Sängerin Sandra im SWR1 Interview

"Ich war nie ein Sexsymbol"

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Dave Jörg
Dave Jörg (Foto: S. Waldmannstetter) (Foto: SWR)

"Maria-Magdalena"-Sängerin Sandra ist gerade 60 geworden. Sie arbeitet jetzt an neuer Musik und hat im SWR1 Interview auch erzählt, warum sie lange kein Album aufnehmen konnte.

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SWR1: Sandra, Sie starten jetzt richtig durch. Sie arbeiten an neuer Musik, ein neues Album wird kommen. Da warten Fans schon ewig drauf. Wann kommt das? Und wie wird es klingen?

Sandra: Ja, also erst einmal muss ich sagen, die Bild-Zeitung war ein bisschen voreilig und hat geschrieben: Comeback. Davon habe ich nie gesprochen.

Ich habe auch meine Gründe, warum es seit fünf Jahren kein Album von mir gibt - das ist eigentlich schon zehn Jahre her. Ich war ziemlich krank und heute habe ich die Gelegenheit, mich mal zu outen. Im Oktober 2017 habe ich die Diagnose Brustkrebs bekommen. Mein Manager musste immer irgendwelche Ausreden finden - ich wollte es nicht sagen, weil ich meine Fans nicht beunruhigen wollte. Das Ganze ist jetzt fünf Jahre her. Nach drei Jahren war ich wieder fit. Wir hatten dann 40 Shows, und dann kam die Pandemie. Ich habe seit fünf Jahren eigentlich kaum etwas gemacht und war auch nicht fähig dazu.

Ich habe mich eingesperrt, weil ich Angst hatte, mich anzustecken

Im Moment ist der Grund, warum wir nicht weitermachen können, dass der Producer, den ich mir ausgesucht habe, sich nicht impfen lassen möchte. Da fahre ich natürlich nicht hin, weil ich fürchte, dass mein Immunsystem vielleicht noch nicht so ganz in Ordnung ist. Und ich habe mich auch die letzten zwei Jahre nur eingesperrt, weil ich Angst hatte, mich anzustecken. Ich bin aber dreimal geimpft. Mir geht es sehr gut. Ich habe alle sehr gut überstanden. Ich hoffe, dass es dieses Jahr endlich weitergeht.

SWR1: Also gibt es eine neue Platte dieses Jahr, oder wird es noch dauern?

Sandra: Dieses Jahr nicht. Zwei Jahre wird es schon noch dauern.

SWR1: Was wir hier in Rheinland-Pfalz toll finden: Sie wollen ja noch dieses Jahr, hieß es zumindest, mit unserem Landsmann aus Koblenz, Thomas Anders, auf Tour gehen - sogar in den USA...

Sandra: Ja natürlich, im August. Da freue ich mich wahnsinnig darauf. Eine große Tour in Amerika, und die machen wir zusammen.

SWR1: Das ist ja echt der Knaller. Jetzt stellt man sich sofort vor: Modern Talking meets Maria Magdalena. Ist das die Idee? Sie feiern die 80er zusammen?

Sandra: (lacht) Nein, nein. Ich habe sehr viele Shows mit Thomas in Russland und der Ukraine gehabt. Jede dritte Show hatte ich mit Thomas zusammen. Es hat sich jetzt so ergeben, dass das in Amerika genauso stattfindet.

SWR1: Sie kannten sich also schon länger. Haben Sie sich Mitte der 80er bei Formel 1 (TV-Musiksendung, Anm. d. Red.) Backstage kennengelernt und sind seitdem in Kontakt geblieben?

Sandra: Genau. Damals in den 80er Jahren gab es eine Europatournee mit Modern Talking, und da habe ich ihn kennengelernt. Damals war er noch mit Nora zusammen, solange kennen wir uns schon.

SWR1: Das ist wirklich sehr lange her. Wir erinnern uns an das Nora-Kettchen. Wenn man heute die Stichworte 80er, Ikonen, Frauen, Musik googelt, dann stehen da: Madonna, Kim Wild, Whitney Houston, Cyndi Lauper, Kylie, Nena und natürlich Sandra. Nicht, dass ich das hätte googeln müssen als Kind der Achtziger. Aber Sie sind eine Pop-Legende, eine Großen der 80er.

Sandra: Ja, das stimmt. Ich habe inzwischen 35 Millionen Schallplatten verkauft, war in 26 Ländern Nummer Eins. Und ich glaube, darauf kann ich ganz schön stolz sein.

SWR1: Haben Sie damals irgendwie versucht, eine Rolle, eine Haltung für sich zu finden? Viele junge Frauen haben zu Ihnen aufschaut als Vorbild und auch als Idol.

Sandra: Ja, ich war 22 und ich habe sehr viel gearbeitet an mir. Und ich habe gesagt, ich bleibe mir treu. Ich wollte niemals so werden wie Samantha Fox. Ich war genau das Gegenteil. Eher hochgeschlossen, aber dann mit Geschmack und guten Klamotten - Designerklamotten, das war immer mein Ding.

Ich war nie ein Sexsymbol

SWR1: Wo Sie das gerade sagen mit Samantha Fox und Sexsymbol - die Presse hat sich ein bisschen festgebissen bei Ihnen: "Die Maria Magdalena, die biblische Prostituierte..."

Sandra: Ich war nie ein Sexsymbol. Gott sei Dank.

SWR1: Aber haben Sie sich auf die Klischees und aufs Äußere reduziert gefühlt? Von Seiten der Presse meine ich.

Sandra: Nein, überhaupt nicht. Ich war ganz einfach so, wie ich war. Ich habe mich so gekleidet wie ich wollte, da wurde nie zu viel gezeigt. Und ich habe immer gesagt: Wenn es klappt, ist gut, wenn nicht, ist auch gut.

Das Gespräch führte Dave Jörg. Das ganze Interview mit Sandra können Sie im Audio anhören.

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