Verbreitung durch Klimawandel

Wo gibt es Quallen im Sommerurlaub?

Stand
Autor/in
Sabine Stöhr
Moderator/in
Frank Jenschar
Frank Jenschar
Onlinefassung
SWR1

Im Sommerurlaub wollen viele vor allem eins: ab ans Meer! Vermehrt halten sich inzwischen aber Quallen an den Küsten auf, auch an der Nord- und Ostsee.

Sabine Stöhr aus der SWR Umweltredaktion hat sich die Lage an den Küsten angeschaut und gibt Tipps, wie mit einem Quallenstich umzugehen ist.

Audio herunterladen (2,6 MB | MP3)

Wird es einen "Quallensommer" an Nord- und Ostsee geben?

Gerade wenn wir in der Ostsee baden, kommen wir immer mal wieder in Kontakt mit Quallen. Das sind dann die harmloseren Rippen- oder Ohrenquallen. In der Nordsee leben vor allem die dunkelroten bis gelben Feuerquallen mit ihren unsichtbaren Tentakeln, die bis zu einem Meter lang sein können. Im Spätsommer, etwa ab Mitte Juli, werden auch sie dann in die Ostsee getrieben.

Aufgrund veränderter Wassertemperaturen gab es zuletzt allerdings schon Sommer, in denen Quallen auch schon deutlich früher und in deutlich größerer Menge als gewohnt aufgetreten sind. Diese Temperaturveränderungen hängen mit der Klimakrise zusammen. In der Forschung wird daran gearbeitet, Quallenaufkommen demnächst gut vorhersagen zu können. Im Moment geht man nicht davon aus, dass es in Norddeutschland einen auffälligen Quallensommer geben wird.

Wie ist die Quallenlage am Mittelmeer?

An der Küste Spaniens, vor allem an der Costa Brava sind die Quallen in diesem Jahr früher angekommen als sonst, und auch in größerer Zahl. Da ist also schon etwas los, was aber auch ins Bild passt. Denn grundsätzlich gibt es im Mittelmeer mittlerweile mehr Quallen als bisher und wir werden uns im Urlaub mit ihnen arrangieren müssen.

Die gute Nachricht: Die Quallen im Mittelmeer, wie das Sankt-Peters-Schifflein oder die Segelqualle sind weitgehend ungefährlich. Allerdings bekommen sie Zuwachs. Durch die Klimakrise weht der Wind mehr aus Ost und Süd-Ost und schleppt Quallen mit sich, die sich sonst weiter draußen aufhalten. Wie zum Beispiel eine Leuchtqualle, die inzwischen die meisten Stiche hier auslöst.

Audio herunterladen (3,7 MB | MP3)

Von einer Qualle gestochen – was jetzt?

Als Erstes gilt: Am besten gar nicht erst baden gehen, wenn es Quallen gibt, sondern sich damit begnügen, die Füße ins Wasser zu halten. Sonnencreme aufzutragen soll auch helfen und als eine Art Barriere funktionieren. In der Regel sind die Quallen zumindest am Mittelmeer nach ein paar Tagen auch schon wieder weg.

Wen es erwischt hat, zum Beispiel durch die langen Tentakel der Feuerqualle, sollte:

  • die betroffene Stelle mit Meerwasser spülen (nicht mit Leitungswasser!)
  • die Stelle dann schnell kühlen
  • Desinfektionsmittel auftragen, weil die Reizung praktisch eine offene Wunde ist
  • einen Arzt kontaktieren.

Tipp: Rettungsschwimmer an deutschen Küsten schwören außerdem auf Rasierschaum, den man am besten etwas eintrocknen lässt und dann abschabt.

Mehr zum Thema Quallen

Mehr Tipps für den Urlaub

Spannend für Unternehmen und Arbeitnehmer "Workation" – Wer darf Arbeiten, wo andere Urlaub machen?

"Workation" nennt sich das neue Arbeitsmodell und das wird auch bei uns immer beliebter. Aber wie genau funktioniert Workation und darf das jeder machen?

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Stand
Autor/in
Sabine Stöhr
Moderator/in
Frank Jenschar
Frank Jenschar
Onlinefassung
SWR1