Rod Stewart (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Rod Stewarts Bassist Dave Swift im Interview

"Rod Stewart ist mit 79 der fitteste Mann, den ich je getroffen habe"

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Stephan Fahrig
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SWR1

Rod Stewart hat sich schon ausgiebig mit der amerikanischen Unterhaltungsmusik der 30er bis 60er Jahre beschäftigt. "The Great American Songbook" war ein Riesenerfolg für ihn. Jetzt legt er mit Big Band Jazz nach.

"Swing Fever" heißt das neue Album von Rod Stewart. Geholfen hat ihm dabei Jools Holland mit seiner Band. Dave Swift ist Bassist und spielt seit über 30 Jahren für Jools Holland. Nebenbei hat er mit Stars wie Adele, Paul Simon, Eric Clapton und Amy Winehouse gearbeitet und war bei den Aufnahmen für Swing Fever dabei. Stephan Fahrig aus der SWR1 Musikredaktion hat mit ihm über Rod, das Album und ewige Jugend gesprochen.

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SWR1: Wie tickt Rod Stewart und warum klingt das Album so, wie es klingt?

Dave Swift: Rod sagt selbst immer wieder: Die Musik auf dem neuen Album ist die, mit der er und Jools aufgewachsen sind. Ich glaube, er hatte immer den Wunsch, so ein Album zu machen. Allerdings war er als Pop- und Rocksänger so erfolgreich, dass er auf den richtigen Moment gewartet hat. Vielleicht meint Rod, dass er mit 79 zu alt für große Stadion-Rockkonzerte ist. Und ich glaube, er denkt, dass diese Musik jetzt für ihn altersgerecht ist.

SWR1: Was heißt altersgerecht? Wenn man ihn in den Videos herumtanzen sieht, ist er noch fit wie ein Turnschuh.

Swift: Also ehrlich gesagt, er ist mit 79 der fitteste Mann, den ich je getroffen habe. Die Leute sagen ja, das läge an seiner jüngeren Frau, Penny Lancaster. Eine reizende Frau. Aber ich habe auch eine junge Frau und ich bin dauernd müde.

Nein, Rod hat so viel Energie, der ist so gesund, den hält man eher für 25. Er strahlt diese Begeisterung aus, die auch auf uns abfärbt, wenn er im Raum ist. Er tanzt, wirft seine Arme und seine Beine in die Luft. Es ist so ein lustiger Typ. Wie so ein übergroßer Schuljunge. Er ist ein sehr jugendlicher Geist.

Rod Stewart und Dave Swift (Foto: Swift)
Rod Stewart und Dave Swift.

SWR1: "Swing Fever" sollte so authentisch wie möglich klingen und dafür haben Rod und die Jools Holland-Band alles gegeben.

Swift: Rod wollte, dass die Songs wie die Originalaufnahmen klingen. Die ganze Sache war sehr Swing, sehr authentisch, sehr oldschool eingespielt. Und eines der seltsamsten Dinge, die dabei passiert sind, war auf dem Track "Lullaby of Broadway". Das ist so ein Song, den man oft den alten Schwarz-Weiß-Filmen hört, also mit jeder Menge Tänzern in riesigen Hollywood-Kulissen. Und Rod wollte in der Mitte des Songs Stepptänzer haben.

Jules dachte, er will den Sound mit einem Computer nachmachen. Rod sagte: "Nee, ich will richtige Stepptänzer". Also buchte Rod zwölf Stepptänzer und lud sie in sein Haus ein, um zum Song zu tanzen. Das haben sie dann aufgenommen, und es ist Rods Hommage an diese alten Filme.

SWR1: Ein Blick in das Video von "Pennies From Heaven" zeigt den wohl jugendlichsten 79-jährigen, den das Musikgeschäft zurzeit zu bieten hat.

Swift: Es hat einen ganzen Tag gedauert, das Video zu drehen, und das für einen Song. Da weißt du genau, nachdem einen halben Tag immer denselben Song gespielt hast, dass sich dein Energielevel verändert. Zumindest bei mir ist das so.

Bei Rod ist das ganz anders. Von dem Moment an, als wir am Morgen angefangen haben, bis 6 Uhr nachts, als wir aufgehört haben, ist er immer gleich drauf. Er sprang da herum, tanzte, lachte, hatte Spaß. Also unglaublich – aber auch sehr inspirierend.

Jeder fühlt sich wohl, ist glücklich. Und das hört man auf dem Album.

SWR1: Dass Rod Stewart im nächsten Jahr 80 wird, kann man kaum glauben. Seine Reibeisenstimme hat an Intensität nichts verloren. Auch körperlich ist er immer noch in Topform. Das neue Album klingt, als wäre man live dabei. Der Grund dafür ist einfach: Jools hat für die Aufnahmen zu sich privat eingeladen.

Swift: Das Gute ist ja, wir nehmen immer in Jools' privaten Studio auf. Es befindet sich im Südwesten von London. Wir kennen das Studio in- und auswendig, und da fühlen wir uns wohl. Da sieht es aus wie im Wohnzimmer, mit Teppichen auf dem Boden, Jools lässt Essen kommen und es gibt immer jemanden, der Kaffee kocht. Das ist so ein Zuhause von Zuhause. Und deshalb klingt das Album so, wie es klingt. Jeder fühlt sich wohl, ist glücklich. Und das hört man auf dem Album.

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