Sexueller Missbrauch von Kindern

Mediziner Manfred Beutel zu "Kein Täter werden"

STAND

Sexueller Missbrauch ist nach wie vor ein Tabu in unserer Gesellschaft. Wir haben mit Mediziner Manfred Beutel über das Projekt "Kein Täter werden" gesprochen.

Audio herunterladen (4,9 MB | MP3)

Pädophilie bedeutet, dass man sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt. Seit dem Jahr 2015 gibt es das Präventionsprojekt "Kein Täter werden". Das hatte die Berliner Charite ins Leben gerufen und mittlerweile gibt es in ganz Deutschland ein Netzwerk von Kliniken, die mitmachen.

Unimedizin bietet auch Hilfe an

Die Universitätsmedizin in Mainz ist ebenfalls Teil des Kliniknetzwerks von "Kein Täter werden".

Mediziner Professor Manfred Beutel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Mediziner Professor Manfred Beutel Picture Alliance/Picture Alliance

Prof. Manfred Beutel ist Direktor der Psychosomatik an der Universitätsmedizin Mainz und Leiter des Projekts in Mainz. Er sagt:

  • Wer Hilfe braucht kann sich bei "Kein Täter werden" anonym und kostenlos beraten lassen.
  • Die Patienten in Mainz sind etwa zwischen 17 und 70 Jahren.
  • Die Beratung und Behandlung umfasst verschiedene Aspekte. Zunächst wird immer umfassend aufgeklärt - was bedeutet eigentlich Pädophilie und wann gilt die Neigung als Krankheit. Danach gibt es langfristige, begleitende Angebote - zum Beispiel in Gruppengesprächen mit anderen Menschen, die auch diese Neigung haben.
  • "Wir können sicher nicht jedem helfen, aber wir haben viele Patienten, die über lange Zeit sehr stabil bleiben, die es schaffen, den Konsum von Missbrauchsabbildungen aufzugeben, oder die es schaffen in gefährlichen Situationen kein Täter zu werden."

Das komplette Gespräch mit Professor Beutel können Sie in unserem Audio am Anfang der Seite anhören.

Das Interview führte Hanns Lohmann.

STAND
AUTOR/IN
SWR