Frau trinkt aus einer Tasse (Foto: picture-alliance / Reportdienste, imageBROKER)

Bewusster konsumieren Die CO2-Bilanz der Muntermacher Kaffee und Tee

Wir starten entweder mit Kaffee oder Tee in den Tag. Doch vielen ist gar nicht bewusst, dass sie damit schon Treibhausgase verursachen. Jede Tasse Kaffee oder Tee hat ihren Klima-Rucksack.

Der Tee, den wir in Deutschland trinken, kommt zu 27 Prozent aus Indien und zu 23 Prozent aus China. Den meisten Schwarztee beziehen wir aus Indien. China ist unser größter Grüntee-Lieferant. Sollte man sich als klimabewusster Mensch jetzt den Kaffee oder den Tee zum Frühstück verkneifen?

Was klimatechnisch ordentlich zu Buche schlägt, das ist unsere Ernährung insgesamt. Wiederkäuende Rinder und gedüngte Felder setzen weltweit jede Menge Treibhausgase frei. Und bis das Steak und die Pommes auf dem Teller liegen, kommt auch noch das CO2 für den Transport und die Verarbeitung obendrauf.

Transport von Kaffee und Tee fällt kaum ins Gewicht

Deswegen ist es interessant zu schauen, wo wie viele Klimagase anfallen und wo man CO2 sparen kann. Das gilt auch für Kaffee und Tee. Interessanterweise ist es nicht der Transport von Kaffee oder Tee. Der fällt kaum ins Gewicht, weil sie per Schiff zu uns nach Europa kommen.

Dafür fällt beim Anbau und der Verarbeitung viel CO2 an. So nutzen beispielsweise die Kaffee-Bauern Stickstoffdünger. Den herzustellen, kostet viel Energie und wenn er dann auf den Plantagen ausgebracht wird, setzt er Lachgas frei – ein Klimagas, das schädlicher ist als CO2.

Bei der Herstellung von Kaffee bis zur fertig gerösteten Bohne wird wesentlich mehr Energie und Wasser verbraucht als bei der Verarbeitung der Teeblätter. Deshalb verursacht Kaffee alles in allem rund viermal so viel CO2 wie Tee. Das haben Studien in Costa Rica gezeigt.

Kaffee-Automat (Foto: picture-alliance / Reportdienste, CHROMORANGE / Klaus Willig)
Kaffee-Automaten schneiden bei der CO2-Bilanz nicht besonders gut ab. CHROMORANGE / Klaus Willig

Auf die Zubereitung kommt es an

Der zweite ganz dicke Brocken im Klimarucksack ist die Zubereitung von Kaffee und Tee. Manche große Vollautomaten laufen Tag und Nacht. Das frisst Strom und macht am Ende, je nach Schätzung, in etwa bis zu einem Viertel der CO2-Bilanz des Kaffees aus. Tee kommt da ein bisschen besser weg, weil er nicht in Vollautomaten gebrüht wird und auch kaum in Alu-Kapseln daher kommt.

Beim Tee macht das Wasserkochen tatsächlich bis zu 50 Prozent der CO2-Bilanz aus, weil wir im Schnitt etwa doppelt so viel Wasser erhitzen, wie wir wirklich brauchen.

Auf Kaffee-Kapseln und einzeln verpackte Teebeutel verzichten

Und beim Kaffee macht es natürlich Sinn, unterwegs auf Mehrwegbecher zu setzen und zuhause keine Kaffee-Kapseln zu benutzen. Wer schon eine Kapsel-Maschine hat, der kann auf Mehrwegkapseln aus Edelstahl umsteigen. Am umweltfreundlichsten sind immer noch die klassische Kaffeemaschine mit Filter oder die Stempelkanne.

Teetrinker, die ihre Bilanz verbessern wollen, verzichten am besten auf die in Plastik einzeln verpackten Teebeutel .

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