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SENDETERMIN Do, 30.5.2019 | 6:00 Uhr | SWR1

Reise wohin? Himmelfahrt in den Religionen

Wege in den Himmel gibt es viele: per Regenschirm hinauf in die Wolken wie beim fliegenden Robert aus dem „Struwwelpeter“. Oder auf dem Maikäfer zum Mond wie die träumenden Kinder Peter und Anneliese in „Peterchens Mondfahrt“. Aber natürlich ist der Himmel auch ein Symbol. Für einen Ort, der mit Zeit und Raum nichts mehr zu tun hat.

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Schlegel, Stefan

Die Vorstellungen von Himmelfahrt oder "in den Himmel kommen" haben eines gemeinsam: der Himmel als Bild für Ewigkeit, für einen Zustand, in dem das Leben seine Erfüllung findet.

Aufgefahren in den Himmel

Am vierzigsten Tag der Osterzeit feiern die Christen die Himmelfahrt Jesu. Da der erste Tag der Osterzeit eben der Ostersonntag ist, fällt Christi Himmelfahrt stets auf einen Donnerstag, dessen Datum schwankt mit dem Osterfest. Der frühestmögliche Termin ist der 30. April, der späteste ist der 3. Juni, da kommen wir also in diesem Jahr dicht dran.
Aber was wird da eigentlich gefeiert? Nach seinem Leiden und Sterben und nach der Auferstehung, findet Jesu leibliches Dasein mit der Himmelfahrt sein Ende: Gott nimmt ihn zu sich. Die Bibel sagt, er sitzt an Gottes rechter Seite, das ist der Platz des Ehrengastes oder des Thronfolgers. Übersetzt heißt das, dass Jesus denen voraus geht, die sich auf ihn verlassen. Und dass er schon in der Weise lebt, die die Gläubigen im Vertrauen erwarten. Kategorien wie oben und unten spielen da natürlich keine Rolle.
Aber selbstredend ist das Brauchtum, das sich um die Himmelfahrt Jesu entwickelt hat, handfester: In manchen Gegenden wird zum Beispiel eine Figur des Auferstandenen durch das Heiliggeistloch auf den Kirchenspeicher gezogen - ganz klar, er ist weg und doch da.

Himmelsreise des Propheten Mohammed

Auch im Islam gibt es die Überlieferung von einer Himmelsreise des Propheten Mohammed. Die Vorstellung ist, dass der Prophet die Reise auf einem Maultier namens Buraq angetreten hat. Dabei habe er von Mekka kommend in Jerusalem Station gemacht und sei von dort in den Himmel gefahren. Buraqs Hufabdruck ist noch heute im Felsendom auf dem Jerusalemer Tempelberg zu sehen. Im Himmel dann habe Mohammed Adam, Moses und Jesus getroffen.
Nach einer anderen Vorstellung ist Mohammed von der Kaaba in Mekka aus über eine Leiter in den Himmel gestiegen. Dort habe er Abraham getroffen. Der wiederum habe den Propheten beauftragt, seine Gemeinde zu guten Werken anzuhalten.

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Himmelsvorstellungen in den Religionen - Interview mit dem Religionswissenschaftler Prof. Perry Schmidt-Leukel

Ehl/Schmidt-Leukel

Raketen fliegen zum Himmel

1961 flog erstmals der russische Kosmonaut Juri Gagarin ins All. Er umrundete die Erde und landete sicher auf unserem Planeten. Die Sowjetpropaganda legte ihm damals den unsinnigen Satz in den Mund, dass er ins All geflogen, Gott dort aber nicht angetroffen habe. Sein Kosmonautenkollege Georgij Gretschko sagte dazu später: "Man braucht Gott nicht im Weltall zu suchen. Man muss nicht Gagarin zu Gott schicken - Gott muss man mit dem eigenen Herzen suchen." Und damit sind wir dem, was die Religionen mit Himmelsreise und Himmelfahrt sagen wollen, doch recht nahe.

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