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In eine Pfütze fallen Regentropfe, welche auf der Oberfläche Kreise ziehen

Niederschläge im Mai Der Regen - das wertvolle Nass

Der Mai war bislang recht nass. Allein Tief "Axel" hat teils für heftigen Dauerregen gesorgt. Werner Eckert aus der SWR1 Umweltredaktion erklärt, wie es sich mit Regen und Grundwasser verhält.

Da jetzt relativ regelmäßig Regen gefallen ist, hat das den Pflanzen schon sehr viel geholfen. Es gibt ja den alten Bauernspruch "Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheuer und Fass" und da ist ganz viel Wahres dran. Mindestens in den oberen Bodenschichten ist genügend Feuchtigkeit und das erlaubt den Pflanzen weiter zu wachsen.

Tief unten fehlt nach wie vor Wasser

Ein Dürresommer droht immer dann, wenn es tief unten im Boden sehr trocken ist. Und das Problem haben wir nach wie vor. Die Trockenheit des vergangenen Jahres wirkt fort. Wenn dann auch von oben nichts fällt, dann wird es in der Tat ganz schnell ganz eng. Vor dieser Situation haben die Meteorologen vor einiger Zeit gewarnt. Aktuell ist das erstmal entspannt wegen der Regenfälle. Aber das Grundproblem ist eben noch nicht behoben. Tief unten drin sieht es halt immer noch nicht wirklich gut aus. Da müsste schon noch sehr viel länger Regen fallen.

Wie bildet sich neues Grundwasser?

Das Grundwasser entsteht neu, wenn Niederschlag fällt, das Wasser in den Boden eindringt und wenn weniger verdunstet als so dazukommt. Das bedeutet: Es gibt mehrere Stellschrauben, die da eine Rolle spielen. Eine ist ganz banal, dass man weniger Land versiegelt, also betoniert oder zupflastert. Dann kommt der Regen dem Grundwasser zu Gute und läuft nicht über die Kanalisation in die Bäche und Flüsse ab. 

Werner Eckert

SWR-Umweltexperte Werner Eckert

Es gibt einen vergleichbaren Effekt auf der Fläche draußen. Von Natur aus waren da Wiesen und Wälder. Die können sehr viel mehr Wasser aufnehmen als bewirtschaftete Äcker. Jede Wiese, die also zu Acker wird, verschärft die Probleme. Weniger Grundwasserneubildung und auf der anderen Seite mehr Hochwasser in den Flüssen sind die Folge.

Zweiter Faktor bei der Grundwasserbildung: der Niederschlag selbst. Da sagen die Klimaforscher: Der wird im Sommer tendenziell weniger, im Winter dagegen mehr. Das hat folgenden Effekt: Über Winter füllen sich die Grundwasserbestände wieder besser. Allerdings wird im Sommer das Risiko von Dürren größer. Und schließlich ist da die Verdunstung. Und die steigt tendenziell mit höheren Temperaturen, wie sie der Klimawandel bringt.