Olympia-Attentat 1972

Klaus Dockhorn: "Ich muss das heute noch verarbeiten"

STAND

Vor 50 Jahren verübten palästinensische Terroristen ein Attentat bei den Olympischen Spielen in München. Der ehemalige DDR-Schwimmer Klaus Dockhorn hat das hautnah miterlebt.

Audio herunterladen (2,4 MB | MP3)

Dockhorn konnte einen der Attentäter damals von seinem Zimmerbalkon aus beobachten. "Wenn ich darüber heute noch rede, kriege ich sofort wieder Gänsehaut", erzählt er im SWR1 Interview. Er habe noch heute damit zu kämpfen.

"Ich kam mir vor als würde ich einem Krimi zuschauen"

So hat es der ehemalige Schwimmer damals wahrgenommen. "Das war so surreal. Es ist immer noch sehr sehr schwer darüber zu reden", so Dockhorn.

Jahre nach dem Attentat hatte er den Ort des Geschehens mit seiner Familie besucht. Es fiel ihm selbst dann, nach einiger Zeit, nicht leicht, seiner Familie von den Ereignissen zu erzählen. Auch 50 Jahre später habe er damit noch Probleme.

Da merkte ich dann zum ersten Mal, wie mir die Stimme wegging, als ich davon erzählte"

Wie reagierte das Olympische Dorf?

"Im Endeffekt war das ganze wie ein Knock-Out für mich und für die ganze Sportwelt. Wir waren alle wie gelähmt", berichtet Klaus Dockhorn. Im Olympischen Dorf habe man stets Neuigkeiten ausgetauscht.

Dockhorn selbst hatte zu dem Zeitpunkt bereits seine Wettkämpfe abgeschlossen. Er musste also nicht befürchten, seine Wettbewerbe nach jahrelanger Vorbereitung nicht durchführen zu können.

"Ich wünsche es auch keinem Sportler, dass sowas nochmal passiert", betont er zum Schluss. Er selbst denkt jedoch, dass man heute auf solche Ereignisse ganz anders vorbereitet sei.

Das Interview führte Michael Lueg.

Doku „Tod und Spiele – München `72“

Die Olympischen Spiele 1972 sollen Deutschland als junge, weltoffene Demokratie zeigen. Überschattet werden sie einem Anschlag auf die israelische Mannschaft. 50 Jahre später erzählt die vierteilige Dokuserie „Tod und Spiele – München `72" die Geschichte der „blutigen Spiele“.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR