Ausschnitt aus Dirty Dancing. Zu sehen sind Jennifer Grey, Patrick Swayze. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)

Für immer der „Johnny“ aus Dirty Dancing

Patrick Swayze wäre 70 geworden

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Dave Jörg
Dave Jörg (Foto: S. Waldmannstetter) (Foto: SWR)

Millionen Mädels haben ihn in den 80ern angeschmachtet. Schauspieler, Sänger und Tänzer Patrick Swayze hatte mit "Dirty Dancing" seinen Durchbruch. Jetzt wäre er 70 geworden.

Er hing in so vielen Zimmern auf den BRAVO-Postern überm Bett. Für Schauspieler, Sänger und Tänzer Patrick Swayze war der Film "Dirty Dancing" 1987 der absolute Durchbruch, doch der Überraschungserfolg des Films hat ihn auch als Herzensbrecher festgelegt.

Die Hebefigur im Finale von "Dirty Dancing" ist schon lange Filmgeschichte, genauso wie die "Ich habe eine Wassermelone getragen"-Textzeile von Hauptdarstellerin Jennifer Grey, die im Film die verliebte Tanzpartnerin "Baby" spielt. An ihrer Seite kann man sich jemand anderen als Patrick Swayze überhaupt nicht mehr vorstellen. Trotzdem sollte er eigentlich gar nicht mitspielen.

Swayze war für Dirty Dancing nicht vorgesehen

Die Produzenten von "Dirty Dancing" hatten ursprünglich den damaligen Newcomer Billy Zane im Auge. Später wurde der als böser Verlobter von Kate Winslet in "Titanic" berühmt. Doch der schöne Billy hatte null Talent zum Tanzen, was für einen Tanzfilm doch eher hinderlich war.

Dann aber kam die glückliche Wendung: Der Casting-Crew fällt Patrick Swayze wieder ein, der schon einige kleinere Erfolge hinter sich hatte, wie die TV-Serie "Fackeln im Sturm" oder den bei uns eher unbekannten Kalte-Krieg-Thriller "Die rote Flut" - bei letzterem spielte übrigens auch schon Jennifer Grey mit.

Was die Filmemacher erst nicht realisiert hatten: Swayze war klassisch ausgebildeter Tänzer - schon seine Mutter war Choreographin. Wegen einer Knieverletzung hatte er das Tanzen zwar an den Nagel gehängt und in seinem Portfolio als Fertigkeit gestrichen, doch für die Rolle in Dirty Dancing machte er dann eine Ausnahme. Patrick Sawyze war für die Rolle des "Johnny" perfekt, zumal die Chemie mit Darstellerin Jennifer Grey dann auch stimmte.

Kurzer Erfolg als Popstar

Doch auch bei ihr musste er erst Überzeugungsarbeit leisten, denn Grey hatte Patrick aus der früheren gemeinsamen Produktion "Die rote Flut" als unangenehmen Super-Macho in Erinnerung und wollte nicht mehr mit ihm arbeiten. Doch alles kam anders. Auch den Erfolg von Dirty Dancing hatte niemand auf dem Deckel - der Film wurde als billige Produktion für eine Direktvermarktung auf Video gemacht und brach am Ende Rekorde im Kino. 

Ein Zufall war der Hit-Song "She´s like the wind", den Patrick Saywze selbst singt. Das Lied hatte es schon Jahre vorher als Demo gegeben und war für einen anderen Film bestimmt, wurde dann aber nicht verwendet. Aber für Dirty Dancing war es wie geschaffen und machte aus dem Filmstar Patrick Swayze plötzlich auch einen Pop-Star. Doch aus der Musiker Karriere wurde nicht mehr viel. Auf dem Soundtrack vom Action-Film "Roadhouse" (1989) steuert er zum Beispiel noch den Pop-Rock Song "Raising Heaven (In Hell Tonight)" bei. 

Swayze vielseitiger als man denkt

Orry (gespielt von Patrick Swayze) läuft wegen seiner aussichtslosen Liebe zu Madeline (Lesley-Anne-Down) Gefahr, Alkoholiker zu werden. Ausschnitt aus Fackeln im Sturm. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Orry (gespielt von Patrick Swayze) läuft wegen seiner aussichtslosen Liebe zu Madeline (Lesley-Anne-Down) Gefahr, Alkoholiker zu werden. Ausschnitt aus Fackeln im Sturm. Picture Alliance/Picture Alliance

Seine Schauspielkarriere aber lief weiter, wenn auch durchwachsen. Nach "Fackeln im Sturm" und "Dirty Dancing" war er auf den mehr oder weniger rauen Herzensbrecher festgelegt in Hollywood. Für Charakterrollen musste er kämpfen und oft floppten die Filme. Die Wende bringt dann 1990 "Ghost – Nachricht von Sam". "Die Rolle meines Lebens", wie Patrick Swayze selbst einmal gesagt hat. Die berühmte erotische Töpfer-Szene mit Demi Moore zur "Unchained Melody" von den Righteous Brothers gehört zu den ganz großen Kino-Momenten.

Im Rückblick ist es etwas schade, dass Patrick Swayze auf seine Herzensbrecher-Rollen reduziert wird. In "Gefährliche Brandung" (1991) spielt er einen durchgeknallten, surfenden Bankräuber, in "To Wong Foo" (1995) traut er sich an die Rolle einer Drag-Queen und in der Komödie "Mord im Pfarrhaus" (2005) veralbert er als machomäßiger Golflehrer Lance sein eigenes Image als Frauen-Held.

Am 18. August 2022 wäre Patrick Swayze 70 Jahre alt geworden, doch schon 2009 ist er nach langem Kampf an Krebs gestorben. Mit ihm hat Hollywood ein großes Talent verloren, doch der "Johnny" aus Dirty Dancing bleibt er wohl für immer.

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