eimer mit Putzmitteln (Foto: Colourbox)

Umweltbewusst reinigen Diese vier Putzmittel ersetzen die Chemie-Keule

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Laminatreiniger, Kalkentferner, Abflussreiniger und Fettlöser. In vielen Putzschränken türmen sich teure und hochgiftige Spezialprodukte zum Putzen. Vollkommen überflüssig, sagt die Verbraucherzentrale. Nur vier Reiniger können fast alle Spezielreiniger ersetzen.

Oft ungesund

Viele Spezialreinger machen einen guten Job, aber eben nur bei entsprechenden Verschmutzungen. Die hochdosierte Chemie schadet dagegen fast immer der Umwelt und ist auch bei der Anwendung nicht risikolos. So steigern viele Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel oder Duftstoffe zum Beispiel das Risiko von Allergien deutlich. Der Expertentipp deshalb: Achten Sie schon beim Kauf auf Gefahrenzeichen, Signalworte und Anwendungshinweise auf der Verpackung.

Gutes Werkzeug

Wer nachhaltig putzen und reinigen möchte, der sollte auf gutes Werkzeug setzen, sagen die Verbraucherschützer:

Benutzen Sie Bürsten, Mikrofasertücher oder Edelstahlschwämme, reichen aus um Schmutz zu entfernen. 

Verbraucherzentrale NRW
Putzschwamm und Topfreiniger (Foto: Colourbox)
Topfreiniger und Putzschwamm gehören ins Putzzeug, sagen die Fachleute.

Für glänzende, polierte oder beschichtete Oberflächen wie Steinböden oder Plexiglas empfehlen die Experten den Einsatz entsprechend weicher Reinigungstücher. Beim Einsatz am Fenster reicht neben dem Mikrofastertuch ein Abzieher für streifenfreien Glanz aus. Neben Bürsten und Mikrofaser gehören ein doppelseitiger Scheuerschwamm und ein Topfreiniger (ohne Chemie) zum guten Putzzubehör.

Keimkiller

Beachten Sie folgende Tipps, dann spielen Keime beim Putzen keine Rolle mehr

  • Küchen-Putzlappen mehrmals pro Woche wechseln
  • Putzlappen bei 60 Grad waschen
  • Putzlappen immer gut trockenen lassen
  • Verschieden Lappen für unterschiedliche Bereiche (z.B. Küche, Bad, Toilette) nutzen
  • Vergessene Orte wie z.B. den Kühlschrank, Lichtschalter, Handläufe regelmäßig mit Wasser und Universalreiniger putzen
  • Abfalleimer regelmäßig leeren und auswischen
  • Regelmäßiges Lüften beugt Feuchte- und Schimmelschäden vor

Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel sollten wenn nur dann eingesetzt werden, wenn es unumgänglich ist. Zum Beispiel bei einer ansteckenden Erkrankung eines Familienmitgliedes. Besprechen Sie das zu verwendende Mittel, den Einsatz und die minimal mögliche Dosierung im Bedarfsfall deshalb mit ihrem Arzt. Haushaltsreiniger sind zur Desinfektion nicht geeignet. Sie enthalten oft nur geringe Mengen an desinfizierenden Stoffen. Die Folge: Nur empfindliche Keime werden abgetötet, das schafft Raum für neue, eventuell gefährlichere Krankheitserreger.

Dauer

Nicht alle Keime sind schlecht

Die Verbraucherschützer geben beim Einsatz von expliziten Desinfektionsmitteln noch folgendes zu bedenken: "Beim Putzen werden nicht nur krank machende, sondern auch gesundheitlich unbedenkliche Bakterien bekämpft. Letztere brauchen wir jedoch, um unsere Abwehrkräfte zu stärken." Außerdem sind Desinfektionsmittel, ebenso wie viele andere Chemiereiniger oft nur schwer abbaubar und werden auch in den Kläranlagen gar nicht oder nur zum Teil ausgefiltert.

Das sind die "4 Richtigen"

Mikrofasertuch im Einsatz (Foto: dpa Bildfunk, Silvia Marks)
Mikrofasertücher sind universell einsetzbar und erzielen auch mit wenig Reiniger gute Putzergebnisse. Silvia Marks

Schaut man genauer hin, ist der Einsatz von Chemiereinigern also oft überflüssig. Denn die Inhaltsstoffe belasten die Umwelt und die Gesundheit. Die Verbraucherschützer empfehlen deshalb diese vier Reiniger, mit denen Sie nahezu alle Verunreinigungen im Haus beseitigen können:

Neutraler Allzweckreinigergeeignet für Fußböden, Fenster und die meisten Oberflächen
Scheuerpulver oder Kratzschwammgeeignet für hartnäckigen Schmutz und Verkrustungen
Essigreiniger oder Zitronensäuregeeignet für Kalkablagerungen und Urinstein
Handspülmittelgeeignet für Geschirr - kann auch den Allzweckreiniger ersetzen

Sicher aufbewahren

Sind kleine Kinder im Spiel, gilt es auch bei umweltverträglichen Putzmitteln extreme Vorsicht walten zu lassen. Denn auch bei diesen Reinigern besteht die Gefahr einer Vergiftung. Bewahren Sie ihre Reinigungs- und Putzmittel also grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

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