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Online Shopping. Blick auf einen Computer.

Neuer Ausbildungsberuf für Online-Handel Erste Lehrlinge für E-Commerce starten

Von Dalia Antar

Technik, Tickets oder T-Shirts – der Online-Handel boomt seit Langem. Den Ausbildungsgang dazu gibt es aber erst seit heute. Die rheinland-pfälzische Baumarktkette Hornbach bildet als einer der ersten Arbeitgeber zwei Lehrlinge aus.

Produkt wählen, in den Warenkorb legen, bestellen, fertig. Kunden nutzen das Internet als Einkaufsladen mit großer Selbstverständlichkeit. Bislang sorgten vor allem Autodidakten und Quereinsteiger, die mit Fortbildungen im E-Commerce die wichtigsten Abläufe kannten, für eine reibungslose Bestellung.

Fachpersonal - bislang rar gesät

Fachpersonal ist in dieser Branche rar, ein unbefriedigender Zustand für Mitarbeiter und Unternehmen, denn in den Ausbildungsordnungen von Groß- und Einzelhandelskaufleuten kommt das Thema Online-Handel nicht vor. Bis jetzt. Ab 1. August werden Fachleute für den E-Commerce ausgebildet, laut Bundesinstitut für Berufsbildung der erste neue kaufmännische Ausbildungsberuf seit zehn Jahren.

Viele Bewerber auf zwei Lehrstellen bei Hornbach

Eines der Unternehmen, die zum 1. August Lehrlinge im E-Commerce ausbilden, ist der rheinland-pfälzische Baumarktkonzern Hornbach. Auf die zwei zu besetzenden Ausbildungsplätze in Neustadt an der Weinstraße hätten sich viele Bewerber gemeldet, so Florian Preuß, Pressesprecher des Unternehmens. "Wir wollten junge Menschen finden und ausbilden, die mit digitalen Inhalten groß geworden sind, für die es selbstverständlich ist, online zu recherchieren und für die Online-Shopping Normalität ist", sagt Preuß.

Die beiden Lehrlinge werden dual ausgebildet – sowohl im Betrieb bei Hornbach als auch in der Berufsschule in Landau. Gute Noten in Mathe, Deutsch und Englisch sind laut Handelsverband als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung als Kauffrau oder Kaufmann im E-Commerce von Vorteil.

Vielseitig einsetzbar

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Für die dreijährige, duale Ausbildung ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Gefragt sind neben analytischem sowie kaufmännischem Verständnis aber auch Kommunikationsfähigkeit und Kontaktbereitschaft, heißt es auf der Seite "Berufenet" der Arbeitsagentur. Auf dem Lehrplan stehen klassische Themen wie Kaufverträge und Rechnungswesen, aber auch Online-Shops einrichten, Produkte gewinnbringend verkaufen und mit Kunden kommunizieren. Grundsätzlich können E-Commerce-Kaufleute dort arbeiten, wo eine Firma einen Online-Shop betreibt, das heißt sowohl im Einzel-, Groß- und Außenhandel, aber auch bei Touristik- oder Logistikunternehmen.

Ausbilder müssen Voraussetzungen erfüllen

Bevor ein Betrieb allerdings Kaufleute im E-Commerce ausbilden kann, prüft die Industrie- und Handelskammer, ob die Ausbilder und der Betrieb geeignet sind. "Wenn ein Unternehmen eine Ausbildung ermöglichen möchte, fahren wir hin. Kann er die Lerninhalte vermitteln? Zum anderen braucht der Ausbilder Berufserfahrung im E-Commerce und einen Ausbilderschein, das ist die berufs- und arbeitspädagogische Ausbildung", sagt Ayten Yasar, Ausbildungsberaterin der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Den Schein könnten Unternehmen aber unter Umständen innerhalb von sechs Monaten nachreichen.

Resonanz "sehr positiv"

Der Handelsverband ist mit dem Interesse der Unternehmen und Bewerberinnen und Bewerber für den neuen Ausbildungsberuf zufrieden. "Die Resonanz ist sehr positiv. Wir gehen davon aus, dass am 1. August rund 1.000 Auszubildende ihre Ausbildung im neuen Beruf Kaufmann bzw. Kauffrau im E-Commerce beginnen", sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland. Und es wird schon weiter getüftelt. Der HDE plant bereits den Abschluss Fachwirt im E-Commerce.