Faktencheck Superfood Ingwer

Was kann die scharfe Knolle wirklich?

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AUTOR/IN
Sabine Schütze
Marcus Netscher
SWR1 Redakteur Marcus Netscher (Foto: SWR, privat - M.Netscher)

Der Herbst ist da und der Hals kratzt. Höchste Zeit die Wunderknolle zu bemühen. Leider kursiert vor allem im Internet viel Halb-Wissen über den Ingwer. Wir gehen einigen dieser Mythen auf den Grund.

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Frischer Ingwer ist der beste

Stimmt: Denn in frischem Ingwer sind viele Stoffe enthalten die eine Erkältung abwehren oder zumindest in Schach halten können. Verantwortlich sind dafür hauptsächlich die Scharfstoffe. Diese gelten als antiviral, entzündungshemmend und entfalten ihre Wirkung durch Erhitzen. Es gibt erste Studien, die zeigen, dass die Scharfstoffe in Ingwerpulver und getrocknetem Ingwer bessere entzündungshemmende Wirkungen haben als in frischem Ingwer. Der Grund ist auch hier das Erhitzen, das die Scharfstoffe verändert. Je feiner die Scheiben für den Ingwertee übrigens geschnitten sind, desto mehr von den ätherischen Ölen und Scharfstoffen der Knolle können sich lösen.

Tipp: Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Kochen Sie die Ingwerscheiben gleich im Wasser mit oder übergießen Sie die Ingwerscheiben zumindest mit sprudelnd kochendem Wasser und lassen Sie das Ganze dann etwa noch zehn Minuten ziehen. Damit der Aufguss nicht zu scharf schmeckt, können Sie einen Löffel Honig dazu geben.

Regionaler Ingwer ist umweltfreundlicher als importierter

Stimmt wahrscheinlich nicht: Ingwer braucht zum Wachsen ein relativ ausgewogenes, warm-feuchtes Klima und muss deshalb geschützt, also in Gewächshäusern in Deutschland angebaut werden, wie zum Beispiel auf der Insel Reichenau im Bodensee. Nur wenn der Ingwer bei uns ohne Heizung unter Folie gezogen wird, dürfte die Ökobilanz vergleichbar mit Import-Ingwer sein.

Tipp: Die Frische der Ingwerknolle erkennen Sie an der dünnen, pergamentartig-glänzenden hellbraunen Schale und einer festen Knolle, die sich nicht eindrücken lässt. Gelagert wird Ingwer am besten luftdicht verpackt im Gemüsefach im Kühlschrank, so bleiben die Aromen und Scharfstoffe länger erhalten.

Ingwer ist ein medizinisches Superfood

Stimmt: Bewiesen ist, dass Ingwer gegen Übelkeit hilft. Dass die Knolle auch gegen Viren, Bakterien und Entzündungen hilft, ist zwar in wissenschaftlichen Studien noch nicht abschließend nachgewiesen, aber es gibt erste Untersuchungen, die diese Wirkungen nahelegen. Außerdem nutzt die traditionelle asiatische Medizin Ingwer schon seit Jahrhunderten erfolgreich gerade hier. Und der wärmende Effekt der Ingwerschärfe unterstützt unser Immunsystem auf jeden Fall.

Tipp: Achten Sie beim Einkauf auf Bio-Qualität. In konventionellen Pflanzen, die meist aus China stammen, wurden zuletzt immer wieder hohe Rückstände an Pestiziden entdeckt. Wer Bio-Ingwer kauft, stellt zumindest sicher, dass die Pflanze nicht mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde.

Ingwer-Triebe sind giftig

Stimmt nicht: Ähnlich wie bei der Kartoffel bildet Ingwer bei längerer Lagerung grüne Triebe aus. Anders als bei der Kartoffel sind diese aber nicht giftig. Schneiden Sie die Triebe ab und verbrauchen Sie die Knolle wie gewohnt.

Tipp: Ingwer mit Trieben kann problemlos in einem flachen Topf eingegraben werden. Vermeiden Sie Staunässe und wählen Sie sandhaltige Substrate. Im Frühjahr kann die Knolle auch ins Blumen- oder Kräuterbeet gepflanzt werden. Ingwer braucht allerdings über 200 Tage, bis er unter der Erde gereift ist und geerntet werden kann.

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