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Neue Abgasmessung KfZ-Steuer für Neuwagen wird teurer

Ab September dürfen nur noch Neuwagen zugelassen werden, die nach der neuen Norm WLTP geprüft wurden. Wer seinen neuen Wagen nächste Woche zulässt, zahlt unter Umständen bis zu 70 Prozent mehr KfZ-Steuer.

Was ist neu bei der Messtechnik für die neue WLTP-Norm?

Die ist auf jeden Fall genauer als die alte. Also erstmal zugunsten der Autofahrer eine gute Sache. Bisher war es bei dem alten Verfahren so, dass noch nicht mal längere Strecken auf Autobahnen und keine größeren Beschleunigungen getestet wurden. Fälle, die permanent im Alltag vorkommen, wurden also nicht gemessen. Dadurch kamen auch unrealistische Werte heraus. Das soll mit dem neuen Verfahren besser werden.

Neues Messverfahren und KfZ-Steuer - wie hängt das zusamen?

Die Kfz-Steuer bemisst sich nach zwei Dingen: dem Hubraum des Motors und dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs. Da das neue Messverfahren realistischer ist, werden dadurch die meisten Autos gegenüber früheren Messwerten in Wirklichkeit mehr CO2 ausstoßen. Die neuen Werte werden nun nach der WLTP-Norm erfasst und dadurch erhöht sich auch automatisch die Kfz-Steuer. Allerdings nur für Neuzulassungen ab dem 1. September. Das führt natürlich zu ganz skurrilen Situationen. Denn wenn ich mir nach einem Beispiel des ADACs einen VW up gekauft habe und lasse diesen am Freitag, den 30. August noch zu, dann zahle ich 50 Euro Kfz-Steuer. Ab Samstag zahle ich nach den neuen Messwerten 86 Euro. Diese Veränderung von heute auf morgen ist den Käufern natürlich schwer zu vermitteln.

Wie groß ist die Kritik?

Der ADAC macht natürlich Druck. Das war auch zu erwarten. Aber es gibt z.B. auch den Bund der Steuerzahler, der sagt, dass das eine versteckte Steuer durch die Hintertür ist und das der Bund damit seine Einnahmen auffrischen will. Die Regelung gilt zumindest jetzt ein Jahr lang. Nach einem Jahr muss die Bundesregierung Rechenschaft vor dem Finanzausschuss des Bundestages ablegen inwieweit sich diese Änderung gelohnt hat und auch für die Autofahrer sinnvoll ist. Egal, ob es eine höhere Kfz-Steuer gibt, worüber man sich freuen kann, ist auf jeden Fall das genauere Verfahren. Davon profitiert natürlich auch der Autofahrer. Denn bei Neuwagen bekommt der Käufer dann auch realistische Werte wieviel das Auto verbraucht. Davon hat man natürlich mehr, als wenn an der Zapfsäule irgendwann das Erwachen kommt.

Auch nach dem 1. September können einige Neuwagen noch nach der alten KfZ-Steuer zugelassen werden. Das gilt für Lagerfahrzeuge, die eine Ausnahmegenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes haben.