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Elektromobilität auf Rollen Bald Bahn frei für E-Scooter

E-Scooter, also Tretroller mit Elektroantrieb, erobern derzeit weltweit Großstädte und Touristenorte. Demnächst dürfen sie auch durch Deutschlands Straßen sausen.

E Scooter

Die Verordnung für E-Scooter ist in Arbeit und soll möglichst noch dieses Frühjahr in Kraft treten.

Sie sind handlich, schnell und wendig - erhöhen aber auch das Unfallrisiko. Zahlreiche Unfälle in den USA haben das gezeigt. In Deutschland waren sie bisher im Straßenverkehr nicht erlaubt. Das soll sich aber bald ändern.

Fragen an Uwe Bettendorf, SWR Aktuelle Wirtschaft

E-Scooter werden immer beliebter. Was versteht man darunter?

Das ist im Grunde genommen ein kleiner Tretroller, wie wir den von früher kennen, nur mit Elektro-Motor. Die Energie für den Antrieb kommt vom Akku, den man an der Steckdose lädt. Damit kann man nach Angaben unterschiedlicher Hersteller etwa 20 bis 40 Kilometer weit fahren. Der große Vorteil besteht darin, dass die Roller extrem wendig und leicht sind. Viele kann man zusammenklappen und damit gut auch in Bussen und Bahnen transportieren, um die letzten Meter nach Hause oder ins Büro zurückzulegen. Deshalb sind diese trendigen Flitzer in Ländern wie Österreich, Schweiz, Frankreich oder Dänemark schon sehr beliebt.

Bei uns sieht man diese Fahrzeuge nur selten. Woran liegt das?

E Scooter

Im Ausland kann man in manchen Großstädten bereits E-Scooter mieten.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass in Deutschland bisher gar nicht klar war, in welche Fahrzeugklasse diese Tretroller mit aufladbarer Batterie fallen - und ob sie überhaupt für den Straßenverkehr zugelassen sind.

Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt einen Verordnungsentwurf für - im Behördendeutsch heißt das - "elektrisch angetriebene Kleinstfahrzeuge" vorgelegt. Ergebnis: Erlaubt werden sollen E-Tretroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Die brauchen eine Lenkstange, zwei Bremsen, Blinker vorne und hinten, eine helltönende Glocke oder Klingel und eine Versicherungsplakette, ähnlich wie beim Mofa.

An dem Entwurf wird noch gefeilt, um letzte Details zu klären. Dann geht das Ganze an die EU-Kommission, an den Bundesrat, damit die Verordnung möglichst noch in diesem Frühjahr in Kraft treten kann. Damit wäre dann der Weg frei für E-Scooter auf Deutschlands Radwegen und Straßen.

Die Verordnung sieht keine Helmpflicht vor. Aber ist das Fahren mit elektrischen Tretrollern nicht gefährlich?

Mann hält einen Fahrradhelm in seinen Händen.

Fahrradhelme sind durchaus auch bei E Scooter-fahrten von Nutzen.

Doch, das ist es. Wer mal mit einem Roller seiner Kinder gefahren ist, weiß, dass man bei Bodenunebenheiten relativ leicht stürzen kann. Wenn man sich vorstellt, dass man mit diesen Scootern auf bis zu 20 Stundenkilometer beschleunigen kann - bergab geht es sogar noch schneller - dann wird klar, dass bei Unfällen ein hohes Verletzungsrisiko besteht.

Das bestätigen Studien aus den USA, in denen von Knochenbrüchen die Rede ist. Laut Medienberichten gab es sogar Todesfälle. Insofern hätte aus meiner Sicht einiges für eine Helmpflicht gesprochen. Aber möglicherweise hat sich die Politik am Fahrrad orientiert, für das es in Deutschland ja auch keine Helmpflicht gibt.