Sendung mit der Maus (Foto: dpa Bildfunk, Tobias Hase)

Autor und Miterfinder Armin Maiwald

Der Macher der Maus wird 80

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Generationen von Fernsehzuschauern kennen sein Gesicht, aber mehr noch seine Stimme: Armin Maiwald. Heute feiert der Miterfinder der "Sendung mit der Maus" seinen 80. Geburtstag.

Die Erzählstimme von Armin Maiwald klingt für die meisten vertraut. In unaufgeregtem Plauderton beantwortet sie in der "Sendung mit der Maus" so knifflige Fragen wie "Warum kräuselt sich eine Geschenkschleife, wenn man sie an einer Schere entlangzieht?" Oder: "Woher weiß die Kopfschmerztablette, dass sie in den Kopf soll, wenn ich sie doch in den Magen schlucke?"

Die Sendung mit der Maus (Foto: dpa Bildfunk, Roland Scheidemann)
Seit 1971 flimmert die "Sendung mit der Maus" über die deutschen Mattscheiben. Der Zeichner der TV-Maus war Friedrich Streich (unten links). Armin Maiwald (links) war von Anfang an dabei. Christoph Biemann (rechts) kam 1983 dazu. Roland Scheidemann Bild in Detailansicht öffnen
1995 erhielt die Maus sogar den Verdienstorden der Bundesrepublik. Biermann reichte den Orden an den Fernsehstar weiter. Der Verdienstorden ehrt unter anderem Künstler und Unternehmer, die sich um das Gemeinwohl in sozialen Einrichtungen verdient gemacht haben. Peer Grimm Bild in Detailansicht öffnen
Ein Geburtstagsständchen für die Maus: Zum 25. Jubiläum der Kindersendung nahm Comedy-Star Stefan Raab ein Lied für die Maus, Hein Blöd und den kleinen Maulwurf (manche nennen ihn auch Mauli) auf. Horst Ossinger Bild in Detailansicht öffnen
2020 ist die Maus zudem als Beethoven-Botschafterin unterwegs. Sie ist Maskottchen des großen Jubiläumsjahres des Komponisten, der in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden wäre. Jens Kalaene Bild in Detailansicht öffnen

Maiwald erzählt drauf los

Maiwalds Stimme klingt ruhig und natürlich in den Kurzfilmen. Das kommt daher, dass er keine vorformulierten Texte vorliest, sondern bei den Aufnahmen immer frei erzählt. Das habe sich schon vor Jahrzehnten durch einen Zufall ergeben, erzählt Maiwald. Er hatte dem zuständigen WDR-Redakteur Gert Müntefering einen schon geschnittenen Film vorgespielt und dabei sinngemäß erzählt, was später noch von einem professionellen Sprecher aufgenommen werden sollte. Müntefering gefiel Maiwalds improvisierte Version aber viel besser. "Das machst du ab jetzt immer so."

Maiwald hinterfragte schon als Kind viel

Neugierig war Armin Maiwald schon als Kind. "Ich habe meiner Mutter immer Löcher in den Bauch gefragt", erinnert er sich, "und sie hat versucht, mir alles zu erklären". Sie habe nie gesagt, dass er dafür noch zu klein sei. Hat sie ihm das Erklärtalent vererbt? "Möglicherweise", sagt er. "Von meinem Vater kann ich's nicht haben, den habe ich nur zweimal in meinem Leben gesehen, weil er zum Kriegsdienst eingezogen war." Am 18. April 1945, wenige Tage vor der deutschen Kapitulation, kam er bei einem Luftangriff um.

Maiwalds Kindheit fiel in den Krieg und in die Nachkriegsjahre. Spielzeug war kaum vorhanden, aber das machte nichts. "Wir haben aus Ästchen Schiffe gebastelt und mit Steinen gespielt. Das heißt, der Blick auf die alltäglichen Dinge des Lebens, die einen so umgeben, den habe ich von frühester Kindheit an gehabt."

Nicht nur "Die Sendung mit der Maus"

Maiwald hat im Laufe seines langen Berufslebens nicht nur für die Maus gearbeitet. Er machte zum Beispiel auch den "Spatz vom Wallrafplatz", eine Kinderserie, die in den 1970er Jahren beliebt war. Die Maus aber ist es, die vor allem mit Maiwalds Namen verbunden ist. Noch immer ist er für die Sendung aktiv. "Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann komplett aufzuhören."

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