Teelichter (Foto: Colourbox)

Mit Tontöpfen und Teelichtern durch den Winter

Teelicht-Öfen heizen die sozialen Medien, aber nicht das Wohnzimmer an

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AUTOR/IN
Sabine Schütze

Im Internet boomen derzeit die Bauanleitungen für sogenannte Teelicht-Öfen, ebenso die Versprechen, was die alles können. Was ist also dran?

Um den Einkauf im Baumarkt werden die meisten wohl nicht herumkommen. Denn auch wenn oft behauptet wird, dass sich irgendwo im Haus noch unbenutzte Tontöpfe finden lassen, so ist es damit allein nicht getan. Ein Tontopf bringt sowieso wenig. Besser sind zwei bis drei, die mit je einem Zentimeter Luft dazwischen ineinanderpassen. Daneben sind noch Schrauben, Unterlegscheiben und das Gestänge nötig, um den richtigen Abstand zum Untertopf hinzukriegen.

Der Abstand ist alles

Der Abstand zwischen Teelicht-Flamme und Töpfen ist übrigens wichtig, wird aber bei vielen Bauanleitungen nur nebenher erwähnt. Hängen aber die Töpfe zu tief, können sie überhitzen. Hängen sie zu weit oben, erwärmen sich die Tontöpfe nicht richtig. Immerhin gibt es Bauanleitungen, die auch unerfahrene Bastler gut umsetzen können.

So richtig günstig sind die Öfen aber nicht, ebenso wenig wie die Teelichter. Aber dazu nachher mehr.

Teelicht-Öfen wärmen unser Herz, aber nicht die Räume

Die Öfen wärmen tatsächlich – und zwar unsere Hände. Wenn wir die nahe an die Tontöpfe halten, spüren wir die Hitze in unseren Fingern. Denn die warme Luft, die die Teelichter erzeugt, steigt auf, erhitzt die Tontöpfe, die sie wiederum speichern und langsam abgeben. Dabei wird der Topf außen um die 50 Grad heiß. Deshalb Vorsicht und nicht anfassen. Das gibt Verbrennungen.

Die Raumtemperatur dagegen erhöhen Teelicht-Öfen nicht. Denn weiter als einen halben Meter strahlt die Wärme nicht.

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Teelicht-Öfen erfordern häufigeres Lüften

Das Abbrennen von Kerzen verschlechtert die Raumluft, weil sie Sauerstoff entziehen und Feinstaub verursachen. Deshalb sollten Räume, in denen Kerzen brennen, mindestens alle zwei Stunden für einige Minuten quergelüftet werden. Denn die Feinstaubpartikel halten sich sonst stundenlang in der Luft, wir atmen sie ständig ein und gefährden damit unsere Gesundheit.

Die feinen Ruß- und Rauchstaubpartikel in Wohnungen werden oft unterschätzt. Diese Belastung kann mitunter höher sein als im Straßenverkehr. Denn nach Untersuchungen des dänischen Umweltministeriums verursacht eine ruhig brennende Kerzenflamme 500.000 bis 800.00 Partikel, die sie pro Quadratzentimeter in den Raum abgibt. Ruß, der bei einer in der Zugluft stehenden Flamme vermehrt entsteht, kann die Feinstaubwerte um das 30- bis 70-fache steigern.

Tipp: Kerzen verbrennen sauberer, wenn der Docht kurz gehalten wird und keine Zugluft herrscht. Deshalb sollten Kerzen vor dem Lüften immer gelöscht werden.

Teelichter haben unterschiedliche Qualitäten

Kerzen brennen verschieden lang und rußen auch unterschiedlich. Die meisten Kerzen und Teelichter bestehen aus Paraffin, das aus Erdöl gewonnen wird. Sie sind zwar am billigsten, brennen aber auch besonders schnell ab und rußen leichter. Kerzen aus Stearin sind teurer und deutlich schwerer. Stearin ist eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Fetten, die härter und dichter als Paraffin ist. Deshalb brennen Stearin-Kerzen deutlich länger als Paraffinkerzen, tropfen nicht und rußen kaum.

Bienenwachskerzen brennen ebenfalls lange, weil aufgrund des zähflüssigen Materials dauerhaft eine etwas kleinere, aber helle Flamme zustande kommt. Teelichter mit einem RAL-Zeichen sind tropfsicher, haben einen kaum rußenden Docht und sind einigermaßen umweltfreundlich. Es gibt auch Kerzen mit dem Bio-Siegel. Die Brenndauer von Teelichtern und Kerzen ist in der Regel auf der Verpackung angegeben.

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