Künstlerische Multitalente

Diese Musiker malen auch

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Was haben Bob Dylan, Udo Lindenberg und Otto Waalkes gemeinsam? Alle drei malen Bilder. Diese anderen Künstler sind übrigens auch "auf den Pinsel gekommen".

Erich und Udo Lindenberg (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Michael Helbig)
"Bilder sollen spaß machen, bis der Hut wegfliegt," wird Panikrocker Udo Lindenberg im Bezug auf seine Malerei gerne zitiert. Seit Mitte der 1990er malt Udo, genau wie sein Bruder. Die Technik dazu hat er damals gleich mit erfunden. Michael Helbig
Udo malt "Likörelle", eine Wortschöpfung aus Likör und Aquarell. Dabei mischt er Acrylfarben und bunte Liköre und trägt sie in Aquarelltechnik auf Leinwand oder Büttenpapier auf. Udo malt in Serien und seine Protagonisten sind mit "Rudi Ratlos" oder der "Klavierlehrerin" keine Unbekannten. Marcus Brandt
2009 malt Udo gegen den Fluglärm und für die Stiftung Mainzer Herz. Damit finanziert der Künstler maßgeblich eine Studie an der Mainzer Universitätsmedizin, die sich mit den Auswirkungen von Fluglärm befasst. Der Stiftung Mainzer Herz ist Udo eng verbunden. 2017 kann die Stiftung mit der Versteigerung des Werkes "Powerherz" 12.000 Euro für Ihre Forschungsaufgaben für sich verbuchen. Picture Alliance
"Ich wollte die Dinge möglichst einfach halten und nur das behandeln, was man auf den ersten Blick sehen kann," sagt Sänger, Songwriter und Nobelpreisträger Bob Dylan über seine Werke. Globe Photo
Dylans Motive stellen den "American Way of Life", das typisch amerikanische Lebensgefühl dar, dementsprechend auch die Titel. Ob "Endless Highway", "Donut Shop" oder "Classic Car Show", Dylan geht es um den Augenblick, den sie zeigen. hklomae
Seinen Stil vergleicht der Pop-Barde dabei mit Kandinsky und Raoulaut. Damit nicht genug, schwingt Dylan auch gerne als Bildhauer Hammer und Meißel und greift für eine Stahlskulptur selbst zum Schweißbrenner. hklomae
Otto Waalkes ist ein echtes künstlerisches Multitalent und schwingt gerne den Pinsel. 1970 wollte der "Friesenjung" an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg eigentlich Kunstpädagogik studieren. Sein Erfolg als Komiker kam ihm "dazwischen". Picture Alliance
Und so malt und vertreibt Otto sehr erfolgreich seine Kunst, interpretiert alte Meister neu und bittet sogar zum künstlerischen Stelldichein auf der "Ebbi Rot". Immer dabei, natürlich, sein Markenzeichen, der Ottifant. Fredrik von Erichsen
1960 studiert Klaus Voormann an der Meisterschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet als Grafiker. Bass spielt er auch. Dann lernt er die Beatles im Hamburger Kaiserkeller kennen und wird endgültig Musiker. 1966 entsteht das Cover zum "Revolver-Album" der Beatles. Dafür gibt es einen Grammy. Und bis heute hat das Cover nichts von seinem Reiz verloren. 2011 wurde es von den Lesern des "Rolling Stone" unter die zehn besten Alben-cover aller Zeiten gewählt. Picture Alliance
Später gesellen sich auch die Brüder Gibb zu seinen Kunden. Für die Bee Gees malt er zweimal. Neben viel Musik ist Voormann Mitte der 1990er Jahre als Cover-Gestalter zurück. Er entwirft das Cover für das "Beatles Anthology" Album, und zur Jahrtausendwende für seinen Freund Paul McCartney das Cover zu "Run Devil Run". Mit "Fools Garden" kommt auch eine Band aus dem Südwesten in den Genuss seiner Kunst. Für sie entwirft er 2021 das Cover zu "Who is Jo King". Picture Alliance
Wäre es nach seinen Eltern gegangen, wäre Ron Wood nicht Bassist der Rolling Stones, sondern bildender Künstler geworden. Er besucht eine renommierte Kunstschule und gewinnt sogar den Nachwuchswettbewerb der BBC-Sendung "Sketch Club". Dabei wusste Wood genau, dass es anders kommen sollte: "In the back of my heart I always knew I'd be a musician first and an artist later." – "Tief in mir drin war mir immer klar, dass ich erst Musiker und dann Künstler sein werde." Picture Alliance
Wood bleibt der Kunst neben den Stones trotzdem treu. Seine Werke zeigen bis heute oft Zeitgenossen, Freunde oder Menschen, die Wood selbst bewundert. Daneben schafft er es, seine Werke auf einer eigenen Modekollektion zu platzieren, gestaltet Uhrenzifferblätter und gestaltet Bücher. Picture Alliance
Paul David Hewson ist der irische Rebell durch und durch. 1960 wird "Bono" in Dublin geboren und obwohl er der Musik immer ein wenig mehr zugetan ist, beschäftigt sich der U2-Sänger auch mit der Malerei. Dabei kommt es 1987 fast zum Eklat, als Bono ein Graffiti auf den Vaillancourt-Brunnen in San Fransisco sprayt. United Archives/TopFoto
Das Graffiti wird später entfernt, alle sind zufrieden. Aber Bono bleibt der Malerei treu. Und weil er im tiefsten Inneren ein Familienmensch ist, illustriert er zusammen mit seinen Töchtern das Märchen "Peter und der Wolf" 2003 neu. Die Zeichnungen kommen für einen guten Zweck unter den Hammer und bringen 280.000 US-Dollar. Raoulaut
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