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Klimafreundlich essen Tomate oder Schnitzel - was schadet dem Klima mehr?

Jetzt im Winter ist das regionale Gemüse-Angebot etwas dünn. Zwar gibt es Tomaten und Gurken aus dem Ausland zu kaufen, doch wie klimafreundlich ist das? Könnte ein Schnitzel mit Pommes vielleicht sogar besser wegkommen?

Wie sinnvoll ist es aus Klimasicht im Winter Gurken und Tomaten zu kaufen?

Wie sinnvoll ist es aus Klimasicht im Winter Gurken und Tomaten zu kaufen?

So einfach lässt sich die Frage leider nicht beantworten. Es kommt drauf an, wie und wo die Tomaten gewachsen sind, sagt SWR-Umwelt-Expertin Alice Thiel-Sonnen.

Unbeheizt wachsen Tomaten in Deutschland nur von Juni bis Oktober. Im Moment haben sie keine Saison.

Somit seien Freiland- oder Folientunnel-Tomaten aus Spanien klimafreundlicher, als deutsche Tomaten aus dem beheizten Gewächshaus, selbst wenn man den weiteren Transport noch draufschlagen müsse, so die Expertin.

Sind Vegetarier doch nicht die besseren Klimaschützer?

Ein Schnitzel mit Pommes hat hingegen immer Saison. "Fleisch auf dem Teller ist generell das große Klimaproblem, weil die Produktion so aufwendig ist", sagt Thiel-Sonnen. Es müssten Pflanzen angebaut werden, um die Tiere damit zu füttern und überhaupt Fleisch produzieren zu können. Daraus resultierten sehr hohe Werte an klimaschädigendem Kohlenstoffdioxid (CO2).

Bei Rindern, die Wiederkäuer sind, käme hinzu, dass sie Methan rülpsen. Das sei noch viel klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid. Thiel-Sonnen rät daher eher zum Schweineschnitzel als zum Rindersteak. Obwohl Fleisch der Klimasünder schlechthin sei, müsse das im Winter nicht immer der Fall sein. "Ein Schnitzel vom regionalen Schwein, mit regionalem Futter gefüttert, hat eine bessere Klimabilanz, als der Tomatensalat mit deutschen Tomaten aus einem beheizten Gewächshaus", sagt Thiel-Sonnen.

Heimische Wintersalate haben die beste Bilanz

Werde der Salatteller hingegen mit heimischen Wintersalaten wie Endivie oder Feldsalat zubereitet, dann sei das Schnitzel mit Pommes voll abgeschlagen.
Wer ein bisschen darauf achtet, kann sich also klimafreundlicher ernähren. CO2-Klimabilanzen bei Lebensmitteln seien aber kompliziert, sagt die Umwelt-Expertin. Deshalb könne eine App helfen, den Mittagsteller mit den passenden klimafreundlicheren Zutaten zusammenzustellen.

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