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Ziggy Stardust ist für David Bowie nicht nur eine Figur, eine Rolle, ein Konzeptalbum – Ziggy Stardust ist ein ganz entscheidender Teil David Bowies Persönlichkeit. Wie viel David Bowie steckt eigentlich in der Kunstfigur Ziggy Stardust? Viel ...

Mit Ziggy Stardust ließ sich David Bowie 1972 nicht – wie es so gerne gemacht wurde - musikalisch in eine Schublade drücken. Mit seinem Debütalbum 1967 bewegte er sich stilistisch im Folk – mit dem zweiten, einem Rock-Album, gelang ihm der Durchbruch passend zur Mondlandung mit "Space Oddity" – schließlich schloss er seine Karriere 1971 an mit "The man who sold the world" einem Hard Rock-Album bis er seiner Liebe und Begeisterung zur Kunst und zur Kunstszene, in der er sich auch bewegte, mit dem Art Rock-Album "Hunky Dory" freien Lauf lies. Ziggy Stardust ist genau das alles: die Kombination aus all diesen Alben, all diesen musikalischen Stilrichtungen, die Anfang der 70er bei weitem noch nicht selbstverständlich waren. Das war Bowie allerdings egal – er machte einfach sein Ding.

Vom 16. Juni 1972 – mit Veröffentlichung des Albums - bis zum 3. Juli 1973 dem letzten Konzert von Ziggy Stardust mit den Spiders from Mars im Londoner Hammersmith Odeon hatte David Bowie komplett die Persönlichkeit von Ziggy Stardust angenommen: Er war der gefeierte Rockstar inklusive Drogenexzessen, einem androgynen Äußeren, roten Haaren und der Mission "Liebe und Frieden" für die Menschheit zu bringen. In seinen Ziggy Stardust verpackte Bowie alles, was ihn auch schon in den 60ern interessiert und fasziniert hatte: die Kombination aus Schauspiel – Pantomime und Rock’n’Roll.

Die Story

Mit Ziggy Stardust erschuf David Bowie einen überlebensgroßen Rockstar, einen Messias mit allem was dazu gehört: Drogenexzesse und einem entsprechend glamourösen und extravaganten Lebensstil. Seine Mission soll es sein, die Menschheit durch Liebe und Sex vor einer kosmischen Katastrophe zu schützen, die in binnen fünf Jahren eintreten und die Erde komplett zerstören soll. Durch Ziggy Stardust verspricht ein Außerirdischer namens "Starman" die Erlösung vom Weltuntergang. Schließlich scheitert Ziggy Stardust und verlässt als gebrochener Rockstar mit "Rock’n’Roll Suicide" die große Bühne.

Die Musik

Ziggy Stardust ist mehr als David Bowies alter Ego. Er beschreibt David Bowies Sichtweise auf all das, was im Begriff "Rock’n’Roll" mitschwingt: Musik, Liebe, Sex, Theater und die Möglichkeit als Rockstar die Welt zu verändern. Dazu verweist Bowie in einigen Songs auf seine direkten Vorbilder wie beispielsweise in "Star" hier spielt das Intro auf The Whos "Pinball Wizard" aus ihrer Rockoper "Tommy" an, in der Tommy ja auch eine Art Messias-Funktion hat. Zufall? Nein! David Bowie war mit The Who Gitarrist Pete Townshend befreundet. Der Londoner Marquee Club war in den 60ern ihr gemeinsames Wohnzimmer.

Die Textzeile "just watch me now" ist zudem eine Anspielung auf die entsprechende Textzeile aus "Sweet Jane" von The Velvet Underground. Auch das ist kein Zufall, denn Bowie kannte The Velvet Undergound durch seine Freundschaft mit Andy Warhol sehr gut. Auch die Beach Boys bekommen ihren Platz im Ziggyversum: "Suffragette City" ist stark vom Surfrock beeinflusst. Außerdem ist "Somewhere over the ranbow" ist der "Starman waiting in the sky" - auch hier verselbständigt sich eine Melodie, die eine Mehrdeutigkeit in der Welt von Ziggy Stardust zulässt. "Lady Stardust" ist eine Hommage an seinen Freund und Kollegen Marc Bolan, der als Sänger und Gitarrist mit T.Rex durchstartete und den Glam Rock prägte.

Nice to know

Der Name: Es lässt sich nicht abschließend klären woher David Bowie den Name Ziggy entliehen hat. Es gab eine Londoner Schneiderei mit dem Namen "Ziggy’s", der Besitzer des Londoner Marquee Clubs nannte sich Ziggy Jackson. Oder geht der Name doch auf Iggy Pop zurück?! Möglicherweise war es eine Kombination aus all dem. Eins ist allerdings sicher: Stardust versteckt sich im Namen eines US-amerikanischen Country-Sängers dem Legendary Stardust Cowboy. David Bowie war ein großer Fan seiner Musik und seiner Erscheinung. Die beiden lernten sich in den 60ern bei Mercury Records kennen.

Die Tournee: David Bowie hat sein Leben als Ziggy Stardust einmal unterbrochen und das für ein Konzert des King of Rock’n’Roll: Elvis Presley. Er flog extra nach New York um sich Elvis im Madison Square Garden anzuschauen. Bowie war großer Elvis Fan und das nicht nur, weil die beiden am selben Tag Geburtstag hatten.

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