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Biologin im SWR-Interview "Das ist etwas Schönes, was uns da gelungen ist"

Dorothee Killmann, Biologin an der Universität Koblenz-Landau hat im Nationalpark Hunsrück-Hochwald eine neue Flechtenart entdeckt - und das per Zufall. Im SWR1 Interview schildert sie, wie sie auf die "Verrucaria hunsrueckensis" gestoßen ist.

Die Koblenzer Biologin Dorothee Killmann (r) und ihr Mann Burkhard Leh mit der neuen Flechtenart im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Die Koblenzer Biologin Dorothee Killmann (r) und ihr Mann Burkhard Leh mit der neuen Flechtenart im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

SWR1: Kann man sagen, dass das so eine Art wissenschaftliche Sensation ist?

Dorothee Killmann: Ja, das ist schon etwas Besonderes. Neue Flechtenarten werden in Deutschland eher seltener gefunden. Das ist schon etwas Schönes, was uns da gelungen ist.

SWR1: War die Entdeckung eine reine Zufallsgeschichte?

Killmann: Ja, das war wirklich reiner Zufall. Ich hatte einen Auftrag zur Untersuchung von Flechten in Naturwaldreservaten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Mein Mann und ich waren dann im Wald und haben verschiedene Proben von Arten, die wir nicht bestimmen konnten, mitgenommen. Da war eine Art auf Gestein dabei, die war sehr unscheinbar und die haben wir auch mitgenommen. Ich habe versucht, sie zu bestimmen, aber es hat zu nichts geführt.

SWR1: Jetzt heißt diese Warzenflechte "Verrucaria hunsrueckensis". Ist das ein wissenschaftlicher Name oder haben Sie sich das ausgedacht?

Killmann: Das haben wir uns ausgedacht. Die Art ist bisher nur aus dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald bekannt und zu Ehren des neuen Nationalparks haben wir sie dann Hunsrueckensis, also Hunsrück-Warzenflechte, genannt.

SWR1: Und jetzt die Frage aller Fragen: Warum ist es so wichtig, diese neue Warzenflechtenart entdeckt zu haben? Was haben wir Normalsterblichen davon?

Killmann: Artenvielfalt allgemein ist natürlich wichtig - und bei dieser Art wissen wir noch nicht, ob sie vielleicht einen Nutzen für den Menschen hat. Einige Flechtenarten werden für die Krebstherapie verwendet. Es gibt Flechten, mit denen man zum Beispiel früher gefärbt hat. Vielleicht bringt diese Flechte uns irgendwann etwas - oder auch andere Arten. Deswegen ist es wichtig, Artenvielfalt zu kennen und natürlich auch zu schützen.


So sieht sie aus, die Flechtenart Verrucaria hunsrueckensis, die im Nationalpark Hunsrück-Hochwald entdeckt wurde

So sieht sie aus, die Flechtenart Verrucaria hunsrueckensis, die im Nationalpark Hunsrück-Hochwald entdeckt wurde