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Daniel Isengard (Foto: SWR)

Verreisen, Kino, Konzerte – all das ist zurzeit nicht drin. Wie wäre es da mit einem neuen Hobby? Zum Beispiel eine neue Sprache lernen. Denn das geht mittlerweile online von zuhause aus - trotz Corona.

Das Sprachen-Lernen funktioniert je nach Lernplattform etwas unterschiedlich. Die meisten Programme gibt es als App für das Smartphone oder den PC. Manche kann man aber auch online über die Homepage direkt nutzen oder sich herunterladen.

Im Grunde funktioniert das Lernen dann ähnlich wie in der Schule. Es gibt Lektionen, in denen man Vokabeln und Grammatik lernt. Die meisten Lernprogramme sprechen die Wörter vor - so lernt man auch gleich die richtige Aussprache mit. Nun arbeitet man sich von Lektion zu Lektion weiter vor, meist gibt es eine Art spielerischen Anreiz, damit man auch dran bleibt.

Welche Plattformen gibt es?

Die Auswahl an Online-Sprachlern-Apps ist riesig. Die bekannteste ist wahrscheinlich "babbel". 14 Sprachen gibt es zur Auswahl, ein Kurs kostet unter zehn Euro im Monat. Je nachdem, für wie lange man ein Abo abschließt, wird der monatliche Beitrag günstiger. Die Lern-Plattform bietet Grammatikübungen und Vokabeltraining mit Spracherkennung, die die Aussprache korrigiert – ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Die Lektionen sind recht einfach, man hat schnell ein Erfolgserlebnis. Allerdings kommt man dadurch auch nur langsam voran.

Bei "Rosetta Stone" liegt der Fokus mehr auf der Alltagskommunikation. Darauf sind auch die Vokabeln ausgerichtet, die man hier beigebracht bekommt. "Rosetta Stone" ist etwas teurer als "babbel" – unter zehn Euro bleibt man nur mit dem Zwei-Jahres-Abo. Dafür ist die Auswahl an Sprachen größer - mehr als 20 stehen zur Auswahl.

Fremdsprachenlexika stehen in einem Regal (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

Die App "Mondly" bietet 41 Sprachen zur Auswahl. Neben Lese- und Hörverstehen, hat man die Möglichkeit, mit einem Chat-Bot Gespräche zu üben. Zudem gibt es die Möglichkeit, eine Virtual Reality-Brille anzuschließen und sich so in ein spanisches Restaurant setzen zu lassen oder in einem griechischen Hotel die neue Sprache auszuprobieren - eine schöne Spielerei. Die Premiumversion von "Mondly" kostet 10 Euro. Aber: es gibt kein Feedback, was richtig oder falsch gemacht wurde. Somit eignet sich das Programm vielleicht eher zum Einstieg oder als Zusatzangebot.

Lernpartner im Netzwerk finden

Wer gerne in Gruppen lernen möchte, für den könnte "Busuu" etwas sein. Die App setzt neben den Übungslektionen auf ein Netzwerk, bei dem man sich neben den Lektionen auch Lernpartner suchen kann, also mit anderen Nutzern zusammenschließen kann, um in Gesprächen zu üben. Zwölf Sprachen gibt es zur Auswahl.

Wer lieber Videoanleitungen oder Webinare mag, kann "Lingua TV" ausprobieren. Schauspieler stellen in Videos in ihrer Muttersprache Alltagssituationen nach. Hier gibt es nur fünf Sprachen zur Auswahl und mit mindestens 20 Euro pro Monat ist "Lingua TV" vergleichsweise teuer.

Wer noch nicht weiß, ob das Online-Sprachenlernen wirklich etwas für einen ist - kann die meisten Anbieter erst einmal kostenlos für eine kurze Zeit testen. Bei "babbel" ist zum Beispiel die erste Lektion kostenlos, bei "Rosetta Stone" sind es nur die ersten drei Tage.

Kostenlos ist nur "Duolingo"

Eine völlig kostenlose Lernapp ist "Duolingo". Das Projekt wurde mit dem Ziel erstellt, Bildung allen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Mit Muttersprache Deutsch sind drei Sprachen zur Auswahl: Englisch, Spanisch und Französisch. Damit das Angebot kostenlos bleibt, wird Werbung eingeblendet, damit die App finanziert werden kann.

Das Lernen funktioniert auch über Lektionen mit Vokabeln und Grammatik und Texte übersetzen. Das Ganze funktioniert spielerisch, fast an wie ein Mobile Game. Allerdings gibt es keine Spracherkennung und das Feedback ist nicht immer hilfreich.

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