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Logos von Sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, YouTube und co.

Nach Datenklau-Affäre Verändern soziale Medien unsere Gesellschaft?

Persönliche Daten von Prominenten werden im Netz veröffentlicht, Hass und Fake-News bei Facebook und Twitter - wie sehr verändern soziale Medien unsere Gesellschaft? SWR1-Moderator Frank Jenschar hat das Vanessa Mühlhausen gefragt, die dazu ihre Bachelorarbeit geschrieben hat.

Buchautorin Vanessa Mühlhausen

Vanessa Mühlhausen

Vanessa Mühlhausen: Eine intensivere Nutzung der Onlinenetzwerke, wie Facebook, Twitter und Co. hat die Form der Kommunikation in unsere Gesellschaft allgemein beeinflusst. Das ist zum Beispiel für die Pflege der sozialen Beziehungen sehr entscheidend. In diesem Bereich hat sich ja wirklich vieles in die Netzwerke verlagert. Das gilt für den Einzelnen genauso wie für Wirtschaftsunternehmen. Dort nutzt man die Netzwerke ja vor allem als neue Form der Werbevermittlung.

Verändert uns diese Veränderung?

Uns selber nicht, aber natürlich die Form wie wir kommunizieren. Und es steigert auch unsere Erwartung an die Erreichbarkeit für uns. Oder auch, wie up-to-date wir heutzutage sind.

In der Politik kann ja das Gefühl entstehen, die sozialen Netzwerke und der politische Diskurs dort haben viel verändert. Es entsteht zum Beispiel jede Menge Hass. Empfinden Sie diese Veränderung ebenso?

Vanessa Mühlhausen: Die Politik passt sich auch dort an den Anspruch der Gesellschaft an. Alles verlagert sich "nach Online" und in die sozialen Netzwerke. Und die Politik nutzt dieses neue Medium natürlich auch für sich und für den politischen Diskurs. Auf diesem Wege ist die Gesellschaft auch besser zu erreichen, aber klar bietet es auch Angriffsfläche. Und da hat die Politik als höhere Instanz auch die Aufgabe, dieses Bewusstsein der Nutzung zu vermitteln und vielleicht auch zu regulieren.

Warum sind viele Menschen eigentlich so gerne in sozialen Netzwerken unterwegs? Ist es der Wunsch nach sozialer Anerkennung?

Dass kann man nicht so pauschal sagen. Aufgrund der virtuellen Distanz in den Netzwerken kann es zwar schon einfacher sein, soziale Anerkennung zu erhalten, aber es gibt auch viele andere Gründe, dort unterwegs zu sein. Zum Beispiel um soziale Kontakte zu pflegen oder auf dem neuesten Stand zu sein. Aber auch einfach um mit dem technischen Fortschritt mitzugehen und ihn für sich persönlich zu nutzen. Social Media kann Kommunikationswege erleichtern und auch soziales Kapital aufbauen.

Jetzt gibt es ja Facebook und Co. noch nicht so lange. Was glauben Sie? Wo geht da die Entwicklung noch hin?

Das kann man nicht so genau sagen. Dafür ist der Prozess einfach viel zu dynamisch und zu intensiv. Als Facebook aufkam hat man schon gesagt, dass die Grenze zwischen Virtualität und Realität in der Zukunft bestimmt verschwimmt. Ich sehe das so, dass es natürlich auch zu eine Rückentwicklung kommen kann. Das die Menschen sich wirklich bewusst machen: Da ist die Grenze zwischen Virtualität und Realität und hier gehen wir jetzt nicht weiter. Das hängt natürlich auch sehr von dem Fortschritt der Technik ab und wie sich die Präferenz der Gesellschaft dahin entwickelt.

Vanessa Mühlhausen: "Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen durch die Entwicklung sozialer Netzwerke".
Bachelorarbeit, 2012. 68 Seiten. Katalognummer: 287842