Bitte warten...

Nach dem Absturz in Äthiopien Welche Fluglinien nutzen die Boeing 737 Max 8?

Nach dem erneuten Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien sind viele Fluggäste beunruhigt. In Deutschland herrscht derzeit ein Start- und Landeverbot für diesen Flugzeugtyp. Für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer geht Sicherheit vor, denn "solange Zweifel da sind, muss gehandelt werden". Deshalb veranlasste er, dass der deutsche Flugraum für diesen Flugzeugtyp bis auf Weiteres gesperrt bleibt. Auch die EU-Behörde EASA reagierte und sperrte den Luftraum für die Maschinen vom Typ Max 8 und Max 9. Und auch die USA lässt diese Flugzeuge nicht mehr fliegen.

Betroffene Fluglinien

Der Hersteller Boeing lieferte seit 2017 insgesamt 376 Exemplare (Stand Februar 2019) aus, darunter an die folgenden Fluglinien, die die 737 Max 8 aus aktuellem Anlass aber nicht einsetzen:

  • Norwegian (Norwegen)
  • Turkish Airlines (Türkei)
  • Icelandair (Island)
  • Smartwings (Tschechien)

Für die TUI-Gruppe hoben bis zum aktuellen Absturz 15 Maschinen des Flugzeugstyps nur in Großbritannien und den Benelux-Staaten ab. Aus aktuellem Anlass bleiben sie aber am Boden. In Deutschland sollte ab April die Boeing 737 Max 8 vom Flughafen Hannover starten. Andere deutsche Fluglinien haben keine Boeing 737 Max in ihrer Flotte. Der irische Billigflieger Ryanair hat mehr als 100 Maschinen bestellt.

Blick über den großen Teich

Besonders betroffen sind amerikanische und asiatische Airlines, die in ihren Flotten vorwiegend Flugzeuge von Boeing nutzen, darunter auch Maschinen vom Unglückstyp. Da aktuell immer mehr Länder den Betrieb der 737 Max verbieten, stellt dies die Airlines vor ein großes Problem. Während China, Indien und Australien die 737 Max aus dem Flugverkehr gezogen haben, sehen US-Behörden noch keinen Anlass dafür. Sie haben Boeing nur eine Frist bis Ende April gesetzt - bis dahin müssen alle Maschinen mit einem Update für die Steuerungssoftware des Flugzeugs ausgestattet werden. Für den Absturz in Indonesien im Oktober 2018 wird ein Softwarefehler verantwortlich gemacht, der selbstständig die Steuerung des Flugzeugs von den Piloten übernahm.

Für den amerikanischen Hersteller Boeing war bis zu den Abstürzen die 737 Max eine Gelddruckmaschine, denn dem Unternehmen lagen mehr als 5.000 Bestellungen vor. Sollten diese storniert werden, stehen Boeing schwierige Zeiten bevor. Die Börse zumindest hat schon reagiert – der Kurs ist seit dem Absturz in Äthiopien eingebrochen.

Aktuell bei SWR1 RP