Faktencheck in den Sozialen Netzwerken

So erkennen Sie Falschmeldungen

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AUTOR/IN
Claudia Deeg

Aktuell kursieren viele Nachrichten, Videos und Bilder über die Kriegssituation in der Ukraine im Internet. Darunter befinden sich auch Falschmeldungen. Wie können Desinformationen von seriösen Informationen unterschieden werden?

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Darüber haben wir mit Carla Reveland von den ARD-Faktenfindern gesprochen. Sie spüren gezielt Falschmeldungen im Internet auf.

Wie hoch ist die Dichte der Falschinformationen aktuell?

Carla Reveland weiß, dass aktuell besonders viele irreführende und falsche Informationen kursieren. Es läge an der uneindeutigen Situation und am Bedürfnis der Menschen, schnell nach Informationen und Orientierung zu suchen. Dabei seien aktuell auch viele Bilder und Videos von vermeintlichen Augenzeugen im Umlauf. "Das wird dann eben immer wieder auch ausgenutzt, um gezielt zu desinformieren", so Reveland.

Wie erkennt man Desinformationen?

"Die meisten Bilder lassen sich verifizieren. Man kann mit einfachen Mitteln herausfinden, ob Zeitpunkt der Aufnahme, Ortsangabe und Kontext richtig sind", erklärt uns Carla Reveland. Mithilfe von Suchmaschinen könne etwa herausgefunden werden, ob Bilder aktuell seien. Die Suchmaschinen durchsuchen dann das Internet nach ähnlichen Bildern. Daraus ließe sich schlussfolgern, in welchem Kontext ein Foto entstanden sein könnte.

Gerade jetzt sollten wir Inhalte kritisch hinterfragen

Reveland empfiehlt gerade in der aktuellen Situation alle Inhalte kritisch zu hinterfragen: "[...] Dass wir nur etwas teilen, wenn wir uns sicher sind, dass die Informationen stimmen und eben in diesem richtigen Kontext gestellt sind". Desinformationskampagnen können laut Carla Reveland auch ein Mittel der Kriegsführung sein. Sie können als Waffen im Informtionskrieg dienen.

"Lieber erst nachdenken, bevor man etwas teilt"

Die Expertin für Faktencheck rät dazu, erst nachzudenken, bevor Inhalte in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Im Zweifel solle lieber abgewartet werden, ob zu diesem Thema noch eine Berichterstattung aus einer vertrauensvollen Quelle komme. Auch sei es sinnvoll, sich vor dem Teilen die Quelle nochmal genau anzuschauen.

Es ist total wichtig, sich einen Gesamteindruck zu verschaffen und lieber abwarten, als vorschnell zu handeln.

Das Interview mit Carla Reveland führte Claudia Deeg.

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