zu knauserig sein empfiehlt unser Experte, denn: sonst droht Selbstbedienung.

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Ist Trinkgeldgeben ein Zeichen von Wertschätzung oder auch eine Bewertung des Services? "Beides", sagt Knigge-Experte Clemens Graf von Hoyos. "Jemand, der mit seinen Service nicht zufrieden gewesen ist, wird wahrscheinlich auch knausrig werden. Wenn man also besonders großzügig ist mit dem Trinkgeld, handelt es sich auch um eine größere Wertschätzung."

Nicht nur aufs Geld kommt es an

Doch Trinkgeld ist nicht alles. Vor allem von Hotels der gehobenen Kategorie hörte Graf von Hoyos bereits, dass es Gäste gibt, die nie zufriedenzustellen sind und immer etwas auszusetzen haben. Dabei seien es auch gerade die kleinen Dinge, die einen guten Gast ausmachen. "Zurückhaltend und bescheiden sein und einfach mal mit einem Lächeln über den guten Service freuen", sagt er. Dabei dürfe bei den Angestellten natürlich auch mal was daneben gehen: "Wir sind doch alle Menschen, es gibt nichts peinliches, sondern nur menschliches".

Wieviel Trinkgeld es sein sollte

Während in den USA ein großzügiges Trinkgeld von 20% erwartet wird, ist Trinkgeldgeben in Japan verpönt. Dem Service Bargeld zu geben, wird dort als unhöflich empfunden.

"Fünf bis zehn Prozent" empfiehlt Clemens Graf von Hoyos als Trinkgeld in Mitteleuropa. Wobei er sich ganz gerne an den zehn Prozent orientiere. "Mit den zehn Prozent verschiebe ich das Komma man einfach nach links und schaue dann, ob das sich irgendwie günstig aufaddiert".

Nicht zu sparsam sein

Dabei gilt für den Knigge-Experten, dass trotz Inflation und gestiegener Preise gerade beim Trinkgeld nicht gespart werden sollte. Es gebe schon einen starke Fachkräftemangel in der Gastronomie, das Trinkgeld sei einer der Anreize dort zu arbeiten. Seine Befürchtung bei zu wenig Anerkennung: "Wenn wir jetzt auch noch auf das Trinkgeld verzichten, werden wir bald gar nicht mehr ins Restaurant gehen können, weil es niemanden gibt, die uns das Essen serviert." Er empfiehlt daher: Lieber einmal weniger Essen gehen, dafür stets angemessenes Trinkgeld geben.

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