Marian Gold im SWR1 Interview

Alphaville trifft auf Symphonieorchester

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AUTOR/IN
Steffi Stronczyk

Seit heute ist das neue Alphaville Album "Eternally Yours" auf dem Markt. Darauf zu hören sind ihre großen Hits wie "Forever Young" oder "Big in Japan" als große symphonische Orchester-Versionen.

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Eingespielt wurden die Songs zusammen mit dem Filmorchester Babelsberg. SWR1 Moderatorin Steffi Stronczyk hat mit Alphaville-Sänger Marian Gold über die Neuinterpretation seiner größten Hits gesprochen.

Alphaville (Foto: Foto: Alphaville Moonbase)
Foto: Alphaville Moonbase

SWR1: Sonst singen Sie ja gerne zu elektronischen Instrumenten, diesmal vor ganz großem Orchester. Wie fühlt sich das an?

Marian Gold: Es ist natürlich schon ein Unterschied, der sogar beträchtlich ist. Wenn man mit einer Band spielt, sind alle mehr oder weniger miteinander verwoben und reagieren. Wenn man mit einem Orchester auftritt, ist das mehr, als wenn man auf den Knopf von einer Spieluhr drückt. Und dann spult sich eben das Programm ab, weil für Improvisation ist einfach kein Platz.

Das ist es ist ein Flohzirkus, der einfach total organisiert werden muss, damit der damit er funktioniert.

Also es ist eine völlig andere Situation, als sagen wir mal, wenn man mit einer Rockband irgendetwas einspielt.

SWR1: Was macht Ihnen denn mehr Spaß?

Marian Gold: Man ist als Musiker oder als Künstler natürlich immer am Ergebnis interessiert. Und diese Idee mit einem Symphonieorchester Alphaville-Repertoire zu interpretieren, das schwebte schon lange, lange Zeit über unseren Köpfen. Weil es einfach irgendwo eine Nähe gab. Alphaville ist eine sehr melodieverliebte Band und da ist von Haus aus eine Nähe zu solchen symphonischen Klängen, weil so ein Synthesizer in sich schon so eine Art Orchester ist.

Alphaville (Foto: IMAGO, imago stock&people)
imago stock&people

SWR1: Also wenn es ein Aushängeschild weltweit gibt von Alphaville, dann ist es der Song "Forever Young". Das Lied ist ja im Prinzip schon fast so etwas wie ein Weltkulturerbe, oder?

Marian Gold: Ja, es ist tatsächlich so und ich habe nicht die geringste Erklärung dafür, wie wir das geschafft haben, diesen Song zu schreiben. Es war nicht die Absicht, einen Song zu schreiben, der das kann.

Wenn wir gewusst hätten, was wir da gerade schreiben, hätten wir es mit Sicherheit verbockt, aus lauter Nervösität.

SWR1: Jetzt gibt es aber auch viele Coverversionen von "Forever Young". Den Song gibt es als Schlager-Rap mit Karel Gott oder auch von Weltstars wie JAY-Z und Beyoncé. Was hat der Song jetzt von Ihnen mit Orchester, was er bisher nicht hatte?

Marian Gold: Also das muss man einfach hören. Das ist letztendlich das, was man eben nicht in Worte fassen kann und weshalb es Musik gibt. Wir haben jetzt nicht die Welt verändert. Aber wir haben dieser Variationsbreite eine neue Version hinzugefügt.

Das Interview führte SWR1 Moderatorin Steffi Stronczyk.

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